Heinze Orgel Kirche Jänschwalde Spreewald Niederlausitz
ev. Pfarrkirche
Orgelbauer:
Gustav Heinze (Sorau)
Baujahr:
1907 opus 24
Datum des Erstbesuchs:
September 2026
Disposition und Spielhilfen
Spätromantische kleine Heinze Orgel Kirche Jänschwalde Spreewald Niederlausitz, 2 M, 9 R, pneumatische Kegellade
Die wunderschöne klassizistische Dorfkirche, wendisch-sorbisch, hier im Lande Brandenburg besitzt diese schöne, weiße, grundtönig klingende Orgel mit sanften Streicherstimmen. Sie muss weiter saniert werden, was nicht ganz billig ist; es wird um die 20.000 Euro kosten. Immerhin ist sie über 120 Jahre alt. Sie leidet etwas unter Windstößigkeit.
Ich liebe Kegelladen.
Es ist meine dritte Heinze-Orgel. Die Stadt Sorau gib es noch, sie gehört heute jedoch zu Polen seit dem Krieg und heißt Zary. Polen ist sehr nach an Brandenburg. Zary gehört ebenfalls zur Niederlausitz.
Die Dorfkirche Jänschwalde (niedersorbisch: Janšojce) ist ein eingetragenes Baudenkmal und gilt als ein architektonisches klassizistisches Kleinod in der Niederlausitz. Die Kirchengemeinde selbst zählt zu den ältesten der Region und wurde bereits 1346 urkundlich erwähnt.
Das heutige Kirchengebäude vereint eine schlichte elegante Bauweise mit besonderen historischen Schätzen.
Die Register sind kippend über den Tasten. Interessant ist auch der sehr kleine Balg rechts direkt neben der Orgel.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.




Principal 8
Gambe 8
Gedeckt 8
Oktave 4
Manual Coppel
Superoctavkoppel II zu I
Pedalkoppel I. M.
Pedalkoppel II
Tutti
Salicional 8 II. M.
Lieblich Gedeckt 8 II. M.
Flaut travers 4 II. M.
Subbass 16 P
Violoncello 8 P

Die turmlose Saalkirche besitzt ein freistehendes, hölzernes Glockenhaus mit dem ältesten erhaltenen Geläute im Kirchenkreis Cottbus. Die drei Bronzeglocken stammen von 1596, 1515 und der Zeit des 15. Jahrhunderts.
Die schlichte Kirche präsentiert einen Kanzelaltar von 1806, dreiseitig umlaufende weiße Emporen, die historische Heinze-Orgel sowie traditionelle, wendischen/sorbischen Bibelsprüche an den Wänden samt Fotografien von wendischen Feiern hier in der Niederlausitz. Ich habe schon oft in sorbischen Gemeinden gespielt, jedoch in Oberlausitz, deren Tradition anders ist als die Niederlausitzer Tradition.
Die evangelische Kirchengemeinde Jänschwalde, zu der seit Januar 2024 offiziell auch die Ortskirchen Drewitz, Heinersbrück und Tauer gehören, gefällt mir sehr gut, ebenso das schöne Dorf, gepflegt, mit alten Häusern, mit Museum mit originalem Leichenwagen und Archiv und einem Pfarrhaus, das wie ein Schloss aussieht.
Segensprüche wie „Chwalba bźi Bohu we wysokości!“ („Ehre sei Gott in der Höhe!“) sieht man an den Wänden.
Klang und Akustik

Samtig-trockene, vokale Akustik. Sanfte romantische Kegelladen-Klänge. Die Orgel ist innen sehr eng gebaut, was das Stimmen schwierig macht.
Es war sehr schön, im Spreewald zu spielen.
Es gibt hübsche Feuerwehrhäuser. Zudem ist hier nah der größte künstliche See Deutschlands: der Tagebausee „Cottbusser Ostsee“ oder Cottbusser Meer, noch nicht gesichert, und die größten Teiche und Karpfenteiche Deutschlands. Und es gibt frischen Fisch rings um Peitz. Die Forelle ist so lecker.
Persönliche Note

Es war sehr schön, hier zu spielen. Spreewald und der Hammergraben ist sehr schön
Die Teichlandschaft rings um Peitz gehört zum größten zusammenhängenden künstlichen Teichgebiet Deutschlands.
Auch ich bin auf diesem Teich Kahn gefahren. Es war wunderschön. Man nennt dies Mummelkahnfahrt auf dem Hammergraben.
An der Kahnanlegestelle am Peitzer Hüttenwerk fuhren wir langsam und gemütlich flussabwärts auf dem Hammergraben bis zur historischen Maustmühle und wieder zurück. Alles ist ruhig, sehr grün, sanft.
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