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Flentrop Orgel St. Katharinen Hauptkirche Hamburg

Hamburg St. Katharinen

Orgelbauer:

Vogel, Scherer, Fritzsche, Besser, Flentrop

Baujahr:

1542-2013

Datum des Erstbesuchs:

4. März 2020

Disposition und Spielhilfen

Flentrop-Orgel-Hamburg-St.-KatharinenMixturen-Fusszahlen-Tonhoehen-Hamburg

Meine Master-Prüfungs-Orgel 2021, HfMT Hamburg, Master Orgel.

Flentrop Orgel Hamburg, Hamburg St. Katharinen Hauptkirche

Große Orgel der Hauptkirche Sankt Katharinen
Ort: Hauptkirche Sankt Katharinen
Katharinenkirchhof 1
20457 Hamburg

Tonhöhe: a’=465 Hz bei 20 °C
Stimmung: ungleichschwebende Temperatur nach Bach-Kellner

Manualumfänge: CD-d”’

Pedalumfang: CD-d’

Koppeln: BW/OW, OW/HW, RP/P

Zwei Zimbelsterne, Timpani, Vogelgeschrei
Tremulant für das ganze Werk, Tremulant für das Rückpositiv, Tremulant für das Brustwerk

Erbauer: Gregorius Vogel, Hans Scherer d.Ä., Gottfried Fritzsche, Friedrich Besser, Fa. Flentrop

Anzahl der Pfeifen: 4.330
Registeranzahl: 61
Werke: 4 Manuale und Pedal
Ergänzung: 1943 weitgehend zerstört und 2009 – 2013 rekonstruiert

(61 / IV/Ped)

Rückpositiv I

Principal 8′
Gedact 8′
Quintadena 8′
Octava 4′
Hohlflöte 4′
Blockflöte 4′
Quintflöte 1 1/3′
Sifflet 1′
Scharff 8f
Sesquialtera 2f
Regal 8′
Oboe d’amore 8′
Schalmey 4′

Hauptwerk II

Principal 16′
Quintadena 16′
Bordun 16′
Oktave 8′
Spitzflöte 8′
Querflöte 8′
Octave 4′
Oktave 2′
Rauschpfeife 2f
Mixtur 10f
Trommete* 8′
Trommete 16′

Oberwerk III

Prinzipal 8′
Hohlflöte 8′
Gambe* 8′
Flöte 4′
Nasat 2 2/3′
Waldflöte 2′
Gemshorn 2′
Scharf 6f
Trommete 8′
Zincke 8′
Trommete 4′

Brustwerk IV

Principal 8′
Octava 4′
Quintadena 4′
Waldflöte 2′
Scharff 7f
Dulcian 16′
Regal 8′

Pedal

Principal 32′
Principal 16′
Sub-bas 16′
Octava 8′
Gedact 8′
Octava 4′
Nachthorn 4′
Rausch-Pfeiffe 2f
Mixtura 5f
Cimbel 3f
Groß-Posaun 32′
Posaune 16′
Dulcian 16′
Trommete 8′
Krumhorn 8′
Schallmey 4′
Cornet-Baß 2′

Der Registerbestand entspricht der 1720 von Mattheson mitgeteilten 58-stimmige Disposition. Ergänzt wurde Octava 4’ im Oberwerk. Hinzu kommen zwei Register, die bereits im 18. Jahrhundert eingebaut wurden und von denen noch originale Pfeifen vorhanden sind.

Ca. 520 historische Pfeifen verschiedener Provinienz
Der übrige Teil Rekonstruktionen von Flentrop

Bau-/Restaurierungsgeschichte

1400 Erwähnung eines Balgtreters (Calcanten)

1433 Kapitalaufnahme für die Orgel

1520 Umbau Marten de Mare (Groningen)

1534 Kleine Orgel vorhanden

1542 Umbau Gregorius Vogel (Hamburg)

1551 Umbau Niehoff und Johansen (‘s-Hertogenbosch)

1587 Umbau Hans Scherer d.Ä. (Hamburg)

1605 Umbau Hans Scherer d.Ä. (Hamburg)

1631/33 Umbau Gottfried Fritzsche (Hamburg)

1636 Umbau Gottfried Fritzsche (Hamburg), dabei Anlage eines vierten Manuals

1644/47 Reparatur Friedrich Stellwagen (Lübeck)

1674 Sechs neue Stimmen durch Friedrich Besser (Braunschweig). Neubau Prinzipal 32′ durch Joachim Richborn (Hamburg)

1741/42 Umbau Johann Dietrich Busch (Itzehoe)

1836 Umbau Johann Gottfried Wolfsteller (Hamburg)

1869 Umbau Christian Heinrich Wolfsteller (Hamburg)

1898 Umbau Ernst Gehlhaar (Bremen)

1906 Größere reparatur Paul Rother (Hamburg)

1918 Ersatz von Posaune 32′, Posaune 16′ und Subbaß 16’ durch Paul Rother (Hamburg)

1943 Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bevor die bereits begonnende Auslagerung des Instruments beendet werden konnte. Die geborgenen Pfeifen werden in der Krypta von St. Michaelis sichergestellt.

1962 Neubau Emanuel Kemper & Sohn (Lübeck) unter Benutzung von 500 Pfeifen der alten Orgel.

1988 Neue Traktur, neuer Spieltisch und Nachintonation durch Rudolf von Beckerath (Hamburg)

2008-2013 Rekonstruktion der Barockorgel auf den Stand von 1720 hin (Überlieferung der Disposition durch Johann Mattheson) durch Flentrop Orgelbouw (Zaandam, NL)

Orgelkonzert St. Katharinen Hauptkirche Hamburg

Klang und Akustik

Große Akustik, geniale Orgel, ich lernte enorm viel an dieser Prüfungs-Orgel der HfMDK ❤️ Es gibt vorne eine hübsche Chor-Orgel:

Orgel Detlef Kleuker (Bielefeld-Brackwede)
Baujahr 1984
Arbeiten 2001 Generalüberholung, Umdisponierung sowie ungleichschwebende Stimmung durch Kleuker
Stimmtonhöhe a¹ = 440 Hz
Temperatur (Stimmung) ungleichschwebend
Windladen Schleifladen
Spieltraktur mechanisch
Registertraktur mechanisch
Registeranzahl 15 Register
Manuale 2 Manuale, Tonumfang: C-g³
Pedal Tonumfang: C-f¹
Spielhilfen, Koppeln Normalkoppeln: SW/HW, HW/Ped, SW/Ped

HW

Prinzipalflöte 8′

Praestant 4′

Blockflöte 2′

Mixtur V 2′

Trompette en chamade 8′

Tremulant

SW II

Gedackt 8′

Flûte harmonique 4′

Quinte 22/3

Prinzipal 2’

Terz 13/5

Cymbal III 2/3

Hautbois 8’

Tremulant

Pedal

Subbaß 16′

Gemshorn 8′

Trompete 8′

Persönliche Note

Majestätische Pedaltürme, enormes Rückpositiv, 16-füßige Mixturen und Klänge, vier Manuale, Koppelschieber, wunderbare Zungen und Flöten, drei große Engel, sinnlich bestrahle Kirche, große Akustik, wunderschöne, verzierte Tasten

Spannend war in Katharine, den extra stehenden Cornet-Baß 2 im Pedal zusätzlich im Scheidemann-Choral zu ziehen. Wow! Das ist etwas Besonderes. Es wird dadurch ein vierstimmiges Werk, als käme zum Bass noch ein imitierender und vorimitierender Sopran in Otavparallelen hinzu. Man muss jedoch zweimal oktavieren und den Cornet-Baß 2 am Ende herausnehmen. Ich liebe die melodiösen Durchgangsviertel, das Dichte. Die Zinke war kältemäßig verstimmt, eine Coronazinke. Ich finde Registrierung so interessant. Ich könnte da stundenlang tüfteln. Ganz am Anfang hatte ich Angst vor Registrierung. So vor drei Jahren. Am schönsten ist, wenn man dann wirklich eine hat, die dann final ist und die man durchgehend und immer gut findet.

Wenn man koppelt, muss man das jeweilige Keyboard nach hinten ziehen.

Wichtig ist im Pedal, dass es trotz Artikulation dicht und flächig und singend bleibt. Da ich meine Orgelschuhe vergaß, habe ich mit Socken gespielt.

An der Flentrop-Orgel in der Hauptkirche Katharinen, deren Prospekt J.S. Bach ebenfalls gesehen hat, spiele ich sehr gern. Die schwarzen runden Registerenden sind ästhetisch. Ich liebe die Klänge der vielen 16-Füße, des 32-Fußes.

Hamburgerin. St. Katharinen. Ein Tag voll Katharine. Wenn man Block-Quer-und Hohlflöte zusammen nimmt an der wunderbaren Flentrop, dann bringt zur leichten Schwebung der Tremulant den Glitzereffekt.
Erstaunlich ist, dass selbst wenn man P 8 im HW, OW und BW koppelt, der einzelne Prinzipal 8 im RP immer noch lauter ist.
Die Kirche wird grün angestrahlt innen, dazu die langen blauen Fenster, die Sterne, und oben drüber die sandfarbene Orgel, die jeden Tag anders aussieht. Zwei große Krüge und drei enorme Engel. Silber-sandfarben wirkt sie.
Der Cornet-Baß 2 klingt als vierte Stimme wie eine Bachtrompete im Scheidemann, in Oktavparallelen. Alle Stimmen wirken so transparent.
Das Pedal braucht Kern und Strich.

Ich habe Fans, die mich in Katharine schon kennen und mittags zum Lauschen kommen. Manche sitzen mit Laptop in der Kirche, arbeiten und hören mir zu. Oder kommen in der Mittagspause von der Bank. Nette Leute!
Die Orgel tut mir von ihrer Größe her gut: Nicht zu pushen, nicht zu viel Energie, nicht fanatisch, sondern ruhig von einer Kadenz zur nächsten, getragen von einer wirklichen Größe. Innere Ruhe. Mit Distanz und Objektivität. Im Grunde ist die Orgel der perfekte Ausgleich zu mir. Für mich. Groß, delikat, entspannt, vorbereitend. Sehr klar, mal weich, dann scharf. Timing und verlangend nach rhythmischen Bausteinen. Timing und Charaktere gehen hier Hand in Hand.

Wie unterschiedlich Menschen Orgel abhören – die einen stört das, die anderen hören gar keinen Unterschied, wieder die nächsten wollen das – für mich ist es so, dass diese Orgel gar nie schlecht klingen kann. Sie hat etwas an sich Geniales.

Prüfung: Februar 2021 Master Orgel HfMT Hamburg


2 Antworten auf “Flentrop Orgel St. Katharinen Hauptkirche Hamburg”

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