Ehrlich Orgel Kulturkirche Unterschüpf Boxberg Baden
ökumenische Kulturkirche Schüpfer Grund (13. Jahrhundert)
Orgelbauer:
Johann Adam Ehrlich (1703-1784) / Vleugels opus 124
Baujahr:
1742 / 1973 op. 124
Datum des Erstbesuchs:
August 2026
Disposition und Spielhilfen
Historische Ehrlich Orgel ev. Kulturkirche Unterschüpf Boxberg, Nordbaden, Main-Taubertal, 2 M, 21 R, Zimbelstern, Zungen, Schiebekoppel
Hier in Baden-Württemberg steht die weiße, ökumenische Kulturkirche mit Turm, samtig-trockener Akustik und flacher Holzdecke von 1617. Die Decke erinnert mich an bemalte Honigwaben.
Es ist eine Chorturmkirche.
Auf der bemalten Rund-Empore steht die Orgel. Die Bilder der Empore zeigen Musiker.
Es ist meine 6. Ehrlich-Orgel und die älteste dazu. Bisher spielte ich wundervolle Ehrlich-Orgeln u.a. in Bad Wimpfen, Gelchsheim und Nordheim.
Auch diese Orgel hier ist prunkvoll blau mit goldenen Schleierbrettern und eine Denkmal-Orgel. Sie ist schwergängig, aber nicht so sehr wie in Bad Wimpfen, die etwas jünger ist. Der fränkische Orgelbauer Ehrlich ist eine Sensation.
Diese Orgel wurde jedoch später leider verändert.
Von den originalen Ehrlich-Pfeifen sind nur 4 Tonreihen übrig geblieben, was sehr bedauerlich ist. Vleugels hat sehr viel ergänzt als opus 124.
Das wunderbare Gehäuse ist vom Bildhauer Johann Sommer (1716-1776).
Die zuvor katholisch, dann evangelisch, nun teil-profanisiert ökumenische Kultur-und Konzertkirche ist eine seltene Winkelkirche oder Hakenkirche: Die Bauflügel stoßen rechtwinklig aufeinander, so dass man nirgendwo einen Gesamtüberblick in der Kirche hat; überall sind Eck- und Winkelbereiche.
Die Unterschüpfer Kirche besitzt gotische Wandmalereien und eine Kanzel von 1617. Zudem stehen neue Kunstwerke, die die alte Kunst umgeben.
Die ehemalige Schlosskirche wirkt hell, schlicht und angenehm naiv.
Boxberg hat ca. 7000 EW.
Es war sehr schön, hier zu spielen, auch wenn die Orgel etwas verstimmt war wegen der Hitze, besonders die Posaune im Pedal.
Die Orgel wird von Vleugels betreut.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.
Links HW
1 Cymbelstern
2 Prinzipal 8
3 Mixtur 4 (dunkler)
4 Quinte 2 2/3
5 Salizional
6 Flöte 8
Links UW und Pedal
7 Mixtur
8 Prinzipal 4
9 Quintatön 8
10 Flageolett 2
11 Posaunenbass 8
12 Coppel II/ Pedal
Rechts UW und Pedal
13 Quint 2
14 Flöte 4
15 Gedeckt 8
16 Subbass 16
17 Prinzipalbass 8
18 Coppel I/ Pedal
Rechts HW
19 Großoktav 4
20 Cimbal 5fach
21 Kleinoktav 2
22 Spitzflöte 8
23 Großgedackt 8
24 Viola da Gamba 8



Das HW ist oben. Die Registerzüge hierfür sind außen. Die Pedalzüge und Koppelzüge befinden sich unten.
Da es etwas schwierig ist, die handgemalten Registerschilder zu lesen, hat jemand weiße Schilder mit ausgedruckten Wörtern daneben geklebt. Besser ist, sich die Register zu merken.
Gerades, kurzes Pedal.
Klang und Akustik

Besonders schön sind die 8-Füße, der Zimbelstern (langsam und angenehm), die Spitzflöte 8 mit Schwebung, die beiden Quinten (oben und unten), die beiden Mixturen im HW, heller und dunkler und beide nicht aggressiv, sondern warm.
Alle zarten Klänge sind lieblich und schön.
Sehr gern hätte ich hier die originale Ehrlich Orgel gehört, am originalen Spieltisch.
Die Schiebekoppel ist hineingeschoben am Koppeln: schwergängig.
Persönliche Note

Es war sehr schön, hier und in Gerlachsheim zu spielen.
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