Boos Breil Klais Orgel St. Severinus Kirche Wenden Sauerland
kath. Pfarrkirche im Sauerland (1750 / 1989)
Orgelbauer:
Bartholomäus Boos & Sohn (Koblenz) / Breil / Klais
Baujahr:
1755 / 1976 / 1989 / 2023
Datum des Erstbesuchs:
Mai 2026 Pfingsten
Disposition und Spielhilfen
Boos Breil Klais Orgel St. Severinus Kirche Wenden bei Olpe, sweet Südsauerland, NRW, 2 M, 26 R, 1872 Pfeifen, Zimbelstern
Das prachtvolle weiße Barockgehäuse erinnert mich an die Merseburger Dom-Orgel. Dies ist optisch die kleine Schwester.
Die schmucke Dorfkirche ist eine Barockkirche. Die Vorgängerkirche stammt von 1350. Die hängende Madonna ist von 1757, die Muttergottes von 1516, die Madonna im Marienaltar von 1670 und der Hochaltar, optisch passend zur Orgel, und auch der Kreuzaltar von 1618.
Die reich geschmückte alte Kirche mit samtig trockener Akustik gehört zum reichen Bistum Paderborn. Der Zimbelstern ist verborgen links hinter den Schleierbrettern; da man das historische Gehäuse nicht frontal verändern wollte. Die Orgel wird von Klais betreut.
Die neue Schleifladen-Orgel von Franz Breil (Dorsten) von 1976, von Orgelbau Klais (Bonn) 2023 erneuert, im Gehäuse der Barock-Orgel von Bartholomäus Boos (Koblenz) von 1755, ist eine Augenweide. Das schöne und in der Sauerländer Orgellandschaft besondere Gehäuse schuf der Ottfinger Schreiner Meister Ferdinand Stracke vom Nachbarort.
Obwohl das Instrument mechanisch ist, besitzt es einen frei stehenden Spieltisch. Früher gab es einen Spieltisch direkt am Instrument. Man sieht noch die Abdrücke der Registerzüge.
Nun hat es einen frei stehenden Spieltisch, da die Empore auch für Chöre genutzt wird. Die mechanischen Trakturen verlaufen verborgen unter dem Boden.
Das Brustwerk befindet sich im verborgenen Untergehäuse mit Gitterwerk. Auf Höhe des Pfeifenprospekts steht die Hauptwerkslade, dahinter das Pedalwerk.
Klais generalsanierte für ca. 200.000 € die Breil-Orgel: Reinigung, Schimmelsanierung, Erneuerung der Elektrik und Generalüberholung, Bau eines neuen Spieltischs; moderne Setzeranlage: Zimbelstern; und die Aluminiumtraktur, die sich ausgedehnt hatte und wieder zusammenzog, wurde durch eine stabile Holz-Abstrakten-Traktur ersetzt; Nasat und Oboe kamen frisch hinzu.
Denn die Breil-Orgel war in keiner guten Verfassung mehr gewesen. Leider ist die Orgelbaufirma Breil bankrott gegangen. Ich habe einige schöne gespielt.
Vorgänger-Orgeln:
Es gab bereits im 17. Jahrhundert eine Orgel hier, die 1683 auf Veranlassung von Pfarrer Antonius Greven erneuert und erweitert wurde. Doch 1714 wurden Kirche und Orgel im Dorfbrand leider zerstört.
1718 wurde die Kirche wiederhergestellt. Es gab auch eine Orgel von 1718. Sie hatte 11 Register.
Aber 1754 schloss die Kirchengemeinde mit dem hoch betagten Orgelmacher Bartholomäus Boos (82 Jahre alt damals) aus Koblenz den Vertrag zum Bau einer neuen Orgel mit 27 Registern ab, worin Teile der alten Orgel darin wiederverwendet wurden.
Leider starb der alte wunderbare Orgelbauer bei der geliebten Arbeit, da er von der Leiter stürzte. Wenden hat ihm das Leben gekostet. Er wurde unter der Orgel-Empore begraben. Das ist sehr berührend!
Unter Leitung seines Sohnes Joseph Anton Boos wurde der Bau vollendet und im September 1755 fertiggestellt. Gott sei Dank!
1860–66 führte Adolph Rieschick aus Brilon einen Umbau auf 31 Register durch, wobei er im Pedal eine mechanische Kegellade nach dem neuen Zeitgeist baute und die Orgel romantisierte.
Bei diesem Umbau blieben 14 Register aus der Boos-Orgel erhalten. 1903 folgte ein Neubau im alten historischen Gehäuse durch Anton Feith (Paderborn) mit 25 Registern auf pneumatischen Kegelladen, eine romantische Orgel. Es wurden 10 Register aus dem Vorgängerinstrument übernommen.
Es war also eine bewegte Geschichte. Wieviele Originale von Boos noch erhalten geblieben sind bis heute, ist unklar. So gern hätte ich die original Boos gehört.
HW I
Bordun 16′
Prinzipal 8′
Gamba 8′
Gedackt 8′
Oktave 4′
Hohlflöte 4′
Nasat 2 2/3′ [2023]
Octave 2′
Kornett 3–4f.
Mixtur 4–6f. 1 1/3′
Trompete 8′
Koppel II–I
BW II
Liebl. Gedackt 8′
Dolce 8′
Prinzipal 4′
Rohrflöte 4′
Waldflöte 2′
Terz 1 3/5′
Quinte 1 1/3′
Scharff 4f.
Oboe 8′ [2023]
Krummhorn 8′
Tremulant
Pedal
Prinzipal 16′
Subbass 16′
Oktavbass 8′
Pommer 8′
Choralbass 4′
Mixtur 4f.
Posaune 16′
Koppel II–P
Koppel I–P




Verborgener Zimbelstern 2023
Elektronische moderne Setzeranlage mit Sequenzern
Weiße Kippschalter, goldene Pistons
Schleiflade mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur
Die 12 Apostel und Jesus von 1670 stehen auf der Orgelempore als „Stifterfiguren“. Schön sind auch die Tafelbilder, die 4 Glocken und der Taufstein. Die Kapelle Dörnschlade gehört zur Kirche.
Klang und Akustik

Die Akustik ist eher trocken. Die Orgel klingt stabil und gesund. Einen Schweller gibt es leider nicht.
Die jetzige Orgel geht auf einen Neubau von der Familie Franz Breil (Dorsten) 1975 / 1976 zurück. Dabei stammen bis auf Mixtur und Trompete im Hauptwerk und die Terz im Schwellwerk alle Register aus der Vorgängerorgel; einige gedeckte Pfeifen im Hauptwerk stammen sogar noch von 1755 von Boos, sogar von 1718.
Persönliche Note

Es war sehr schön, hier zu spielen. Nach meinem Konzert in Olpe fuhren wir zu diesem Schmuckstück.
Das südliche Sauerland ist eine wunderbare Gegend, besonders um den großen Biggesee herum bei Olpe und Attendorn. Das blühende südliche Sauerland ist ein Urlaubsgebiet und grenzt an das große Siegerland. Im Gegensatz zu anderen Städten in NRW wie z.B. Hagen, Köln und Mönchengladbach ist das Sauerland gepflegt, sauber und einladend.
Der Triumphbogen mit Musikinstrumenten, dem sogenannten „Wendener Orchester“, und lobenden lateinischen Bibelstellen und der Schutzengel sind von 1752. Die weiße Kanzel ist von 1752.



Wow. Danke für deine Orgel Information!