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Behmann Orgel Stadtkirche St. Martin Dornbirn Österreich Vorarlberg

kath. Kirche (1840)

Orgelbauer:

Josef Behmann (1880-1932) aus Schwarzach

Baujahr:

1927 / 1986 / 2021

Datum des Erstbesuchs:

2026

Disposition und Spielhilfen

Pneumatische historische Behmann Orgel Stadtkirche St. Martin Dornbirn Österreich Vorarlberg, 3 M, 72 R, Glockenspiel

Das große weiße, breit gefächerte Kegelladen-Instrument mit elektropneumatischer Registratur in der im klassizistischen Stil neu erbauten Hallenkirche ist ein Denkmal der “Elsässer Orgelreform”. Sie wird auch Monumental-Orgel der Jahrhundertwende genannt.

Sie ist zudem auch die größte Orgel in Vorarlberg und eine Denkmal-Orgel, einzigartig und unverändert erhalten. Sie ist eine der größten Orgeln in Österreich.

Denn über die komplette Westempore erstreckt sich der Prospekt in weißen Schleierbrettern, weit ausladend. Es ist meine erste Behmann-Orgel. Behmann war ein Weigle-Schüler, was man sofort erkennt.

Die bronzierten Zinkpfeifen des Prospekts weisen stumme Blindpfeifen und grosse Überlängen auf, mit insgesamt über 200 Pfeifen vorne, nach einem Plan vom Bildhauer Thomas Mennel.

In der Mitte prangt golden die Inschrift: Diene der Ehre Gottes und kündige künftigen Geschlechtern Dornbirns braven Opfersinn.

Ich liebe pneumatische Orgeln und Kegelladen. Sie wurde von Orgelbau Kuhn (Schweiz, Männedorf) 1986 restauriert. Zuvor gab es viele Stimmen, die einen Neubau forderten. Ich bin froh, dass entschieden wurde, die Orgel zu restaurieren.

Unregelmäßigkeiten wurden geglättet. Die Kontaktnadeln und alle Magnete mussten überarbeitet und lederne Elemente ersetzt werden. 2021 wurde die Orgel noch mal gereinigt von Kuhn.

Zuvor gab es hier um 1845 eine Orgel von Remigius Haaser aus Immenstadt/Allgäu (II/P/30). 1925 wollte man jedoch eine größere, neue Orgel haben.

Zwei Jahre später erhielt Josef Behmann den Auftrag zum Neubau, was er gern annahm. Zunächst erschuf er ein dreimanualiges Werk mit 67 klingenden Registern und 25 Röhrenglocken, 1927 feierlich eingeweiht, und 1928 kamen noch Hochdruckregister hinzu, diese auf Schleifladen. Es ist ein spätromantisches Werk. Es ist sozusagen für mich eine Art österreichische Sauer-Orgel.

HW I

Prinzipal mayor 16′

Flauto amabile 16′

Prinzipal primo 8′

Prinzipal piano 8′

Doppelgedeckt 8′

Viola baritona 8′

Flöte harmonique 8′

Salicional 8′

Grossquinte 51/3

Oktave 4′

Hohlflöte 4′

Dolce 4’

Quinte 22/3

Superoktave 2’

Septim 11/7

Cornet IV-V 8’

Mixtur VI 22/3

Trompete 8′

Clairon 4’

Positiv SW II

Bourdon 16′

Prinzipal secundo 8′

Tibia 8′

Gedeckt 8′

Gamba 8′

Quintatön 8′

Gemshorn 8′

Aeoline 8′

Vox cölestis 8′

Geigenprinzipal 4′

Traversflöte 4′

Viola d’amour 4′

Piccolo 2′

Harmonia ätherea III 22/3

Mixtur minor IV-V 2′

Trompette Harmonique 8′

Klarinette 8’

Glockenspiel

SW III

Quintatön 16′

Geigenprinzipal 8′

Bordun 8′

Viola di alta 8′

Konzertflöte 8′

Unda Maris 8′

Dulciana 8′

Fugara 4′

Rohrflöte 4′

Flageolet 2′

Terzflöte 13/5

Vogelgesang 1′

Cymbalo III-IV 2′

Oboe 8′

Vox Humana 8’

Tremolo

Tremolo für Vox Humana

Pedal

Mayorbass 32′

Prinzipalbass 16′

Subbass 16′

Violonbass 16′

Harmonikabass 16′

Echobass 16′

Quintbass 102/3

Oktavbass 8′

Cello 8′

Gedecktbass 8′

Choralbass 4′

Grosstuba 32′

Bombarde 16’

Posaune 16′

Basstuba 8′

Basstrompete 4′

Hochdruckstimmen

Seraphon Prinzipal 8′

Seraphon Violine 8′

Seraphon Gedeckt 8′

Tuba Mirabilis 8′

 

Die schöne helle Kirche ist mit großen Deckengemälden geschmückt.

 

Spielhilfen & Koppeln

Normalkoppeln, Effektkoppeln

7 feste Kombinationen: pp, p, mf, f, ff, Pleno, Tutti

– 3 freie Kombinationen

– Crescendowalze

 

Klang und Akustik

Die sinfonische, gleichstufige Orgel hat pastellfarbene und leidenschaftliche Sounds, zarte, kammermusikalische Klänge und gleichzeitig viel Power.

Es gibt zudem eine Chororgel und eine Kapellenorgel vorne.

Die weiße Chororgel ist von Johannes Karl/Aichstetten im Allgäu von 1969, ein mechanisches Schleifladeninstrument mit 15 Registern, 2 M.

Die Kapellen-Orgel ist von Kuhn 1969, Schleifladen, mechanisch, 1 M, 4 R.

Persönliche Note

In der Kirche steht der Hochaltar von Johann Kaspar Rick (1808–1888).

Dornbirn ist eine hübsche kleine Stadt mit ca. 55.000 EW. Sie besitzt einen sehr herzigen kleinen Marktplatz mit bunten Häusern und Restaurants – und mittendrin steht die Martinskirche mit ihren großen Gemälden sowohl innen als auch außen und dem großen weißen Turm.

Im Turm hängen insgesamt sechs Glocken. Nachdem zwei Glocken von 1600 und 1814 im Ersten Weltkrieg für Rüstungszwecke beschlagnahmt wurden, sind noch zwei historische Bronzeglocken vorhanden: Die kleinste, das ehemalige Sterbeglöckchen, wurde 1731 von Johann Baptist Aporta in Bregenz gegossen und hat den Ton h2, die größere mit dem Ton ges1 stammt von Hans Malin aus Lothringen aus dem Jahr 1548. Vier Glocken wurden vom Böhlerwerk in Kapfenberg 1922 aus Gussstahl gegossen.

Sehr schön ist auch Bregenz, der Nachbarstadt, etwas kleiner mit ca. 30.000 EW.  Bregenz ist jedoch bekannter durch den Bodensee, das Kunsthaus und die kulturellen Veranstaltungen.


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