Vleugels Orgel Kirche St. Johannes Nepomuk Eberbach Neckartal
kath. St. Johannes Nepomuk Kirche Eberbach bei Heidelberg
Orgelbauer:
Vleugels Orgelbau
Baujahr:
1972 / 2016
Datum des Erstbesuchs:
Mai 2025 / Juli 2026
Disposition und Spielhilfen
Elektrische große romantische Vleugels Link Orgel Kirche kath. St. Johannes Nepomuk Kirche Eberbach, Baden, Odenwald, Rhein-Neckar-Kreis, 3 M, 57 R, 3800 Pfeifen, Schleifladen, Chamaden, Glockenspiel Carillon
Die schöne Krallen-Orgel mit spanischen Trompeten in brillanter Akustik: Sie ist eine der größten Orgeln in Baden, Erzdiözese Freiburg.
2016 wurde die große Orgel durch Gebrüder Link neu intoniert und erweitert mit mobilem Spieltisch auf der Empore unter der Orgel und mit großer Setzeranlage. Es ist meine 7. Vleugels-Orgel.
Sie hat zwar keine Walze, aber geniale Chamaden: spritzig, mächtig, kernig. Dazu einen sensiblen Schweller, der nicht quietscht noch klopft.
Die große rote Kirche im idyllischen Eberbach mit Fachwerkhäusern hat 2 Türme und große Glocken.
Die Stadt Eberbach im Rhein-Neckar-Kreis besitzt ca. 15.000 EW und liegt nah bei Heidelberg. Im Nachbarort Hirschhorn (Hessen) habe ich schon ein paar Mal gespielt. Nun freue ich mich auf den Eberbacher Orgelsommer.
Die Orgel ist etwas zu gross für den Raum; wurde von Link enorm erweitert; die Chamaden aber sehr angenehm. Sie wird von Link betreut jedes Jahr.
Die Katholiken sind hier in der Diaspora.
HW I
Gedacktpommer 16′
Principal 8′
Flöte 8′
Viola 8′
Octave 4′
Spitzflöte 4′
Quinte 22/3‘
Superoctave 2’
Sesquialter 2f
Mixtur 5f 11/3‘
Carillon 1/4‘
Cornett 6f 8′
Trompete 8′
Trompette en chamade 8’
Positiv II
Holzgedackt 8′
Salicional 8′
Quintade 8′
Principal 4′
Rohrflöte 4′
Nazard 22/3‘
Octave 2’
Hörnlein 13/5‘
Quinte 11/3‘
Scharffzimbel 4f 1’
Stahlspiel 2f 1/9‘
Krummhorn 8’
Tremulant
Schweller III
Principal 8′
Metallgedackt 8′
Gambe 8′
Schwebung 8′
Octave 4′
Nachthorn 4′
Rohrnasat 22/3‘
Blockflöte 2’
Terz 13/5‘
Septime 11/7‘
Octävlein 1′
Plein jeu 3-5f 2′
Fagott 16′
Trompete 8′
Oboe 8′
Clairon 4’
Tremulant
Pedal
Untersatz 32′
Principalbass 16′
Subbass 16′
Holzoctave 8′
Violon 8′
Gedacktpommer 8′
Quintgedackt 51/3‘
Choralbass 4’
Terz 31/5‘
Waldflöte 2′
Bauernschall 2f 2’
Hintersatz 6f 22/3‘
Posaune 16′
Trompete 8′
Klarine 4’



Spielhilfen & Koppeln |
II/I, II/I (Sub), II/II (Sub), III/I, III/I (Sub), III/II, III/III (Sub), I/P, II/P, III/P, III/P Super
Setzeranlage |
Klang und Akustik

Wundervoll brillante Akustik.
Besonders schön: Die Pedalfarben: Tiefe Terz, tiefe Quinte, gleich zwei Mixturen, Hintersatz 32, Posaune 16, Clarine 4, Trompete 8, insgesamt wundervolle Zungen. Glitzernde Akustik. Angenehmer, breiter Aufgang, warm und easy. Faszinierende Setzeranlage mit Aufnahme-Möglichkeit. Butterweich zu spielen.
Wunderbares Glockenspiel im dritten Manual: 12 Glöckchen perlen. Das dritte Manual gefällt mir auch deswegen besonders gut, weil man ein schönes Cornett formen kann, sogar ein Super Cornett mit Septime und Oktävlein 1 – das hier wirklich zur Geltung kommt.
Persönliche Note


Super schön, hier zu spielen. Mit einem Handy kann man die Lichter der Kirche gestalten und auch die Orgel bunt stellen. Vorne gibt es eine hübsche Chor-Orgel mit Pedal von Tzschöckel.
Die farbige Fenster-Rosette leuchtet hinter der großen Orgel, deren Pedaltürme in Krallen stecken. Die Säulen der Kirche erinnern mich an Keks-Stangen in Eisbechern.
Das große Pedal ist reich bestückt.
Ich bin im idyllischen Eberbach angekommen in der roten Kirche. Und mag es, dass die Vleugels kernige, spritzige Chamaden hat, dazu Carillons in allen Manualen, einen sensiblen Schweller, 16-Füße und Tremulanten in fast allen Manualen und eine brillante Akustik. Freier Spieltisch. Übersichtlich.
Trotz Setzeranlage ist mir wichtig, auch bei Liszt immer wieder spontan entscheiden zu können. Die schöne Krallenorgel kommt einem hier auch sehr entgegen. Ich registriere und mache alles allein.
Es ist nur leider sehr heiß auf der Empore. Unten ist es angenehm.
Presse kommt. Chamaden sind frisch gestimmt.
Das Konzert wird nach unten gebeamt. Eintritt: 10 €
Mein Konzert gestern war sehr schön, gut besucht trotz Hitze und aufgenommen. Es war kein Eberbacher Orgelsommer so heiss wie dieses Jahr. Die Wärmebelastung quälte stark auf der Empore, denn ich war bereits den ganzen Tag da oben. Sauna-Feeling. 30 Grad.
Ich merkte die Wärme nach einigen Stunden vor allem auf den Augen, die schwer werden – und meine Augen brauche ich ja unbedingt beim Orgelspielen. Es sind Hände, Arme, Beine, Füße, Augen, Gehirn… Auch die Orgel weiß nicht, wie ihr geschieht.
Manchmal hatte ich auch das Gefühl, meine Konzentration schmilzt.
Meine Hände aber schwitzen nie, sind immer trocken und samtig.
Beim Orgel-Üben und Registrieren verliert man oft völlig die Zeit. Ich bin im Winter auch schon mal fast erfroren, bevor ich geholt wurde. Was angenehmer ist, als zu verglühen.
Unten war es wesentlich kühler, und da sassen die Menschen schon mit Fächern.
Ich verbeugte mich unten und bekam Standing Ovations.
Ich verstehe nicht, warum manche Menschen unter der Orgel-Empore sitzen. Das ist klanglich der schlechteste Ort. Die Tendenz, sich irgendwo hinten hin zu verkrümeln, anstatt in der Mitte zu sitzen, wo es am besten klingt, kann ich nicht nachvollziehen. Man sieht mich zwar auf der Leinwand. Aber es geht doch um den Klang! Wir sind doch nicht in der Schule, sondern im Konzert.
Anschliessend gingen wir essen, draußen war es ja mittlerweile angenehm.
Ich spiele eigentlich nie „zu laut“, sondern registriere die Orgel spannend und ungewöhnlich und schlank. Meine eigene Komposition kam nach Liszt besonders gut an.
Liszt macht für die Spielerin haptisch viel Spaß; er ist aber nicht für jeden Zuhörenden etwas. Abgesehen davon, dass man denken könnte, der gute Franz hätte einen Albtraum von B-A-C-H gehabt, aus dem er nie erwacht, so ist das „Finstere“ für den Organisten durch das Trainieren der Virtuosität in den Hintergrund getreten. Sie „gewöhnt“ sich dran. Ein sensibles oder unbedarftes Publikum trifft das Düstere aber direkt und frontal.





Großes schönes Instrument! Freue mich!
Klasse