Müller Orgel Quellkirche zu Güttersbach Mossautal Südhessen Odenwald
ev. Quellkirche (1290)
Orgelbauer:
Friedrich Heinrich Müller (Heidelberg)
Baujahr:
1740 / 1950 / 2025-2026
Datum des Erstbesuchs:
September 2026
Disposition und Spielhilfen
Historische hellblaue Müller Orgel Quellkirche zu Güttersbach Mossautal Südhessen Odenwald, 1 M, 10 klingende Register, Denkmalorgel
Die hübsche Kirche hier in Hessen ist eine der ältesten Kirchen im Odenwald. Die kleine Dorfkirche wurde 2023 / 2024 frisch saniert, was man sofort sieht: die grünen, weißen und roten Farben leuchten, alles sieht frisch und gepflegt aus, wie ein Schmuckkästchen präsentiert sich die Kirche. Hier steht die original erhaltene Barockorgel.
Die tonnendicken Mauern sind sehr alt, was man auch um die Fenster herum sieht.
Auf der Westempore steht die niedliche kleine historische Orgel von 1740 mit ihren alten Pfeifen. Es ist meine erste Müller-Orgel. Die Kirche wurde bereits ab 1668 dokumentiert renoviert, und zwar auf den Innenmauern im Chorraum.
Die Kirche im Mossautal wurde im Hochmittelalter direkt an oder über einer natürlichen Quelle erbaut, daher heißt sie Quellkirche. Sie wurde vor über 800 Jahren auf einer inzwischen trocken gefallenen Quelle gegründet.
Der Begriff “Quellkirche” ist im Odenwald auch für andere Kirchen gebräuchlich, bei denen Quellen entspringen oder entsprangen. Dieses Gotteshaus gilt als die älteste Kirche im südlichen Odenwaldkreis.
Die historische Müller-Orgel von 1740 in der Güttersbacher Quellkirche ist ein außergewöhnliches und überregional bedeutendes Musikdenkmal im Odenwald.
Die Orgel ist – bis auf eine sehr behutsame, spätere Erweiterung um ein Pedal – fast vollständig im Originalzustand erhalten geblieben. Das ist für Instrumente dieses Alters extrem selten!
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.



Links
Coppel
Mixtur
Octav 2 F
Viol di Gamb 4 F
Gedact 4
Rechts
Noli Me Tangere
(übersetzt: bitte nicht herausziehen. – Es passiert aber nichts, es ist leider nur leer und schweigend)
Gedact 8 F
Spitzfloeth 4m F
Quint 3 F
Principal 4 F
Pedal rechts
Octavbass 8 F
Subbass 16 F

Das barocke, einmanualige Instrument wurde 1740 von dem kurpfälzischen Hof- und Landorgelbauer Johann Friedrich Ernst Müller, teilweise auch als Friedrich Heinrich Müller dokumentiert, aus Heidelberg geschaffen.
Klang und Akustik


Das Instrument verfügt noch heute über die historische Werckmeister-III-Stimmung. Zudem liegt ihre Tonhöhe etwa einen Halbton höher als der moderne Standard-Kammerton, was ihr einen ganz eigenen, strahlenden barocken Klangcharakter verleiht.
Neben dem barocken Klang zeichnet sich die Orgel durch eine besonders kunstvoll gearbeitete, geschmückte, historische Tastatur aus.
1950 versetzte die Orgelbaufirma Gebr. Link das Instrument auf die Westempore und ergänzte ein separates Pedal mit eigener Windlade. Seither verfügt die Orgel nicht über 8, sondern über 10 klingende Stimmen.
Die 8 erhaltenen Manualregister zeichnen sich durch einen direkten, silbrigen und strahlenden Barockklang aus, verstärkt durch die originale Werckmeister-III-Stimmung.
Persönliche Note


Ich liebe den Odenwald mit seinen kostbaren, verborgenen Schätzen. Ich liebe es, diese wertvollen Orgeln zu dokumentieren und hier zu spielen.

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