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Jehmlich Orgel Budapest

Jehmlich Orgel St. Annenkirche Budapest Ungarn

kath. Pfarrkirche St. Anna in Buda (1740)

Orgelbauer:

VEB Jehmlich Orgelbau Dresden opus 1047

Baujahr:

1985 / 2017

Datum des Erstbesuchs:

August 2026

Disposition und Spielhilfen

Schöne große Jehmlich Orgel op. 1047 kath. St. Annenkirche Budapest Ungarn, 3 M, 40 R, Schweller, Walze, Zimbelstern, Schleiflade, Setzeranlage, edles Rückpositiv

Die bedeutendste St.-Annen-Kirche mit einer berühmten Orgel in Budapest ist die barocke St. Anne Church am Batthyány-Platz (Batthyány tér 7) im Stadtteil Buda an der Donau.

Ihre prachtvolle Hauptorgel in brillanter Akustik und auf der Empore wurde 1985 von der renommierten deutschen Orgelbaufirma Jehmlich (Dresden) in einem historischen Barockgehäuse erbaut und zählt zu den schönsten Orgeln des Landes.

Angestrahlt unter unter einem riesigen blauen Deckengemälde aus dem 20. Jahrhundert steht die Orgel mit ihren unzähligen musizierenden rosa Engeln und goldenem Schnitzwerk. Der weiße Engel auf dem Rückpositiv spielt Harfe. Viele hören ihm zu.

Ich hatte das Gefühl, ich bin Teil des Deckengewölbes. Diese Kuppeln sorgen für eine geniale Akustik.

In der großen Kirche mit zwei hohen Türmen, von Ferne zu sehen,  Felsővízivárosi Szent Anna-templom, Batthyány tér 7, 1011 Budapest, steht die große Orgel auf der Westempore. Die Türme haben eine grüne Haube.

Das mechanische Instrument mit wunderbaren Zungen und Tremulanten vereint sächsische Orgelbautradition in einem originalen Barock-Orgelfachwerk und wird regelmäßig für Konzerte und die Kirchenliturgie genutzt.

Das Instrument besitzt 40 Register auf drei Manualen und Pedal und fügt sich klanglich hervorragend in den prachtvollen sakralen Raum: Erbaut zwischen 1740 und 1761, eines der schönsten Barockgebäude Budapests mit Blick auf die Donau und das Parlament.

2017 erfolgte eine Generalreparatur, Intonation, Reinigung und Stimmung der Orgel durch die ungarische Orgelbaufirma BKM.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Es ist meine 40. Jehmlich-Orgel.

RP I

Holzgedackt 8’

Principal 4’

Rohrflöte 4’

Waldflöte 2’

Larigot 1 1/3’

Scharf 3fach

Cromorne 8’

Tremulant

 

HW II

Pommer 16’

Principal 8’

Hohöflöte 8’

Salicional 8’

Octava 4’

Nachthorn 4’

Gemsquinta 2 2/3’

Superoctava 2’

Mixtura 5fach

Trompete 8’

SW III

Hornprincipal 8’

Rohrflöte 8’

Spitzgambe 8’

Vox coelestis 8’

Violprincipal 4’

Koppelflöte 4’

Sesquialtera 2fach

Blockflöte 2’

Sifflöte 1’

Nonacymbel 4fach

Schalmey 8’

Clairon 4’

Tremulant

Pedal

Principalbass 16’

Subbass 16’

Octavbass 8’

Bassflöte 8’

Choralpfeife 4’

Grosscornett 5fach

Posaune 16’

Trompete 8’

Die wertvolle Kirche besitzt 25 Ölbilder der Wagenschön-Werkstatt von 1760, Barockbänke, Kapellen, Schmiedeeisengitter von Ignatius Pugl von 1752.

Das achteckige Schiff hat zwei Seitenkapellen; das Kuppelfresko ist von 1938. Andere Kuppelfresken sind von 1772. Die unglaublich schöne Kanzel ist von 1770.

Die Kirche ist mystisch dunkel und meist abgeschlossen. Es war sehr schön, die Atmosphäre in ihr einsam zu genießen.

Hinter der Kirche ist das ehemalige Kloster, das ich besuchen durfte. Hier wohnen noch einige Priester. Einige sind schon gestorben. Die Gänge sind voll mit schönen Gemälden, Teppichen und Figuren. Das Restaurant The Spot wird von der Kirche aus vermietet; ich habe hier gegessen; es war sehr lecker. Typisch hier ist ungarisches Gulasch, Chicken Paprika, Stew…

 

Spielhilfen & Koppeln

III/I, III/II; I/II; I/P; II/P; III/P

32 Setzerkombinationen

Pleno

Zimbelstern

Pistons

Zungenabteller einzeln

Crescendo-Walze

Walze Jalousieschweller

 

Klang und Akustik

Es sind diese Art Registerwippen, die leuchten und die man oben antippen muss, damit sie ausgehen. Der Schweller ist laut, wenn er unten ist.

Die erste Orgel hier war von 1727, eine kleine tragbare Orgel von der Krönungskirche, der heutigen Matthiaskirche.

1720 begann der heutige Bau der Annenkirche. Die neue Orgel hatte 7 Register und wurde 1743 saniert von dem bekannten Orgelbauer Janos Staudinger (+1764). 1765 rief man József Fückl zur Reparatur der Orgel.  Doch die 7 Register-Orgel war zu klein geworden. Der Erbauer des Instrumentes ist leider unbekannt.

Die nächste Orgel kaufte der Budaer Stadtrat, die Überführung und Aufstellung der Orgel übernahm 1784 der Budaer Orgelbauer Xaver Ferenc Puhob. Um 1800 wurde sie umgebaut; in die Brüstung wurde von József Herodek ein Rückpositiv eingebaut. Auch der Name dieser Orgel ist nicht bekannt.

1923 baute die Orgelbaufirma Jozsef Angster & Sohn aus Pécs (Fünfkirchen) als op.982 eine neue pneumatische Orgel mit 19 Registern auf 2 Manualen und Pedal in das alte barocke Orgelgehäuse.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Orgelempore von einer Bombe getroffen, dabei wurde die Angster-Orgel leider zerstört. Nur das Orgelgehäuse blieb leer stehen.

Deutschland beschloss, der Annenkirche eine neue Orgel zu schenken. Der VEB Jehmlich Orgelbau Dresden sollte die Orgel erbauen.

1979 wurde das Orgelgehäuse renoviert, das Barockgehäuse rekonstruiert und wieder aufgebaut.

Erst 1985 kam die langersehnte Orgel. Sie steht in beeindruckender Akustik.

Ich hätte gern die pneumatische ungarische Orgel mit ihren schönen Farben kennengelernt. Sie hatte wohl einen französischen Touch und sehr schöne Streicher.

Die neuen Jemlich-Pfeifen stehen nun im alten Gehäuse.

Die Tremulanten sind einstellbar, der Zimbelstern fliegt und klingelt angenehm. Das Pedal ist reich bestückt.

Persönliche Note

Budapest an der majestätischen Donau ist eine geniale Stadt. Ich wohne in Pest, nahe meiner Lieblingsbrücke, der grünen Freiheitsbrücke.

Gegenüber ist der wunderbare Gellert-Berg, auf den ich lief bis zur Freiheitsstatue, einer Frau, und dem großen Kreuz.

Empfehlen kann ich auch die große Markthalle, das weiße Nationalmuseum, die Burg mit ihrem Viertel, Cafes und Restaurants darum, Schifffahrten nachts auf der Donau, wenn alles erleuchtet ist und das große Parlament wie eine Feuerkugel aussieht. Das wunderbare Szechenyi-Bad. Die Basilika. Und natürlich die gelben Trams, die an der Donau entlang fahren.

Budapest erscheint mir eine reiche Stadt zu sein; überall fahren dicke deutsche Autos; die Preise sind durchgehend teuer; dennoch verdienen Kirchenmusikerinnen hier so gut wie nichts.

Es ist mein zweites Mal in Ungarn; aber mein erstes Mal in Budapest.

Sehr schön: Die Kirche bekommt jetzt eine zweite Jehmlich-Orgel als Chororgel für ein paar Millionen Forint für die weiße Brüstung vorne, aus Stralsund, 1 M, 4 Register, angehängtes Pedal. Sie wird saniert und Anfang September 2026 geliefert.

Durch die zwei Kuppeln – Doppelkuppeln – ist die Akustik einfach himmlisch!

Insgesamt gibt es 7-10 Organisten an der Kirche, dazu Chöre und Orchester.


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