Startseite Nach oben

Manderscheidt Goll Orgel Luzern, Schweiz

kath. Franziskanerkirche, Schweiz

Orgelbauer:

Sebald Manderscheidt/Geisler/Goll

Baujahr:

1653/1734/1988

Datum des Erstbesuchs:

7.12.2021

Disposition und Spielhilfen

Manderscheidt Goll Orgel Luzern: Schöne, schlichte Kirche in der Altstadt, mit Graf von Sursee-Chor-Orgel, mitteltönig, ich nenne sie die verborgene Harry-Potter-Orgel.

Hauptorgel:

Zentralschweiz, kath. Franziskanerkirche St. Maria, Luzern, schönes Orgelgehäuse von 1652-53 von Niklaus Geisler aus meiner Heimat (Schweinfurt bei Würzburg), Skulpturen von Kaspar Roth. Von Orgelbau Goll 1986-1988 nach Manderscheidts Disposition restauriert. War früher auf dem Lettner, nun auf der Westempore seit 1743. Rekonstruierter Blasebalg neben der Orgel. Manderscheidt war der Gehilfe vom Johannes Geissler. Danke an Freddy aus London.

Sebald Manderscheidt war der Gehilfe von Orgelbau Johannes Geissler.

Hauptwerk

1 Grossgedackt 16‘

2 Principal 8‘

3 Secund Prinzipal 8‘

4 Hohlfleuten 8‘

5 Fiffera 8‘

6 Oktav 4‘

7 Fleuten 4‘

8 Superoktav 2‘

9 Fleuten in Quint 2  2 / 3‘

10 Sesquialtera    2fach 2  2 / 3‘ + 1  3 / 5‘

11 Trompeten 8‘

12 Zimbl   3fach

13 Quinta 1  1 / 2‘

14 Quindez 1‘

15 Mixtur

Brustwerk

16 Coppl in Holz 8‘

17 Fleuten 4‘

18 Waldfleuten 2‘

19 Regal 8‘

20 Oktav 1‘

 

Rückpositiv

21 Spitzflöte 8‘

22 Fleuten 4‘

23 Oktav 2‘

24 Zimbl

25 Tremulant (mit Kuckuck)

26 Prinzipal 4‘

27 Hörnlin

28 Krumphorn 8‘

Pedal

29 Prinzipal 16‘

30 Subbass 16‘

31 Oktav 8‘

32 Oktav 4‘

33 Mixtur

34 Trompeten 8‘

35 Posaunen 8‘

 

Wunderschöne Schiebekoppeln.

Pfeifenmaterial der historischen Orgel aus dem Jahr 1653. Das Instrument hat 34 Registern auf drei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch.

  • Koppeln : I/II, III/II (jeweils als Schiebekoppeln), I/P, II/P, III/P
  • Nebenregister: Tremolant
  • H = originales Pfeifenmaterial von 1653

Klang und Akustik

Klingt sehr schön sowohl mit italienischen (Fiffera), deutschen und französischen Klängen. Zarte Akustik, warmherziger, voller Klang.

Persönliche Note

Schöne flache Stuckdecke mit Deckengemälden, Seitenaltäre der Chorbögen, Altar 1628 von Niklaus Geisler (Schweinfurt, ganz nah bei Würzburg), Fahnenzyklus an den Wänden, Chorgestühl von 1647. Unfassbar schöne historische Chororgel (1 M) von 1650, 1990 von Orgelbau Graf in Sursee restauriert. Sie ist verborgen und klingt voll Kraft.

Draußen Weihnachtsmarkt.

Luzern ist eine soo wunderschöne Stadt in den Voralpen in der Zentralschweiz an der Reuss, halb so klein wie Würzburg und geradezu lieblich. Alles ist weihnachtlich geschmückt, besonders die Brücken und die Altstadt und der Fluß und der See. Abends ist es besonders schön. Das Land lässt sich wegen „Corona“ nicht von Weihnachten abhalten. Hübsche Weihnachtsmärkte, Fischmärkte, Gemüsemärkte, und überall ist Trubel und Treiben. Die Schiffe auf dem See sind unfassbar und überladen geschmückt. Die Hofkirche bimmelt. Die Seebrücke ist in eine riesige Lichterkette gehüllt. Ich habe heute einen sonnigen, warmen, perfekten Tag erwischt. Alles kristallklar: Das Wasser, die Berge, die scharf gestochen und weiß vor Schnee hinter den Kirchen auftauchen, so nah zum Greifen. Die Schweizer sind höflich und wohlerzogen. Vor allem aber wimmelt die Stadt von Italienern. Zwischendurch dachte ich echt, ich bin in Italien, und habe starkes Fernweh bekommen nach dem Süden und Meer. Auf den Märkten gab es Käse und Lachs. Überall gibt es warme Ovolmatine und Caotina, was ich liebe, und Schweizer Schokolade, und in den schönen Restaurants an der Reuss wurde Raclette und Fondue angeboten – ganz normal! Fondue ist hier Bergkäse mit Knoblauch und Alkohol. Ich habe den einzigen Strandkorb erwischt und mich dort häuslich eingerichtet. Die Schweizer Damen, die vorbei kamen, sagten: Ach, wie herzig.

Es war warm wie am Meer. Vor mir war die Jesuitenkirche und die Kapellbrücke (die einmalige Holzbrücke). Luzern ist katholisch. Später am Tag tauchte noch eine Blaskapelle mit Drums auf, die richtig gut spielte, unter anderem Lieder von Robbie Williams. Ich saß da dann oben auf dem Balkon und dachte: Hier feiern die Leute das Leben. Musik hat so eine Macht. Alle strahlten, die Kinder tanzten. Blasmusik ist echt was Schönes. Mir kamen die Tränen.

Ich war bei Freddy in der Franziskanerkirche und habe geübt. So eine schöne Orgel. Es ist eine von Goll 1988 restaurierte Sebald Manderscheidt Orgel, also eine historisch restaurierte mit 3 Manualen, und es ist möglich, alt-französische, italienische und deutsche Werke (Ritter geradeso wegen Tastenumfang) zu spielen. Sogar Vierne Lamento habe ich probiert. Ging. Besonders schön aber ist die historische Chororgel. Sie ist völlig versteckt im Chorgestühl, von unbekannter Herkunft, wird aufgeklappt und hat dann eine enorme Power.


4 Antworten auf “Manderscheidt Goll Orgel Luzern, Schweiz”

  1. Alexander Abs

    Diese Manderscheid- Goll- Orgel in Luzern verfügt in der Tat über eine Menge Register, die einen relativ zarten, dennoch keinesfalls schwachen und sehr abwechslungsreichen Klang bieten. Wer würde, nachdem er Ann- Helena Schlüters klare und begeisterte Worte gehört hat, nicht einmal auf diesem Instrument spielen wollen?

  2. Der Beginn einer INTERNATIONALEN Orgelsachverständigen Karriere. Inkl. ALPENLÄNDISCHRR Vorweihnacht. Das verhindert auch kein noch so unmusicches Virus. Grenzenlose Eurovisionen. Mit Franken unbezahlbar.

  3. Andreas Friedrich

    Sehr präsentative Vorstellung dieser wunderbaren Luzerner Orgel. Besonders eindrucksvoll gelingt die persönliche Vorstellung im Orgel Vlog Luzern Video. Einfach großartig und mit viel Herzblut aufgenommen. Super Orgel-Information!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.