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Ann-Helena Schlüter

Jedesmal, wenn man Dingen auf den Grund gehen will, findet man sich einem Ungeheuer mit drei Köpfen gegenüber: Vorurteil, Aberglaube, Machtgier. (Henry Miller)

Wahrscheinlich sind es noch mehr Köpfe. Offenbar muss man ans Ende von Illusionen angelangen, um einen neuen Typus an Kunst zu bilden, um zu erkennen, wo man Utopien erlegen ist. Aber es gibt auch Alternativen zur Katastrophe: Sich das Heilige bewahren. Egal, auf welchem Niveau andere sich bewegen.

Das Abhören von Klang und den eigenen Geschmack sichern und kennen, in einem Dschungel von Geschmäckern, das ist spannend. Dabei das Profane und das “sich wie King Kong auf die Brust trommeln” zusammen mit Allmachtsphantasien, die viele Organisten haben, außen vor zu lassen und das Heilige und Spirituelle wie Feuer oder ein Regenbogen (wie Messiaen in Le Banquet) in sich aufnehmen und vermitteln, an das Publikum – das ist das, was mich interessiert. Die (geistliche) (geistige) Kunst. Das Musikalische. Diese Verbindung zum Publikum ist real.

Mein Vorbild ist dabei die Sonne. Sie ist ruhig und scheint sich dennoch zu bewegen, ein Ausbund von Energie und dennoch ein glühender Ruhepol. Sie glüht nach allen Seiten und ist doch fixiert. Ich habe die Farbe Gelb und die Sonne schon als Kind geliebt.

Es ist ein Aha-Erlebnis, Klang unten im Kirchenraum zu hören. Es kommt mir vor, als würde sich derselbe gespielte und oben gehörte Klang unten mit der Luft mischen und ein ganz neues Gebilde ergeben. Mutierter Klang. Es ist unerlässlich, unten zu hören und zu zweit zu sein. Erst auf diese Weise lernt man ORGEL kennen. Die Vielfalt. Orgel ist nicht nur: die eine, die gleiche Orgel spielen. Das ist nicht Orgel oder Organistin sein. Das ist viel zu wenig, um bei der Orgel zu landen, gar zu enden.

Sondern die vielen neuen, fremden, verschiedenen Gesichter der Orgel in ihren Facetten und Ausformen und Städten und Standpunkten und damit Orgel wirklich kennen. D.h. sich immer wieder sofort abzuwechseln im Hören und Spielen und wieder sofort hören und selber spielen und gemeinsam tausend mal rauf und runter steigen.

Überhaupt ist das Unten-Abhören elementar wichtig. Fast noch wichtiger oder genauso wichtig wie das Spielen. Meine Ohren saugten sich heute hinein in den Klang in Hamburg, in einem Flow-Erlebnis. Alles andere wurde unwichtig. Über mir wölbte sich die wunderschöne St. Johannis.

Heute hatte ich auch wieder Dirigieren. Es war phänomenal. Dirigieren ist so vielschichtig, es geht auch um beidseitges Lernen, Psychologie, allgemeine Erkenntnisse über Musik und Kunst, Lebenserfahrung, Körpergefühl, Menschenkenntnis. Und naja, die Theorie und die ganz normalen Werkstattbausteine, die Technik, das Pragmatische. Bevor es ans Spirituelle und Kreative geht. Hier möchte ich auch eine Sonne sein. Wichtig dabei ist, dass man oben weich, flexibel, rund, nicht eckig –  und unten standhaft ist, nicht umgekehrt, nicht unten zu tänzerisch, was automatisch Festigkeit oben zur Folge hat. Frank ist ein unglaublich guter Lehrer und wie ein Freund.

Wahre Anekdoten mit Orgelprofessoren, Teil 4:

– Ist es bei dir auch so, dass du am Montag, am Dienstag, am Mittwoch, am Donnerstag jedesmal eine andere Registrierung möchtest, und was dir gestern gefallen hat, dir heute nicht mehr gefällt?

– Nein. Ich glaube, das ist ein typisch weibliches Problem.

Fahre nun heim von Hamburg. Ich liebe diese Hochschule!

Drinnen hat der Himmel Sitz, im Plenum zwischen Licht und Pfeilern. (Marianne Eichholz)

Sehr schön. Ich hätte geschrieben, im Plenum zwischen Licht und Pfeifen. Vor allem in Katharine in Hamburg. Obwohl die Obertasten des Pedals hoch sind, gewöhnt man sich doch gut. Ich liebe die Quintadena im RP, überhaupt das RP-Plenum. Wenn man oben sitzt, denkt man, das Pedal sei zu laut. Und wenn man unten hört, ist es genau umgekehrt, das Pedal ist zu leise. Prinzipal 8 im RP hat enormen Wumms, ebenso die Quintadena. Sehr mag ich den leisen Dulzian 16 im Pedal. Oder die Schalmey 4 (Zunge). Im OW mag ich gern die Mischung von Zungen- und Flötenchor als Solo, besonders Zinke, dazu Gemshorn 2 und Nasard 3. Das Koppeln für ein sattes HW-Plenum ist auch schön. Und  die Vierfußflöten, alle sind wunderschön. Nur für mein Werk habe ich das BW verwendet. Hier sind die Register oben an der Decke, Quintadena 4, Regal und Scharff, 8, 4… Wenn man die Orgel ausschaltet, muss das Licht rot leuchten. Das kann man leicht verwechseln.

Das Intercityhotel Hamburg ist ganz angenehm, ich war da schon zuvor.

Nun spiele ich mich an der Marcussen-Mühleisen-Orgel in Hamburg Harvestehude St. Johannis ein, eine schöne Orgel, völlig anders, spätromantisch, wunderschöner Prospekt, 150 Jahre alt, mich sehr erinnernd an die Sauer-Orgel Mönchengladbach, drei Manuale. Hohes, verziertes Schiff, tolle Akustik, und am Spieltisch ist zudem viel lustiger „Firlefanz“ möglich (u.a. mit Synthesizern). Man darf mit meinen flinken Fingern nur nicht auf die gefährlichen Setzerknöpfe zwischen den Tasten kommen. Im Eifer des Gefechts.

Hübsch ist auch die Führer-Orgel im OS. Drei Orgeln an einem Tag.

Heute las ich zufällig Karin Huffzky in der Bib. Sie schreibt 1979, dass Männer sich als „Interpreten der Moral und der Hüter der Ordnung kennen“. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Dass in unserer Gesellschaft eine Vergötterung des Mannes herrscht, trotz aller Verbrechen, der Mann, der sich selbst vergöttert. Das stimmt auch 2021. Und von Vorurteilen gegenüber Frauen. Nun weiß ich, dass es auch ernsthafte, kluge, lustige und nette Männer gibt, die wirklich unterstützen. Wir leben schon in einer anderen Zeit, aber oft merke ich, wie sehr Frauen sich Männern fast wie instinktiv unterordnen, als wäre es ihnen so lange eingetrichtert worden, ich denke, vor allem aus Angst. Angst vor Stress, Streit, Attacke, vor der Aggression. Sie gehen lieber den leichteren, bekannten Weg des Nickens, Aufgebens, Schweigens.

Karl-Bernhardin Kropf schreibt mir nachts noch seltsame Emails. Wann hören die Belästigungen auf?

Manche Männer lästern tagsüber, und nachts haben sie offenbar ganz andere Phantasien. Manche Männer leben ihr Verschmähtsein und vielleicht sogar ihre Begierden auf aggressive Frauenfeindlichkeit nach außen aus.

Es ist Krafttraining fürs Leben, unangenehme Dinge, die getan werden müssen, zu tun. (AHS)

Ich bin in Hamburg, es ist wieder sehr schön.

Hinter die Bezahlgrenze wandern immer die Artikel, die auf großes Interesse stoßen, die Mainpost ist ja ein Wirtschaftsunternehmen, verstehe ich: Interview Mainpost Ann-Helena

Es haben mehrere diesen Artikel versucht zu posten in der Kirchenmusikgruppe von facebook, aber jedesmal haben die Hater “zugeschlagen”: Manche bellten wie ein getroffener Hund (dabei flog mancher auf, denn er wusste scheinbar sofort, dass er gemeint ist?), Schmitz hat an Mitglieder aufdringliche Verleumdungs-PNs (persönliche Nachrichten) geschickt, die mir diese weitergeleitet haben, zum Beispiel Andreas Kling. Daraufhin, als Schmitz aufflog, hat sich jemand mit einem Fake-Account eingeloggt, wie es ja auch im Strupat-Forum üblich ist, und hat mit Pseudonym weiter gestänkert. Die Admin Beate Winkler und der Gründer Ansgar Kreutz der Kirchenmusikgruppe schauten zu, wie fake-Accounts dort lästern. Und Läster-PNs geschrieben wurden. In keiner anderen Gruppe wäre so was möglich. Diese Leute würden gesperrt werden. Aber in dieser Gruppe haben die lästernden Laien sogar das Sagen. Das Macho-Gerede ist auch groß in dieser Gruppe.

Gestern war wieder viel Hass und Schlammschlacht in der Kirchenmusik-facebook-Gruppe, eine Gruppe, die die Kirchenmusik in Deutschland abbildet? Einige haben die Gruppe verlassen, weil das Stänkern so schlimm geworden ist. Christoph Bornheimer behauptete dort gestern massive Attacken gegen mich, ich musste ihn anzeigen und abmahnen, auch wegen seines fehlenden Impressums. Jan Wilke behauptete, ich würde nur Aufmerksamkeit haben wollen. Alles wurde abfotografiert. Es ist eine bösartige Szene in meinen Augen, die Kirchenmusikhochschule in Heidelberg, da gab es viel Streit und Lästern, unter dem ich wirklich litt. Ich habe dort kaum atmen können. Eine Studentin hat sich das Leben genommen und sich im Kleiderschrank erhängt. An ihrer Beerdigung hatte ich Prüfung. Aber selbst an diesem Tag gab es kein Einsehen der Beteiligten, es war nach wie vor eine unfreundliche, schlimme Atmosphäre. Ich kannte diese, die sie ausgegrenzt haben, u.a. Studenten von Jan Wilke und Christoph Bornheimer. Das war mein erster Kontakt mit einer Kirchenmusikhochschule. Ich habe mich nach einer staatlichen Hochschule zurückgesehnt. In all meiner Hochschulzeit, und ich studierte in sehr vielen im In- und Ausland, war meine erste und einzige Kirchenmusikhochschul-Erfahrung die mit Abstand schlimmste, was Hochschulen angeht. Umso schlimmer, dass es eine kirchliche war! Alle anderen Hochschulen waren super. Jan Wilke und Christoph Bornheimer waren damals schon nicht nett zu mir. Jan Wilke hat mir katastrophale Insider berichtet, die ich vorher nicht hatte wissen können. Jeder schien dort Dinge über mich zu wissen, die ich nie erzählt hatte. Man konnte sich nicht bewegen, ohne dass jemand alles über einen herausfinden wollte, fand ich. Ich konnte mich kaum auf die Musik konzentrieren.

Im Grunde scheint es eine Haß-Liebe zu sein, was Hater für mich haben. Wahnsinn. Der Neid treibt seltsame Blüten, auch bei anderen Leuten dieser Gruppe.

Und da ist ein Markus Wilke (bei Siemens) und Thomas Engler, der es schade findet, dass nicht er, sondern ich so viel Raum bekomme. Sehr viele sind wie Fähnchen im Wind, finde ich. Sagt der eine X, sagen sie auch X. Sagt jemand Y, sagen sie auch Y. Benjamin Frensel, der offenbar mehr Macht in dieser Gruppe möchte, erscheint mit ebenfalls so ein Fähnchen zu sein. Das geht innerhalb von Sekunden, dass die Seite gewechselt wird. Dabei sharen/teilen ich oder Fans nur meine Videos oder Interviews von mir. Meine Seite ist fast zusammengebrochen, weil so viele meinen Blog lesen. Ich bekomme alles als pdf und Fotos zugeschickt und dokumentiert, was in dem Forum und fb abgeht, und lache manchmal auf, wie böse das ist. Irgendwie kreisen die um mich. Wie sagte mir jemand: Ich hätte die Motten aufgeschreckt. Ich melde mich da nie an, in diesem sogenannten “blauen Forum”.

Dass Leute wie Küchler-Blessing und Karl-Bernhardin Kropf und andere solche Foren seit Jahren nutzen, und wie sie sie nutzen, dass sie dieses Forum aktiv nutzen und verteidigen, ein fast reines Männerforum, wo Sexismus, Lästern und Abwerten an der Tagesordnung zu sein scheinen, und dass sie Unbekannte wie Jürgen Strupat als Admins den Kopf hinhalten lassen, damit sie selbst evtl. gedeckt sind, weil es ja “eine Kasse gibt bei Klagen” – das finde ich erschreckend, damit wird die ganze Kirche, in der sie angestellt sind, beschmutzt: Ich frage mich, wie viele Domorganisten und Orgelprofs mit einem Deckmäntelchen hier mobben. Die brauchen die Kleinen, Unbekannten, Harmlosen, Arglosen und Laien als Admins und „Zulieferer“, denn sie selbst wollen die Verantwortung nicht übernehmen, wie mir scheint.

Ich glaube, dass die deutsche Kirchenmusikszene durch dieses Verhalten dieser Männer, die mobben und lästern, dem Verfall preisgegeben ist und einmal Rechenschaft ablegen muss. Wer geht schon in die Kirche? Wer will meiner Meinung nach heidnisch lästernde und meiner Meinung nach schlecht spielende Kirchenmusiker live hören?

Anbei meine neue CD und Bog bei Audite: Audite Front CD und Blog

Auch bei Audite Verlag schreibe ich einen Blog, einmal pro Woche, aber nicht so ausführlich oder täglich wie hier.

Auch hier: Audite Ann-Helena englisch

Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Kraft, sondern durch stetes Fallen. (Ovid)

Kraft ist Loslassen, ist Heiliger Geist. Diese neue Art von Kraft finden, das ist es. 

Auf der Seite audite bin ich nun auf der Startseite: Audite Startseite Künstlerin Ann-Helena Schlüter

Neue CD 2021 

Ganz neu der Mainpost-Artikel über Orgel, Fans und Hater im Netz: Ann-Helena Schlüter Mainpost Artikel über Orgel, Fans und Hater im Netz

Danke an Mathias Wiedemann!

Da der Artikel große Aufmerksamkeit bekommt, ist er ein Bezahl-Artikel, wird aber vielleicht auch mal kostenlos zu lesen sein, und es gibt bald pdfs und print, halte euch auf dem Laufenden. 

Erstaunlich ist, dass die Moderatorin der Kirchenmusikgruppe auf facebook von einzelnen dieser Hater so bedrängt wurde, dass sie die Kommentarfunktion zu diesem oben genannten Artikel ausgeschaltet hat, weil sie “sonst Ärger” bekommt (Zitat). 

Ich habe keine Namen genannt im Zeitungsartikel, was diese Männer erleichtert hat, beim nächsten Mal, dann, wenn alles geklärt ist, was wohl noch Monate dauern kann. Es gibt große Zeitungen, die interessiert sind. Es ist ja auch schlimm und unseriös, wenn eine Frau in der Kirchenwelt attackiert wird. Da schlagen die Wellen schon hoch. Das ist so richtig Anti-Kirche.

Kaum zu glauben, dass manche der Hater Töchter haben. Ob die wollen würden, dass deren Töchter von Männer-Hatern im Netz belästigt werden? 

Bedenklich finde ich die Leute, die schweigend mitverfolgen, ohne etwas zu tun. Ich glaube, die würden genauso weggucken, wenn jemand auf der Strasse vor ihrer Nase misshandelt wird. Kann man “neutral und sachlich” zusehen, wie jemand fertig gemacht oder zusammengeschlagen wird? Schweigen und Zusehen und ein Nichteingreifen ist auch Aktivsein. Besonders bei Sexismus in Foren, in denen es kein Impressum gibt. Daher sind Leute und Angestellte der Kirche, die sich seit Jahren in solchen Foren herumtreiben und “zusehen”, kein Vorbild, schon gar nicht für die Kirche.

Einer schrieb mir, dass es bei Organisten oft um Futterneid geht, nach dem Motto: “Warum wird jetzt sie eingeladen und nicht ich?” Vor allem die, die meinen, es würde immer nur um Tausch-Konzerte gehen. “Altherrenclub-Tausch-Konzerte…”.. liebe Zeit. Ich mache das nicht so. Ich spiele da, weil sie mich wollen. 

Ich glaube, manche denken auch, Frauen seien selbst schuld darin, gestalked, gedisst und beleidigt zu werden. Frei nach dem Motto: Wer einen Minirock trägt, muss damit rechnen, vergewaltigt zu werden. Wer Karriere macht in einer Männerwelt, muss damit rechnen, attackiert zu werden. Ist doch “normal”. Außer man bleibt still und leise in der Ecke. 

Morgen fahre ich nach Hamburg, ich freue mich. Zu Pieter van Dijk. HfMT Hamburg.  

Sehr empfehlen kann ich Pinimenthol zum Baden. 

Neu: Bach 

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12. Januar 2021

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Daß nicht vergessen werde,
was man so gern vergißt:
daß diese arme Erde
nicht unsre Heimat ist. (Eleonore Reuß)

Ach, was für ein wundervolles Kirchenlied von dieser Frau.

Ich freue mich, mit der Künstlerin Frau Maqsoodi (Tholey-Fenster) in Kontakt zu stehen. Sie ist super.

Heute habe ich mit der neuen Programmiererin meiner Webseite gesprochen. Es ist schön und wichtig, dass meine so große Seite regelmäßig gewartet und upgedatet wird. Das ist ja wichtig bei WordPress. Dazu neue Plugins, Hääändyversion… usw. Code is Poetry. Allerdings. Design und Programmierung ist eine Welt für sich.

Ich höre gern englische True-Crime-Stories auf YouTube beim Üben – ich weiß, eigentlich passt das nicht ganz zusammen, aber manchmal mache ich das, um mich bei Laune zu halten beim stundenlangen Üben. Außerdem liebe und vermisse ich die amerikanische Welt. Es wirkt so viel unkomplizierter und relaxter und ich denke gern an meine wunderwunderschönen Zeiten in den USA. Man muss nur vorsichtig sein, dass man nicht YouTube-süchtig wird – falls euch das auch so geht, jetzt, wo man nicht reisen kann. Allerdings reise ich wieder am Mittwoch, yuchu. Bis Freitag.

Die Diagramme und Grafiken für meine Dissertation gehen voran… Es scheint nur irgendwie kein Ende zu nehmen, weil mir immer etwas Neues ein- und auffällt. So, morgen kommt mein Link in der Mainpost UND ein neues Bach-Video, freut euch darauf.

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11. Januar 2021

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Ich bin auch nur ein Mensch, aber das geht vorbei. Dann werde ich ein Engel. (AHS)

Neue Komposition 2021: Kompositionen 2021

Ich mag sehr das Bachspiel von Wolfgang Rübsam.

Manche Werke spielt Walcha plötzlich erstaunlich virtuos. Sein Umgang mit den Tempi an der Orgel sind gewöhnungsbedürftig für mich. Da empfinde ich oft anders. Dennoch ist es äußerst interessant, zu hören, wie unfassbar unterschiedlich Organisten interpretieren. Solche Diskrepanzen und Unterschiede gibt es in der Klavierwelt nicht. Wie er wohl war? Wirklich so schwierig?

Ob daher diese Streitereien in der unfriedlichen Orgelwelt kommen? In der Klavierwelt sind die Dinge oft recht klar. In der Orgelwelt ist vieles upside down mit gravierende Geschmacksveränderungen über die Zeiten hinweg, was zu Attacken führt, wenn jemand / jefraud etwas anders macht oder aus der Reihe tanzt. Irgendwie lockt mich aber genau auch das. Die Suche nach dem Orgelklang.

Ich sitze wieder stundenlang an der Promotion. Oft etwas trocken. Das viele Denken ohne Musik ist mir oft ein Übel, ich habe das Gefühl, der Kopf braucht einen Dampfablasser. Ich kann nicht verstehen, warum Gott dies vergessen hat. Wohin soll all der Denkrauch, wenn das Gehirn kocht? Selbst ein Schnellkochtopf kann sich abreagieren. Sollte ich nicht mehr sein als ein Topf?

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Im Grunde ist jeder Sonntag Advent. (AHS)

Ich höre gern alte Walcha-Platten und alte Platten von den Silbermann- und Schnitger-Orgeln. Es ist zwar eine völlig andere Sichtweise auf Musik. Walcha spielt sehr langsam, so langsam, wie ich nicht mal dann spiele, wenn ich übe. Wenn das der Stil von damals war, dann verstehe ich, warum so viele Organisten so langsam spielen. Es war vielleicht der Geschmack von damals. Es hat ja auch etwas Schönes und Beruhigendes, ich muss mich nur daran gewöhnen.

Da ich aus einer ganz anderen Welt komme, in dem man das freie, virtuose Spiel liebt, von einer gegensätzlichen Welt sozusagen, war es anfangs ungewohnt und fremd, etwas so Langsames gern zu hören. Aber alles hat seinen Reiz, auch die Kunst der Langsamkeit

Manche mögen Orgelmusik nicht auf CD oder Platte, nur live. Aber ich mag es. Sehr sogar. 

Heute kam auch ein Rotkehlchen auf den Balkon. Rotkehlchen sind viel schlauer als Blaumeisen. Ich würde sagen, doppelt so schlau. 

Leider kam von der anderen Seite gleich ein dickes Taubenpaar. Nun lasse ich diese Tauben gewähren, solange das Rotkehlchen da ist. Ich musste dabei an den Bibelvers denken, dass Gott eben das Gute mit dem Schlechten gedeihen lässt.

Bald kommt der Mainpost-Artikel. Ich freue mich.

Sehr interessant ist das Buch von Sigiswald Kuijken aus Belgien: Bleib bei uns, Bach! (La petite Bande)

Wichtig an der Bachvermittlung und der Musikvermittlung finde ich, dass Musik sich erzählt. Dass Bach sich selbst erzählt. Die Integrität der Musik Bachs. Bach kommuniziert sich selbst.

Auch Mendelssohn erzählt sich. Und zwar im Kontrast. Nicht “alles legato”. Manche spielen Mendelssohn legato und sentimental. Aber Mendelssohn ist erst allmählich in eine neue Welt eingetaucht, der Vorhang wurde nicht weggerissen. Viele moderne Leute vergessen dieses “allmählich”, ignorieren es, überspringen damit Kontrast und Tradition. 

Neu: Live-Mitschnitt Liszt Ad nos, Steinmeyer-Orgel Würzburg:

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9. Januar 2021

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Halbbildung ist die gefährlichste Erscheinungsform der Dummheit. (Michael Klein)

Das ist wahr und vom Journalisten gut zusammengefasst.

Heute zeigte mir Michael Müller das schöne Münster Bad Mergentheim. Die Kirche und die Orgel werden vollständig saniert, so dass sie auch beheizt werden kann; das Münster ist normalerweise geschlossen. Aber Michael zeigte mir die Baustelle, und diese war sehr spannend. Das historische Gehäuse der wunderbaren Vorvorgängerorgel J.A. Ehrlich-Orgel 1772 (siehe die herrliche Ehrlich-Orgel in Bad Wimpfen) befindet sich bei Orgelbau Rensch. Das neue Orgelwerk wird nämlich von Rensch gemacht (3 Manuale, Schweller, Setzeranlage). Ca. 700.000 Euro. Das ist günstig. Die obere Empore wurde abgerissen, damit die Orgel nun mehr Platz hat und man nicht mehr seitwärts spielen muss (Walcker 70). Die neue Orgel wird sicher eine Wucht. Super fand ich, dass Michael sagte: Ich muss dabei nicht an mich denken, sondern an meine Nachfolger!

Früher waren hier die Laden auf Sturz gestellt, was laut an der Orgel war.

Beim Orgelspiel muss man sich weg vom Spieltisch denken, hinein in den Raum, hinein in die Orgel. (Besonders dann, wenn der Spieltisch nicht schön ist.) Er zeigte mir auch die wunderbare Rohlf-Truhenorgel in St. Marien mit dem schönen Regal. Ich mag Truhenorgeln und möchte gern selbst eine. Danach übte ich wieder an der schönen Späth-Orgel. Die Späth Orgelbaufirma gibt es noch, Gott sei Dank, mit Sitz in Freiburg. Die Dynastie geht weiter, mit Versöhnung und Zusammenschluss. Prima!

In der Schlosskirche steht eine Plum-Orgel (siehe Heilbronn).

Man kann sicher sagen, dass ich wohl die einzige Konzertorganistin bin, die ab und zu in Freikirchen in den Gottesdienst geht. Jedoch bin ich kein Fan von Freikirchen mehr, nachdem ich dort viele Jahre war, meist in einer Baptistengemeinde. Ich habe dort sehr viel gelernt. Vieles war mir sehr wichtig und gut. Jedoch habe ich mich künstlerisch weiter entwickelt; ein Unding in Freikirchen. Ich gehe ein, wenn ich mich nicht weiterentwickeln darf.

Ich mag nicht, dass in Freikirchen aus meiner Sicht so viel Unbildung herrscht: Dass im Musikgeschmack und auf dem Büchertisch im Grunde nur ein oder zwei Stile vorgegeben und “erlaubt” sind. Die Leute erscheinen mir in mancher Hinsicht engstirnig und “dumm”. Von Kunst verstehen sie meiner Meinung nach meist nichts. Oft säuseln sie sich gegenseitig etwas vor: Nach dem Motto, hört man den ganzen Tag “Worship” und liest freikirchliche Literatur, dann kommt man “in den Himmel”. Dabei wird mit “Worship” vor allem ein einträgliches Business gemacht, was ich selbst aus Erfahrung weiß. Klassische Musik wird oft abgewertet; und auf Landeskirchen geschimpft, diese seien liberal und ungläubig. Das mag zwar manchmal tatsächlich so sein, aber ich frage mich, ob ein manipulierendes, kontrollierendes, überhebliches “Christentum” so viel besser ist. Bedenklich finde ich die Citychurch Würzburg; diese Freikirche hat sektenartige Züge in meinen Augen.

Zudem habe ich einige Freikirchen als frauenfeindlich erlebt. Als wäre die Frau nur dazu da, den Mann zu bewundern. Leider krankt die Emanzipation auch an Frauen, die solche Spiele nach wie vor mitspielen. Und anderen Frauen ein Bein stellen. Leider sind gerade verheiratete Frauen besonders schlimm darin, andere (freie) Frauen zu hassen. Daher mache ich mir Sorgen, zu heiraten.

Ich mag nicht, wenn Männer tatsächlich meinen, die “böse Eva hätte den armen Adam verführt”. Das ist die (subtile) Lebenseinstellung vieler Männer, religiös oder nicht. Damit rechtfertigen sie jede böse Tat gegen Frauen. Etwas klügere sehen ein, dass beide, Mann und Frau, die verbotene Frucht aßen. Die, die die Bibel gelesen haben, kapieren sogar noch mehr: Gott rief zuerst den Mann und stellte ihn zur Rede.

Bach wusste dies. Er vertonte:

Durch Adams Fall ist ganz verderbt

menschlich Natur und Wesen.

(Lazarus Spengler, 1524)

1524 waren manche Männer viel klüger als heute. Ich sehe es so, dass Adam verantwortlich war. Er hätte Eva schützen müssen, die bei Gottes Reden zu Adam noch gar nicht anwesend war. Aber die meisten Männer haben bis heute verpasst, Frauen zu ehren und zu schützen, weil sie extrem egoistisch sind. Dabei sind Frauen die schönsten Geschöpfe des Universums, wen nach Gott will man sonst ehren?

In der Landeskirche jedoch kommt man durchaus vom Regen in die Traufe, obwohl ich hoffte, dass es dort vom Niveau besser wird: Viele Männer der (Hobby)kirchenmusikszene kompensieren ihr Nichtkönnen mit Kritik an anderen. Auf infantile Art werden Menschen an den Pranger gestellt. Man erkennt hier kriminelle Energie.

Es gibt viele “Orgelfummler”. Jedoch mit Musikalität hat dies eher selten etwas zu tun. Viele Kirchenmusiker üben fast nie. Während Hobbypianisten genau wissen, wie schwer das Klavierspiel ist, stellen Möchtegernorganisten ihre Unzufriedenheit durch Lästern zur Schau – das Offene, Direkte, Persönliche ist diesen Menschen fremd. Es geht bei diesen Menschen nur feige hintenrum ab. Dadurch entsteht nie eine wirklich fruchtbare Diskussion.

Dabei ist Musik integer. Können zeichnet sich durch Integrität aus. Lästernde Menschen können also gar keine Musiker sein. Wen ich sehr integer finde, ist mein Lehrer Pieter van Dijk.

Es gibt nur ein Genie: Johann Sebastian Bach. (AHS)

Da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren…  Allerdings mag ich auch sehr die deutsche Romantik. Das Pfund 8-Füße, das man zieht. Ein Blumenstrauß 8-Füße bei Brahms… Etwas Schweller bei den Kadenzen: eine Prise Salz. Ein kerniges M1 (evtl. gekoppelt und mit einem Prinzipal 8) und ein lyrisches, flötiges M2. Oder mit Streichern.

Ich bin froh, dass ich durch die romantische Romantik am Flügel das Musikalische und Freie inhaliert habe. Wie wunderschön ist Brahms, Mendelssohn und Grieg am Klavier… Aber Mendelssohn war auch ein prima Organist. Und diesen Brahms an der Orgel kennenlernen: Ein Wucht. Natürlich ist die Romantik an der Orgel nicht ganz so frei. Jedoch dennoch gefühlvoll. Verlangend. Streicherstücke.

Der Druckpunkt liegt bei der Orgel viel höher, bei der Öffnung des Ventils, nicht so tief in der Taste wie beim Klavier. Aber etwas Widerstand muss sein. Ich mag nicht ganz so gern, wenn die Orgel zu glatt ist im Spielgefühl.

Eine Orgel muss ich erobern. Etwas kämpfen. Ganz ohne Druckpunkt ist manchmal schade und erinnert mich an eine elektronische Orgel, die oft bei modernen Orgeln geradezu “nachgemacht” wird. Der Anschlag aber darf ruhig etwas kernig sein. Die Ladegast Schwerin ist vielleicht zu extrem, da auch die Barker kaputt ist und die Wege weit, die Ventile groß, die Traktur schwerfällig. Aber so etwas in die Richtung darf schon sein. Durch die vielen 8-Füße ist die Lade bei Ladegast besonders groß. Ob er deswegen Ladegast heißt? Ich heiße ja auch Schlüter, was bedeutet, dass man etwas aufschließt. Ein Name hat etwas zu sagen, wie bereits die hebräische Bibel weiß.

Ich mag den dunklen, terzigen Klang bei Mendelssohn. Hierzu ist immer eine Terz wichtig, denn die Mixturen zu Mendelssohns Zeiten waren terzhaltig. Er hat die Sonaten seiner Schwester in Frankfurt vorgespielt. Die Stummorgeln mochte er gern, ich auch. In Katharine HH kann man auch ein schönes RP-Plenum bauen, 8,4, mit Sesquialtera (mit Terzen), wenn man nicht immer koppeln möchte. Das Plenum muss zwar klar, aber nicht immer aufgedrängt sein. Aber im vierten Satz muss man schon koppeln.

Wie gesagt baut man heute bei modernen Orgeln oft zu leichte, kurze, direkte Wege. Jedoch etwas Kerniges muss bleiben.

Als Solostimme ist in Katharine (St. Katharinen Hamburg) in HH Trompete, Zinke, 4, 2 2/3 und 2 schön. Die eine Trompete ist die andere nicht. Will sagen, nicht jede Trompete ist schön und eignet sich als Solostimme. Ach, diese wunderschöne Flentrop-Orgel in Hamburg. Ein Segen, dort so oft spielen zu dürfen.

Neu: Muffat Passacaglia Steinmeyer-Orgel Würzburg:

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7. Januar 2021

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Fühlst du nicht an meinen Liedern, dass ich eins und doppelt bin? (Goethe)

Lemare, Dupré, Langlais, Karg-Elert, Eben – alles, was ich spielen möchte…

Fortsetzung Tholey im Saarland: Die älteste Abtei Deutschland. Und ein aktives und gläubiges Kloster.

Die Mayer-Orgel hat zwar eine mechanische Spieltraktur, aber eine elektrische Registertraktur – was ich daran merke, dass ich das Gefühl habe, alles geht sanft und butterweich. Ich habe Bach gespielt und Improvisationen, um alle Farben auszuprobieren, und bei Piece d’Orgue das Tutti verwendet (mit Zimbelstern) – unglaublich abgerundet auch im Tutti. Für meine Kompositionen habe ich einen passenden Namen gefunden.

Die Glaskünstlerin heißt Mahbuba Maqsoodi – was für ein künstlerischer Name!

Auch der moderne Beichtstuhl – ein Beichtzimmer – mit seinem eindrucksvollen, großen Kruzifix, und die Krippe hinten – sparkling!

Wenn man wieder hinaus geht – draußen ist es dunkel und innen bleibt das Licht an, dann leuchten all die Fenster von außen noch schöner als von innen. Es wirkt so, als wäre die Klosterkirche aus Papier, und man hat leuchtende Farben hineingeklebt. Wie eine Laterne scheint sie; die Richter- und Maqsoodi-Fenster leuchten warm und einladend in die leicht schneeige Nacht hinaus.

Bei Gerhard Richter war ich schon zuhause, es ist länger her.

Auf dem Weg nach Tholey/Theley sind wir über St. Wendel gefahren. Dort haben wir die evangelische und katholische Kirche besucht. Sowohl die schöne, zweimanualige Vier-Orgel (siehe Tübingen), die ich eine Stunde spielte, als auch die wunderbare Wendelinus-Basilika-Orgel (Klais-Pfeifen, historischer Prospekt der Vorgängerorgel Stumm) haben mir sehr gefallen. Die Basilika St. Wendel ist wunderschön, farbvoll, rot, reich verzierte Decke, überwältigender Prospekt. Ach, zu gern hätte ich die originale Stumm-Orgel dort kennengelernt. Aber leider ist nur der Prospekt übrig geblieben.

St. Wendel ist ein malerischer Ort, sehr geschmackvoll weihnachtlich geschmückt mit einem der schönsten Weihnachtsbäume, den ich je gesehen habe.

Vor genau einem Jahr habe ich im Saarland konzertiert, nun bin ich genau ein Jahr später wieder hier und entdecke noch mehr Schönes in der anderen Himmelsrichtung.

Dann ging es zurück auf die dunkle Autobahn.