Ich bin wieder im schönen fränkisch-schwäbischen Bad Mergentheim zum 3. Konzert. Diesmal ist es ein Konzert nur mit meinen Kompositionen. Die Kirchenmusiker führen durch das Programm und lesen auch meine Gedanken zu den Werken vor.
Die CD wird heute im Radio BR 4 Klassik um 22:05 in der Sendung „Orgelmusik“ und morgen wieder gespielt. Orgelmusik, erst recht neue Orgelmusik, wird selten im Radio gespielt. Und davon sind Organistinnen noch seltener. Es ist also echt was Besonderes. Meine nächste CD-Produktion ist im Sommer.
Hier ist die CD beim produzierenden Verlag Ambiente Audio:
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Ich freue mich auf die neu restaurierte Ziese Orgel in Walburg am Samstag, ev. Kirche.
Es macht mir Spaß, Orgel zu unterrichten. Ich habe ein paar kleine Jungen und Mädchen, die sind echt fit. Orgel ist natürlich schon ein „körperliches Instrument“, Registerzüge, Posaune und Schweller – das macht den Kids Spaß. Was oft eine Hürde darstellt, ist das flüssige Lesen von Baßschlüssel, dazu Koordination, Tempo und Rhythmus. Wenn Kids vom Klavier kommen, hilft das auf jeden Fall. Achtung: Das Konzert in Miltenberg findet leider nicht statt, da es Fehlplanungen vor Ort gab.
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2. April 2025: … auch wenn man dies mit vielen Frauen versucht hat, besonders in Naturwissenschaften, Kunst und Politik.
Foto: Philipp Furtwängler Orgel Schladen
Ich freue mich auf Freitag und Samstag 🎶 Am Freitag spiele ich meine neue CD live.
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Romantische, pneumatische, mahagoni-rote, seitenspielige Furtwängler & Hammer Orgel kath. St. Marien Kirche Schladen bei Goslar, Harz, Niedersachsen
Wunderschöne, rote Dorfkirche im Nordharz in Ostfalen. Es ist meine dritte Furtwängler-Orgel. Es ist die erste seitenspielige Furtwängler-Orgel, die ich je getroffen habe und die kleine Schwester der genialen Furtwängler Orgel in der St. Petri Kirche Buxtehude, ebenfalls Niedersachsen.
Sie ist zungenlos und mit Schweller und wunderbaren Koppeln. Schladen gehört zur Region Wolfenbüttel. Niedersachsen ist schon Norddeutschland und groß, nach Bayern das größte Bundesland. Es gibt viel Landwirtschaft; in Schladen gibt es auch sogenannte Domänen, also aktive ehemalige Staats-Gutshäuser, die wertvolle alte Kapellen besitzen.
Schladen ist Teil der Kaiserpfalz Werla mit ihren Ausgrabungsstätten. Außerdem gibt es in Schladen eine Schlangenfarm. Und das habe ich erst bei der Abfahrt erfahren. Nachts zuvor träumte ich nämlich von Schlangen und das so intensiv, dass ich es am nächsten Tag noch wusste.
Obwohl ich Tiere liebe, auch Schlangen und Insekten, träumte ich hier, dass ich zischenden Schlangen den Kopf mit nackten Füßen zertrat, und das ohne Hast und Angst und katastrophal, als wäre es mir egal, ob sie Giftschlangen waren. Ich habe noch immer das Bild der zerquetschten Schlangenköpfe in Erinnerung, vor allem deren zerstörte Mäuler, die ich zerrieb.
Doch zurück zur Orgel. Sie klingt warm und mild, auch im Tutti, was mir sehr gefällt. Es ist ein echtes Klangjuwel und erinnert mich an die wunderbar romantische Clewing-Orgel in Hünhan, Burghaun, ebenfalls mit bunten Kippschaltern. Hier aber bin ich bei Werlaburgdorf. (Es gibt noch ein anderes Burgdorf bei Hannover.)
Das pneumatische Instrument, das einen Anschaltapparat mit einem roten Feuerwehrautoknopf besitzt und viele Koppeln, muss gereinigt und saniert werden, weil es eine wundervolle Denkmal-Orgel ist. Wer spenden will, gern an die Kirchgemeinde!
Die Akustik ist warm, passend zum Sound. Ich würde den Nachhall als rot-samtig bezeichnen. Besonders schön ist das Gemshorn 4. Ich liebe Orgeln mit Gemshorn und schönen, warmen 4-Fuß-Flöten. Der Schweller ist leider bis zur Sanierung festgeschraubt worden. Doch selbst die Principal-2-Fuß sind warm, nichts ist grell oder schreiend.
Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Ich habe schöne Blumen bekommen, CDs verkauft, es gab eine Pause mit Sekt und hinterher köstliches Essen im Pfarrhaus. Es ist eine lebendige Gemeinde, die sich sehr für die Sanierung ihrer Orgel ins Zeug legt.
Nach der Pause wurde es ein Orgel plus – Konzert mit Saxofon mit dem Saxofonisten Matthias Schulte. Wir spielten u.a. schöne schwedische Stücke. Ich wohnte direkt nebenan in der süßen Pension Fachwerkstübchen.
Zum Konzert, aus Duderstadt vom Konzert kommend, wurde ich mit dem Taxi über den Harz gebracht. Leider lag der berühmte Brocken im Nebel. Obwohl ich schon so oft rund um den Brocken konzertiert habe, war es mir noch nicht vergönnt, ihn wirklich zu sehen, nicht nur zu ahnen.
Das dritte Konzert an diesem WE geschafft. Alle drei waren sehr schön. Ich fange mal von hinten an. Die Stockmann Orgel in Moers am Niederrhein gefällt mir gut. Die St. Josef Kirche besitzt einen brillanten Nachhall. Die Orgel-Empore wird durch zwei große Spangen am schwingenden Glockenturm festgehalten. Das Konzert war gut besucht und ich wurde per Beamer nach unten übertragen, was eine Premiere für St. Josef Moers war. Oben habe ich per Mikro durch das Programm geführt. Das Programm selbst war auf dem Beamer, nicht ausgedruckt.
Brillante Akustik, sehr schöne Zungen, frisch gestimmt.
Es ist meine dritte Stockmann-Orgel. Die anderen beiden stehen ebenfalls in NRW. Moers gehört zum Bistum Münster, das mittlerweile das größte Bistum geworden ist. Ich bin jetzt in einem hübschen Hotelzimmer, fast schon eine Suite. Zuvor waren wir lecker essen. Der Pfarrer in Moers hatte früher ein anderes Leben, war Landwirt und ist zudem sehr musikalisch. Ich finde es gut, wenn Pfarrer spät berufen werden und ein Leben hatten, das denen gleicht, für die sie später beten. Auch schön finde ich, wenn Kirchenmusiker sich mit aktiver Konzerttätigkeit auskennen und selbst daraus stammen, so wie hier in Moers. So wie ich.
Am Morgen wurde ich nach Braunschweig gebracht. Am Abend zuvor war mein Konzert in Schladen.
Die Liebfrauen-Kirche in Duderstadt besitzt aus der Riemenschneider Schule eine Kreuzigungs-Szene.
Früher gab es noch eine kleine Werk-Orgel von Walcker, die an der Seite der Empore stand. Die Krell-Orgel befand sich nämlich eine lange Zeit abgebaut auf dem Dachboden, da es 100 Schwestern gab – unvorstellbar heute – und die Empore zu voll wurde.
Doch schließlich wurde der Wunsch laut, eine Konzertorgel zu haben. Die Walcker-Orgel wurde nach Kroatien verschenkt und die Krell-Orgel aus dem Dachboden befreit. Der junge Armin Schreiber aus Burgdorf bei Hannover sanierte damals die Orgel als Referenzorgel.
Ich musste früh aufstehen, weil ich mich in Ruhe einspielen wollte, und wurde in Leinefelde abgeholt. In Worbis-Leinefelde habe ich auch schon gespielt. Dann aßen wir am See Seeburg beim GrafIsang. Besucht haben wir auch die Rhumequelle und die Heinz-Sielmann-Stiftung Gut Herbishagen.
Heinz Sielmann und seine Frau waren phantastische Tierfilmer. Die Schafe und Ziegen der Stiftung sind so zahm, dass man die Gesichter der Tiere streicheln und knuddeln kann. Nur die beiden Esel sind naturgemäß grumpy und weinten laut vor sich hin, wobei ihr Bauch erzitterte. Ich liebe Tiere, besonders alle handlosen Tiere, welches die meisten sind.
Das Grenzlandmuseum besitzt interessante alte Jeeps und den alten Hubschrauber Alquette zur Grenzüberwachung.
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Ich bin in Duderstadt bei Göttingen in Niedersachsen im Eichsfeld angekommen. Es ist mein 2. Konzert in Duderstadt. Mein erstes Konzert war an der historischen, großen Creutzburg-Orgel in der Propsteikirche Basilika St. Cyriakus „Eichsfelder Dom“. Und gestern an der Schreiber-Krell-Orgel von 1880 / 2008 in der Liebfrauenkirche (1700 / 2007) der Ursulinen-Stiftung. Beide ganz unterschiedliche Instrumente, was ich spannend finde.
Duderstadt liegt direkt am ehemaligen Sperrgebiet genau an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zu Thüringen und ist damit sehr geschichtsträchtig. Ich kann immer noch nicht fassen, dass es mal eine deutsch-deutsche Grenze gab. Man muss sich das mal in einem anderen europäischen Land vorstellen. Eine französisch-französische Grenze… Diese nun unsichtbare Grenze erklärt vieles in unserem Land.
Hier empfehle ich sehr das Grenzlandmuseum. Die Fachwerkhäuser der ländlichen, malerischen Stadt Duderstadt mit ca. 21.000 EW sind alle saniert worden von einem reichen Industriellen. Das Eichsfeld ist groß, und ich habe schon öfter im Eichsfeld auch in Thüringen konzertiert.
Die Akustik der romanischen kath. Liebfrauenkirche ist perfekt, auch für Kammermusik. Die kleine, mechanische Kegelladen-Orgel mit 15 R und 2 M füllt den runden Raum perfekt. Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.
Das Instrument wird von Orgelbau Heinemann aus Höxter betreut. Das Konzert war sehr gut besucht. Es ist meine zweite Gebrüder-Krell-Orgel. Die erste ist aus der ältesten Kirche Düsseldorfs, in Alt St. Martin. Beide Krell-Orgeln sind etwas „windstößig“, heißt, die Pfeifen bekommen nicht genug Wind bei vollem Werk, die Orgel japst dann etwas. Beide Orgelfirmen, Krell und Schreiber, restaurieren noch. Krell ist ja eine Familien-Dynastie.
Ich musste früh aufstehen, weil ich mich in Ruhe einspielen wollte, und wurde in Leinefelde abgeholt. In Worbis-Leinefelde habe ich auch schon gespielt. Dann aßen wir am See Seeburg beim GrafIsang. Ich übernachte wieder im Ursulinen-Kloster. Die Schwestern hier sind genial. Morgen geht es weiter in den Harz, den ich liebe, in Richtung Goslar, ebenfalls Niedersachsen, zum nächsten Konzert. Ich werde mit dem Wagen gebracht. Leider nicht mit der Kutsche.
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28. März 2025: Herr, lass mich tief in dir verwurzelt sein. (Sr. Elia Niklas CS)
Heute erinnere ich an die jüdische Akademikerin Hildegard Burjan. Sie wurde Anwältin der Armen und fand erst später die Zielrichtung ihres Lebens. Sie studierte und heiratete zuerst und fand dann Gott nach langer Krankheit. Obwohl sie viel krank war, tat sie alles für die Armen. Sie setzte sich besonders für Frauen ein, für gleichen Lohn. Sie wurde eine wunderbare Rednerin.
Übrigens finde ich die Gotteslob-Ringbücher nicht so komfortabel, denn sie gehen schnell kaputt und sind unhandlich schwer. Man muss jonglieren. Und ich habe von vielen gehört, dass sie dem alten Gotteslob hinterher trauern.
27. März 2025: Ein Charakter ist für die Welt mehr wert als Gelehrte. (Hildegard Burjan)
Ich freue mich auf die drei Konzerte am Wochenende.
Das Handbuch der Chorleitung im Schott-Verlag wird nicht mehr nachgedruckt aufgrund sexistischer Aussagen. Es geht mir hierbei gar nicht nur um das Buch, sondern um die allgemeine Stimmung und Auffassung, die hinter dem Buch steckt. Ich persönlich denke dabei zum Beispiel an Bernd Stegmann aus Heidelberg.
Auch dieser ist nur einer von vielen, bei denen ich den Eindruck habe und hatte, dass “männliches” Gedankengut geäußert oder gelebt und nicht dagegen vorgegangen wurde, im Gegenteil. In Hochschulen ist solch ein Gebaren oft “normal”. Machtverhalten wird oft unterstützt, allein schon, indem geschwiegen wird. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man nicht auf den Tisch haut, wenn man doch die Verantwortung und die Macht hätte, etwas zu ändern.
Aber es ist vielmehr so, dass die damals Schweigenden nur darauf warten, selbst in die Fußstapfen treten zu können. Sie denken dabei nur an ihre eigenen Vorteile. Fakt ist: Jemand, der geschwiegen hat, wird genauso werden. Er wird nichts ändern.
Man kommt nicht “hoch” und wird dann anders. Man wird nur etwas ändern, wenn man “unten” anfängt damit. Wer den Druck unten nicht aushält, wird den Druck oben erst recht nicht aushalten. Es ist einfach eine Frage des Charakters und ob man tatsächlich schweigend zusehen kann, wenn man sieht, wie sich manche Männer in Machtpositionen verhalten.
Natürlich können auch solche Menschen “nett” und sogar sehr charmant sein und mit einem freundlich ein Glas Wein trinken. Aber ich weiß doch trotzdem, dass sie am nächsten Tag wieder ihr Ding durchziehen und andere dadurch auf der Strecke bleiben. Meiner Meinung nach sind gutgläubige oder egoistische Feiglinge mindestens genauso schlimm wie aktuelle Täter.
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Ich bin nun offiziell eingeschrieben an der Folkwang Uni in Essen in Master Chorleitung. Meine Einschreibung seit dem Herbst 2024 war ja eine ziemliche Odyssee, weil mein ICE damals verspätet war und gleichzeitig die Stalker die Hochschule attackiert haben. Ich bin froh, dass das Gericht auf meiner Seite war. Dieses Gericht nennt man Verwaltungsgericht. Es gibt ja viele verschiedene. Letztendlich war es ein Vergleich; den die Richterin vorschlagen hat, es kam also gar nicht zu einer Verhandlung, da es ein Eilverfahren war. Es sollte ja schnell für mich gehen. Allerdings konnte man schon den Kopf schütteln, wie die Anwälte der Gegenseite zunächst reagiert haben. Das Anwalts-Deutsch ist ja zudem kaum als deutsche Sprache zu erkennen. Vermutlich soll es sachlich klingen, ist aber eine völlige Verzerrung, da ich es übersetzen und interpretieren muss. Es ist auf jeden Fall für mich eine Fremdsprache. Deswegen ist es meistens gut, einen eigenen Anwalt zu haben, da er diese Sprache beherrscht und außerdem die Abläufe und Paragraphen kennt und vor allem (und das ist das Wichtigste), nicht emotional reagiert. Ich bin ja schnell empört.
Es geht in diesem Jura-Geschäft leider oft nicht um Wahrheit und Moral, jedenfalls kann man sich darauf nicht verlassen, und auch nicht darum, alles bis ins Kleinste auszudiskutieren, zum Beispiel, wie und warum eine Kunst-Uni auf Stalker hören kann? Sondern darum, eine möglichst pragmatische und korrekte Lösung zu finden. Ein Gericht ist eher eine langsame Behörde, die aus Menschen besteht, die meistens ganz anders leben und sind als Künstler. Was gut, was aber auch schlecht sein kann. Es geht oft nur um die Spitze des Eisbergs. Wie bei einer Krebsbehandlung.
Es ist ein bisschen wie Feilschen und man braucht viel Hartnäckigkeit und Kraft. Oder eben Routine und Erfahrung. Es muss einem schon wichtig sein, da es anstrengend ist. Es kommt darauf an, wie gut der eigene Anwalt ist und ob man ihm vertraut. Ich hatte einen hervorragenden und sehr erfahrenen Anwalt, der klar, relaxed, schlicht und logisch war. Es ist nicht immer leicht, einem Anwalt zu vertrauen, da Anwälte ja meist völlig anders ticken als Musiker. Im Grunde muss man Gott vertrauen und zu dem stehen, wer man ist und was man will.
Ich finde es ja auch seltsam, dass man einen Anwalt braucht, wenn man weiß, was man will, gut reden kann und überzeugt ist von seinem Recht. Aber das allein reicht oft nicht aus, da es, wie gesagt, eine andere Sprache braucht; und dies wurde bewusst so eingerichtet. Es ist also keine Schande oder ein Armutszeugnis, einen Anwalt zu haben, und es bedeutet auch nicht, dass man nichts mehr tun muss, es heißt einfach nur, dass man seine Not einem anderen überlässt, der die Eingriffe kennt, weil dies das System so eingerichtet hat. Anwälte sind meist selbst irritiert oder resigniert vom System, oder zumindest überrascht sie nichts mehr. Sie sind wie Chirurgen mit präzisem Besteck. Sie sind aber auch oft diplomatisch, und das müssen sie sein. Ohne Anwalt hätte ich diesen Vergleich gar nicht geschafft, weil ich gar nicht bis dahin gekommen wäre. Ist das nicht verrückt? Nun hoffe ich, dass ich alles gut unter einen Hut kriege, da mir das Dirigieren sehr wichtig ist.
Es gab auch einen Vergleich mit Dietmar Heshe. Das nennt man Arbeitsgericht. Wieder etwas anderes. An sich ist ein Gericht ja spannend. Man bräuchte das jeden Tag, da man unglaublich viel über sich und andere Menschen lernt. Vor allem lernt man viel über sich selbst. Es ist ja nicht umsonst ein Symbol und ein Bild für etwas viel Größeres. Offenbar versteht jeder unter Logik und Gerechtigkeit etwas anderes, was allein erstaunlich ist. Und selbst, wenn alle verstanden haben, was man möchte und denkt, heißt es nicht, dass alle die gleiche Meinung haben. Bei manchen Menschen weiß man ja nie, was die denken und wollen. Aber auch denen gegenüber braucht man Beherrschung, auch dann, wenn man weiß, dass sie falsch sind oder einem schaden wollen. Ich persönlich finde, wichtiger als raffiniert, sogar wichtiger als weise sein ist für mich, echt, offen, gefühlvoll und authentisch zu sein. Vielleicht sehe ich das irgendwann anders, aber momentan ist es das, was ich denke. Ich kann nicht ohne Gefühle leben. Menschen, die ihre Gefühle in sich hineinfressen, ignorieren oder nur dem System gefallen wollen, sterben viel früher.
Ich bewundere die Menschen, die sich dem System ausgeliefert fühlen und dennoch durchhalten. Denn es gibt Gerichte, die viel brutaler, ungerechter, traumatisierender und gefährlicher sind als das Verwaltungs- oder Arbeitsgericht, wo Unwissenheit oder Naivität gnadenlos ausgenutzt wird.