Liturgik und Musik sind nicht immer grün miteinander. Woran liegt das? Warum widersprechen sich beide sogar manchmal? Ich habe Priester und Pfarrer in verschiedenen Denominationen und Glaubensstilen sagen hören, dass „sich die Musiker nicht selbst darstellen sollen“. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass sich Priester, Pfarrer und Prediger massiv selbst dargestellt haben.
Ich habe erlebt, dass sie weniger Musik wollten, weil es angeblich keine Zeit oder kein Geld gab, aber es gab stets genug Zeit und Geld, dass Prediger, Pfarrer und Priester ihre (politischen) Meinungen, Geschichten und Witze (aus ihrer Kindheit) und anderes unheiliges Geplapper während Predigt und in Abkündigungen von sich geben.
Gute oder virtuose oder gut präsentierte oder gut geübte und wunderschöne Musik ist keine Selbstdarstellung. Erst recht nicht von Profimusikerinnen und Profimusikern. Es ist heilig.
Es ist eher der Neid oder die Sorge mancher Geistlicher, dass ein Teil ihrer eigenen Selbstdarstellung durch Musik eingeschränkt wird. Dies drückt sich dann so aus, dass Regeln und „liturgische“ Regeln aufgestellt werden. Regeln die Kunstmusik einschränken und begrenzen sollen. Es ist also nicht die Schuld von Liturgik. Denn es müsste hier kein Problem geben. Es ist wie immer ein menschengemachtes Problem. Oder besser, ein oft männergemachtes Problem.
Musik ist immer mächtiger als Geschwätz. Natürlich kann aber auch Musik Geschwätz sein.
Ich bin froh und dankbar, dass es aber noch Kirchgemeinden gibt, in denen Musik und Kunst gewollt, genährt, gepflegt und gewünscht sind. Dies zeigt sich an der Auswahl der Lieder und Instrumente, an Budget und Möglichkeiten, an Freiheit und am Umgang mit „absoluter Musik“ und Literatur. Und natürlich an Bildung und gesittetem, höflichen Verhalten. Das Rumgeschwätz beim Schlussstück im Gottesdienst in manchen Kirchen ist eine Unsitte, die ich nicht ertragen würde auf Dauer. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her.
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21. Januar 2026: Gott zeltet bei den Schwachen und liebt hoffnungslose Fälle.
Foto: Euler Orgel Burghaun Fulda Kirche 2026
Heute erinnere ich an Sappho, eine der ersten griechischen Dichterinnen.
Ich lese ”Abschied vom Phallozän. Eine Streitschrift” von der österreichischen Schriftstellerin Gertraud Klemm von 2025, geliehen von einer Freundin. Sie schreibt über das Matriarchat. Den Begriff Phallozän kannte ich nicht. Gertraud Klemm hat diesen erst etabliert und geprägt. Was ist das?
Es bedeutet ein ”übersteigertes, aus dem Ruder gelaufenes Patriarchat, ein weltweites System männlicher Dominanz, ein Machtsystem, das sich selbst überlebt hat, aber mit Gewalt versucht, seine Existenz zu sichern und das durch patriarchale Strukturen wie Kontrolle, Ausschluss, Canceln, Mobbing und Gewalt gekennzeichnet ist.” (nach Klemm)
Klemm plädiert in ihren Schriften für einen Abschied davon hin zu matriarchalen, feministischen oder humanistischen Alternativen —- schreibt die KI dazu.
Ich plädiere für eine liebevolle, christliche Alternative. Gibt es das?
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20. Januar 2026: Erweckte Menschen schlagen in sich; sie haben mehr Gefallen an Jesus als an sich selbst. (nach Wilhelm Busch)
Foto: Euler Orgel Burghaun Maria Himmelfahrt Kirche 2026
Heute erinnere ich an Heinrich von Kleist und Stefan Zweig, die beide kein leichtes Leben hatten und beide Selbstmord begingen. Auch Georg Büchner starb jung. Heute sind all diese Lyriker Stars. Aber in ihrem realen, wirklichen Leben hatten sie es schwer und waren alles andere als Stars. Ganz im Gegenteil. Sie scheiterten, kämpften, litten.
Und ich erinnere an die wunderschöne Königin Luise von Berlin, unkonventionell, ein “Stern in Wetterwolken”.
Ich träume davon, dass reiche Orgelbaufirmen nicht nur Millionengeschäfte in Dubai oder Shanghai etc. in Neubauten usw. abschließen, sondern sich vielmehr um die vielen wertvollen historischen Kleinode und Orgelschätze in Deutschland bemühen, diese wiederherzustellen, zu sanieren, zu reinigen, zu rekonstruieren und, um es klar zu sagen – zu retten! Und hier nicht einfach wegschauen und sagen, “das ist doof” oder “das wollen oder können wir nicht.”
Neben meiner intensiven Organistin- und Pianistin-Konzerttätigkeit, die ich liebe, meiner kirchenmusikalischen Tätigkeit, dem Dokumentieren, Schreiben und dem Unterrichten in Orgel, Klavier, Blockflöte und Saxofon liebe ich meine intensive Weiterentwicklung in Chorleitung, Saxofon und Dirigieren von Bläsergruppen. Ich finde es außerordentlich wichtig und auch normal, sich als Künstlerin musikalisch, künstlerisch und menschlich stets weiter zu entwickeln.
Man wuchert mit dem Wissen und Können, das frau hat, und gleichzeitig aber ist man stets immer auch Lernende. Das gehört zusammen. Nur jemand, der noch weiter lernt, kann lehren. Zumindest meiner Meinung nach; auch wenn manche das nicht zu begreifen scheinen. Ich lerne beispielsweise enorm für meine eigene Lehrtätigkeit an Jung und Alt dadurch, dass ich beobachte, wie ich selbst lerne im Unterricht. Ich bin mein eigenes Versuchskaninchen, mein eigenes Objekt und Projekt.
Lehren und Lernen sind mit die schönsten Angelegenheiten im Leben, etwas, das wir genießen sollen – und sie sind gehören zusammen. Ich liebe lernen und deswegen auch lehren.
Es ist eine sehr wandelbare, formbare Tätigkeit, da Zeiten und Menschen sich verändern. Wichtig ist, beides zu können: Die, die sehr begabt sind, aber auch die, die nicht so begabt sind, zu führen und anzuleiten. Denn es geht zuerst um den Menschen und die Freude an der Musik. Diese Geduld hat mich Gott gelehrt. Ihm sind oft die Geringsten besonders wertvoll. Ich hatte immer eine Nase für die Begabten. Aber Gott hat auch eine Nase für die Geringen. Und ich lerne am meisten von Gott, dem größten Dozenten aller Zeiten. Ich lerne an ihm im Umgang mit mir, wie ich lehren soll.
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19. Januar 2026: Ich bin überzeugt, dass die Bibel immer wichtiger wird, je mehr wir sie lesen.
Foto: Register Euler Orgel Burghaun 2026
Mein Konzert gestern in Burghaun bei Fulda gestern war sehr schön. Vorgestern spielte ich in Schwanberg. Ich fuhr direkt von Schwanberg nach Burghaun in Osthessen im hessischen Rhön an einem sonnigen Tag:
Romantische historische Euler Orgel katholische Kirche Mariä Himmelfahrt Burghaun bei Fulda, Osthessen, 2 M, 20 Register, mechanisches Schleifladen-Instrument, 1878
Diese historische Orgel mit freiem Spieltisch ist eine Blick-zum-Altar-Orgel hier in der hessischen Rhön und eine Denkmal-Orgel. Sie wurde bis 1970 von Alban Späth betreut. 2004-2007 wurde die Orgel von Orgelbau Waltershausen restauriert. Die hochromantische Orgel, die beinahe schon süffig „brummt“, ist ein wertvolles Denkmal dieses Stiles. Das dreiteilige Rundbogengehäuse mit dem Wappen im Mittelfeld gefällt mir sehr gut.
1730 gab es hier die erste Orgel; jedoch wurde die Barockorgel zugunsten der romantischen entfernt. Schön wäre es, wenn wir beide Orgeln noch hätten. Zumindest wurde dieses Instrument nicht verändert oder in der Orgelbewegung zerstört.
Es gibt 3 konservative Sperrventile zum Einhängen, wunderschön zarte Charakterstimmen im zweiten Manual, grundtönige 16- und 8-Füße, auch im Manual. Das Instrument mit der engen Bank geht mit der Glocke an.
Die Euler Orgel Burghaun, bei Fulda, Hessen, klingt rund und warm in samtig-edler Akustik. Die beiden Brüder Euler wurden just im Jahr 1878, als die Orgel erbaut wurde, königliche Orgelbaumeister.
Es ist eine geniale, singende Akustik, etwas trocken, wenn viele Leute da sind, aber sprechend und vokal unten. Schöner, romantischer, süffiger Klang, singend, schöne Akustik. Besonders liebe ich die Trompete 8 im HW und das hauchzarte Salicional und das singende Geigenprincipal im OW. Eine lustige, enge Bank mit Anlehne an den Orgelkörper. Es hat viel Freude gemacht, hier zu spielen.
Nebenan gibt es in der evangelischen Kirche eine ähnliche aber einmanualige Euler-Orgel, die dringend saniert werden muss aufgrund von Schimmel. Auch hier in Maria Himmelfahrt braucht die Euler-Orgel eine gewisse Sanierung. Ich habe mich gefreut, dass der junge begabte Orgelbauer Lars Tappe im Konzert war und einige Töne im Pedal sofort reparieren konnte.
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Ebenerdige Rieger Orgel Schwanberg (Steigerwald), 1993, Kloster Schwanberg, Landkreis Kitzingen, Franken, 17 Register, 2 M, II-P
Die ebenerdige Orgel in der Kirche des schönen Klosters auf dem Berg ist eine Augenweide. Sie steht links des Altars. Ich habe hier schon in Schnee und Sonnenschein gespielt. Das Schleifladeninstrument wurde etwas milder für den Raum intoniert, da die Königin vorher sehr laut war.
Die Orgel wird betreut von einem pensionierten Orgelbauer, der früher bei Steinmeyer gearbeitet hat. Die Schwestern spielen selbst die Kirchenmusik.
Das evangelische Kloster Schwanberg in Franken, dessen Kern die Communität Casteller Ring CCR ist, die sich an benediktinischen Regeln orientiert, gefällt mir gut. Viele Schwestern sind berufstätig. Die Ordensfrauen kümmern sich auch um Suchende.
Wenn die Glocke läutet, legen die Schwestern alles weg. Die Anlage liegt im Kloster-Park. Diakonissen sind es keine.
Schöner Klang, ebenerdige, kleine zarte Orgel vorn beim Altar, sehr gut für Bach, samtig-volle, füllige Akustik. Besonders gut gefallen mir Oboe, Posaune und die rauchigen Principale. Schade, dass es so wenig Vierfüße und keinen 16 Fuß im HW gibt. Das fehlt.
Schöner Saal, habe hier viele gut besuchte Konzerte gespielt; jetzt auch wieder 2026.
SEHNSUCHTSORT ORGEL
Heute ist mein Konzert auf Schloss Schwanberg in St. Michael, evangelisches Kloster.
Mein Konzert war sehr gut besucht. Es gibt viele Stammgäste zu den Konzertreihen. Die Akustik wird bei vollem Haus sehr trocken.
Die moderne rote Klosterkirche ist beheizt und warm, mit Toilette. Ich wohne im Pförtnerhaus gegenüber des Ordenshauses, in das keine Fremde darf. Es gibt 4 x am Tage Stundengebet und 3 x die Woche Gottesdienst, die sehr gut besucht sind. Es gibt viele Tagesgäste und Gruppen auf dem Schloss, Konfirmanden und Einzelgäste. Viele wissen gar nicht, dass es evangelische Klöster gibt. Dies hier hat viel mit Münster-Schwarzach Gemeinschaft und 25 Schwestern, auch junge.
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Heute ist mein Konzert auf Schloss Schwanberg in St. Michael, evangelisches Kloster:
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16. Januar 2026: Der Tempel wurde mit Rauch erfüllt…
Was schade ist, dass die Häuser in der Innenstadt Lissabon aufgrund der horrenden Mieten teilweise komplett leer stehen. Dasselbe sah ich auch in Spaniens Städten und Küstenorten letztes Jahr. An dem Punkt ist Lissabon wie eine Geisterstadt für Touristen geworden. Und es gibt viel Armut, die jedoch versteckt ist. Die Löhne sind schlecht. Die Mieten hoch. Lehrer z.B. verdienen kaum etwas. Promovierte Geschichtslehrer verdienen mehr mit Walking Tours durch die Stadt, da sie sich bei Booking.com für einen Euro oder for free anbieten und am Ende der Tour von jedem 15 Euro bar oder per PayPal kassieren.
Es gibt viele Schwarze in Lissabon, die jedoch eine Extra-Community sind und für sich wie abgeschottet am Rande existieren. In den engen Gassen liegt oft viel Müll auf der Straße.
Schön ist es, mit der Tram 28, den alten winzigen historischen gelben Straßenbahnwaggons Eléctrico 28 E aus den 30er Jahren in Lisbon die engen Gassen und Kurven heraufzufahren durch das gesamte Altstadtviertel; auch an der Kathedrale vorbei; die Leute steigen hinzu, checken sich ein; abends ist es relativ leer, jedenfalls im Januar; kostet fast nichts. Manchmal kommen sich die Waggons eingleisig entgegen und haben dann Rot, damit man nicht zusammenstößt. Als ich mitfuhr, gab es eine Störung. Wir standen hundert Jahre an einer solchen roten Ampel. Das gefiel mir, so konnte ich den Waggon in Ruhe genießen. Die Fahrer sind sehr nett. Ich habe viele Kirchen angesehen, auch die kleinen am Rande; manche waren ohne Orgel.
Besonders schön ist die Altar-Orgel des Kloster São Vicente de Fora, die São Vicente-Orgel von 1765, ein portugiesisches Instrument von einem unbekannten portugiesischen Erbauer. Sie klingt historisch-barock-süffig, was ich fast noch schöner finde als das Süffige von historisch-romantischen Orgeln. Die große weiße Igreja de São Vicente de Fora besitzt viele historische Fliesen. Die Erbauer der Orgel könnten sein: Machado de Cerveira oder João Fontanes de Maqueixa.
Sehr empfehlen kann ich in Lisbons Stadtteil Belém den kleinen Laden Pasteis de Belem (seit 1837), oder genauer die Pastelaria Fábrica dos Pastéis de Belém – diese machen in Lissabon die besten frischen warmen kleinen gelben süßen portugiesischen Kuchen, dazu gibt es je eine kleine Tüte Puderzucker und eine kleine Packung Zimt. Ein Kuchen kostet 1,60 Euro.
Belém liegt am großen blauen Tejo und ist portugiesisch für Bethlehem; in diesem Stadtteil wohnen ca. 9000 Einwohnerinnen. Hier gibt es viele Museen: Kunst, Auto, Kutschen. Schön finde ich das große helle Denkmal: Monumento aos Combatentes do Ultramar. Auf dem Dach des Kunst-Museums maat aß ich meine Pastéis. Außerdem ist dort das Kloster MosteirodosJerónimos und die Klosterkirche Santa Maria. Hingefahren bin ich mit einem Tuc Tuc oder Tuk Tuk, das ist ein kleines Motorrad in einem kleinen offnen Wagen, das nur 40 km/h fahren darf, eine Motorradkutsche sozusagen.
Dennoch hat mir der Stadtteil Alfama am besten gefallen, besonders die Aussicht von der Portas do Sol. Sintra habe ich zeitlich leider nicht mehr geschafft.
Auch die original eingelegten SardinhasPortuguesas aus der Büchse schmecken gut, vor allem die mit piri–piri.
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14. Januar 2026: = “Die edelste und treue Stadt Lissabon.”
Foto: Pedal Peter Orgel Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Heute erinnere ich an Marta Pereira da Costa, die erste weibliche berühmte professionelle Fado-Solo-Gitarristin.
Sehr empfehlen kann ich die Fado-Restaurants in Lisboa. Fado ist eine portugiesische Musikrichtung, die von Sehnsucht, Schicksal, Schmerz und Saudade (Sehnsucht) handelt.
Es gibt in Lissabon sehr authentische und lokale Restaurants, kleine oder auch sehr vornehme, in denen die portugiesischen Sängerinnen mit ihren Gitarristen live ihre leidenschaftlichen und melancholischen Lieder zum oder nach dem Essen präsentieren. Ich war in einem sehr fancy Restaurant uphill, aus dem man unter 100 Euro pro Person kaum herauskam. Männliche Bedienstete flattern um einen herum und bieten Menüs an. Im verdunkelten Raum mit Kerzenlicht erscheinen dann die Gitarristen, die auf ihren Guitarra Portuguesa, 12-saitigen Zupfinstrumenten mit tropfenförmigem Körper, sanft, hell und gefühlvoll spielen. Das Essen ist sehr teuer, vermutlich, weil (zumindest hoffe ich das) ein großer Teil an die Musikerinnen geht.
Die Sängerinnen hatten einen unterschiedlichen Stil. Beide sangen tief und dunkel aus der Kehle, die eine warm, die andere eher aggressiv, aber beides hat mir sehr gefallen. Mit die schönsten Fado-Restaurants findet man im Stadtteil Alfama, dem schönsten Stadtteil, und hier besonders im alten Alfama, wo es auch das Fado-Museum gibt.
Sie singen mit geschlossenen Augen, das Kerzenlicht auf ihrem Gesicht, das Gesicht beinahe schmerzerfüllt, mit den Händen gestikulierend.
Die steilen Hügel zu diesen Restaurants hochzulaufen, nachdem es den Unfall mit der Seilbahn gab, war anstrengend, denn seither sind alle Seilbahnen stillgelegt. Man sieht nur noch die leeren Gleise. Auch der berühmte (hässliche) Stahl-Aufzug der gleichen Firma wurde stillgelegt.
Bisher war ich (2024) in Porto und eine Woche pilgern in Portugal. Ich liebe dieses kleine Land. Porto ist ca. 3 Stunden mit dem Zug von Lissabon.
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Foto: Deutsche Kirche Lissabon, Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Die Hauptstadt Portugals, Lissabon, mit in ihrem Kern der Stadt über einer halben Million Einwohnerinnen, ist eine der schönsten Städte dieser Erde. Warum? Ich erzähle von meinen Erlebnissen. Zunächst nur eine kleine Liste von Vorzügen:
Die Portugiesinnen und Portugiesen sind nette, offene, gastfreundschaftliche Menschen.
Die Stadt ist nicht gefährlich, auch abends nicht.
Es gibt sehr viele sehr schöne Restaurants und Cafés mit genialem, lokalen Essen.
Unzählige Kirchen, Museen und (sakrale) historische Bauten faszinieren mit Kultur und Geschichte.
Die Stadt liegt am Fluss und am Meer, sogar am Atlantik. Boote, Schiffe, Brücken, Luft, Möwen, Fisch, Meeresfrüchte…
Die verschiedenen Aussichtspunkte sind eine Augenweide.
Man hat auch Hügel und Berge, alles ist spannend und inspirierend; vor allem, mit den alten Straßenbahnen die engen Hügel hinaufzufahren.
Es gibt wunderschöne große Plätze und kleine, süße, märchenhafte Gassen.
Man findet sich schnell gut zurecht, sowohl zu Fuß als auch via Metro und Straßenbahn.
Taxis und Uber sind viel erschwinglicher als in Deutschland.
Wein, Hotels, Essen usw. sind viel günstiger als in vielen anderen Teilen Europas.
Es gibt die wunderschöne Fado-Musik.
Besonders die kleinen lokalen Restaurants sind ein echtes Erlebnis. Sie sind im Gegensatz zu den Tourist Traps, die ihre Gäste in die großen Lokale locken und mit riesigen Essensbildern werben, die nicht mit der Realität übereinstimmen, alá Mecces, unscheinbar, klein und versteckt. Sie befinden sich meist uphill, das heißt, oben, auf den Hügeln, nicht unten downtown. Sie haben niemanden, der sie ins Lokal zerrt, keine Fotos. Das haben sie auch gar nicht nötig. Manchmal gibt es nicht mal eine Klinke an der Tür, nur eine Art Draht, an dem man ziehen muss, um die Tür zu öffnen. Innen ist es klein, voller Einheimischer, laut, lustig, duftend nach Fisch. Frauen lachen. Die Wände sind voll bunter oder blauer Keramikkacheln.
In einer Ecke wird frischer Fisch gebraten. Männer in weißen Schürzen bereiten den Fisch zu. In einer anderen gibt es Fleisch. Irgendwo läuft ein Fernseher. Auf den Tischen stehen Oliven und halbe-Liter-Karaffen grüner Wein, eine Art frischer, trockener, kühler, etwas säuerlicher Weißwein, oft mit Wasser gemischt (aber mir schmeckt sogar Reiswein); oder portugiesischer Rotwein; oder Rose. Dazwischen sitzen ein paar “mutige” Touristen, u.a. Koreaner, die mit staunenden, großen Augen umherblicken.
Der frische gegrillte Fisch wird mächtig im Ganzen gebracht, mit Gräten, Kopf, Salat, Brot und Kartoffeln. Es gibt alle Arten von Fisch. Ich aß einmal Lachs, einmal Seebarsch. Im Sommer sollen die berühmten portugiesischen Sardinen ganz frisch serviert sein. Danach gibt es Honigmelone. Man ist pappsatt und berauscht.
Natürlich bieten auch die Touristen-Fallen kein schlechtes Essen an. Ich habe dort auch gegessen, an den schönen Marktplätzen, Paella zum Beispiel, das typische spanische Reisgericht, oder cremiges Risotto. Dennoch ist es nicht dasselbe.
Mein Hotel ist auch zu empfehlen: Es liegt uphill, ist 24/7, und zum Frühstück gibt es u.a. selbstgemachte Marmelade, selbst gemachte Quiche, Croissants (gefüllt) und Saft. Nur: Der Fahrer des Hotels hat mich abgeholt vom Flughafen, der etwas außerhalb liegt, und es kostete 4 x so viel wie ein normales Taxi, aber der Fahrer konnte Englisch und hat mir während der Fahrt viel über die Stadt berichtet.
Ich bin mit Lufthansa geflogen, non stop, ca. 3 Stunden, und man gewinnt eine Stunde auf der Reise nach Lissabon.
Sehr empfehlen kann ich die “Bootsfahrt bei Sonnenuntergang” mit einem kleinen, lokalen, offenen Segelschiff. Ich hatte Glück, dass es mild und sonnig war. Überhaupt ist es im Januar sanft und leer und nicht so überlaufen mit Touris wie im heißen Sommer.
Man fährt mit dem Boot unter der der donnernden Ponte 25 de Abril-Brücke hindurch, die früher nach einem männlichen Diktator benannt wurde, eine berühmte rote Hängebrücke wie die Golden Gate Bridge, über die ich auch schon gefahren bin – die hier Alcântara mit Almada verbindet. Hier fährt unter den Autos auch der Zug. In der Ferne sieht man die große Statue des segnenden Jesus (die Christo–Rei Statue, die Christusstatue) und die Brücke Ponte Vasco da Gama, die nach Spanien führt, die längste Brücke Europas. Entlang der Graffiti-Mauer kommt man zu berühmten Restaurants auf der anderen Seite. Nach der 25. April-Brücke beginnt dann der offene Atlantik. Zuvor ist es der sehr große Fluss Tejo, geboren in Spanien.
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