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Menschen sind für das Jenseitige geschaffen, für das Erhabene. (Desmond Tutu)

Es war sehr schön, gestern an der wunderschönen Wender-Schuke-Orgel in Mühlhausen zu spielen (historisches Gehäuse). Für mich ist dies heiliges Gemäuer, fast ein wenig wie in Israel zu sein, wo ich schon zweimal war, obwohl der Vergleich natürlich hinkt. Aber immerhin war hier der, der in meinen Augen die schönste Musik der Welt geschrieben hat. Und er hatte es nicht leicht hier. Bach.

Der Altar und der Taufstein sind noch original aus Bachs Zeit. Die Orgel samt Prospekt wurde von Schuke nach Plänen Schweitzers rekonstruiert.

Einer der Kantoren hat dort eine schöne selbstgebastelte Wärmewand aufgestellt, und eine Orgel aus Strohhalmen lächelt vom Schrank herunter, sehr kreativ. Da es warm war, brauchten wir diese Schutzschleuse nicht.

Die Menschen feiern dort Andacht, was ich sehr gut finde, sie lassen sich nicht von heidnischen Verboten abhalten, während überall anders säkulare Privatparties gefeiert werden und Ostern näher rückt. Ich habe gespürt, dass Gott daran Wohlgefallen hat, wenn eine kleine Schar, ca. zehn  Menschen zusammenkommen und beten.

Es liegt letztendlich in seiner Hand, was passiert. Ich habe ein Passionslied mit ihnen gespielt und hatte Gänsehaut. Und Bach natürlich. Das Pedal ist anfangs nicht ganz leicht an dieser Orgel, aber nach einer Weile zieht sie einen hinein in den Klang, und alles gewinnt an automatischer Gravität.

Ich habe sehr genossen, an ihr zu spielen, und am Schluss war die Orgel “leicht”, so soll es sein. Gravität und Leichtigkeit, Klang, Fülle und zarte Verspieltheit. Ich liebe es, wenn ich spüre, dass auch meine Füße virtuos werden. Die Divi-Blasii-Kirche lag majestätisch in der Sonne auf dem Bach-Platz. Die Tür zum Orgelaufgang zu öffnen und zu schließen brachte mehr Übung als das Orgelspielen an sich.

Anbei von meinem 1. Semester damals in HfMT Hochschule für Musik Köln Cologne:

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19. März 2020

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Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es; aber wenn ich dem Fragenden antworten möchte, weiß ich es nicht. (Augustinus)

Heute wieder viel geübt. Das musikalische Lernen und die musikalische Intelligenz sind manchmal anstrengend. Doch auch ein böser Virus kann den Frühling nicht aufhalten. Alles duftet und singt.

Denn:

Ein feste Burg ist unser Gott, Lied von Martin Luther:

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18. März 2020

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Wenn Sie nicht zurück können, brauchen Sie nur darüber nachzudenken, wie Sie am besten vorankommen. (Paul Coelho)

Ich mag die Filmmusik zu The Artist. Und den Film Brassed off. Dieser Klang von Flügelhorn…so schön. Schade, dass ich nicht alles, nicht jedes Instrument lernen kann.

Was ist eigentlich die Arbeit beim Üben? Ich glaube, die Arbeit ist, das jeweilige neue Werk zum Fließen zu bringen. Dabei kann mir auch keiner helfen, das ist intrinsische Motivation und manchmal eiserne Disziplin. Andere können helfen, dass es schneller geht. Aber ich bin dafür verantwortlich, dass jedes Werk fließt und schwingt. Wenn ich neue Werke übe, kommt es mir so vor, als seien manche Stücke sperriger als andere, zu fließen. Es ist, als wäre der Motor noch kalt und der Wagen stolpert und humpelt. Das kann sehr anstrengend sein. Ich lege dann manchmal Abwehrverhalten an den Tag. Plötzlich fällt mir ein, dass ich noch Blumen gießen, Wäsche waschen und den Badezimmerschrank aufräumen muss. Man muss sich selbst gut kennenlernen. Ich muss mir Zeit nehmen dürfen, bis etwas fließt und wächst, ohne Druck. Ein Bambusbaum wächst vier Jahre unter der Erde. Im fünften Jahr wächst er dreißig Meter hoch. Es muss bei mir freiwillig sein. Sonst bleibt der Motor kalt. Man hat mich schon mal gezwungen, ein Stück zu spielen. Es wurde nie warm. Später übte ich dieses Werk freiwillig. Ganz anders, alles. Alles, was ich erarbeite, bleibt mein Können und Wissen, es ist wie Gold an der Börse, ich erarbeite sie nicht für einen Chef oder ein fremdes Unternehmen, das mir nicht gehört. Das Depot ist in mir.

Manche Stücke sind “nur” nett; wenn sie dennoch schwer sind, was meist der Fall ist, bleibt meine Motivation verhalten, aber auch das muss gekonnt sein. Anders bei Bach. Selbst wenn das Stück noch neu ist und es noch nicht fließt, so fließt bei Bach schon der erste Takt. Ich kenne das bei keinem anderen Komponisten. Etwas an dieser Musik ist an sich Fließen, entspringt schon an sich aus einer tiefen Quelle. Das liebe ich.

Sehr schön ist auch der alte Film Die Blechtrommel.

Anbei Fotos vom Wettbewerb in Frankfurt und zum Entspannen in dieser bizarren Welt ein Engelslied:

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Wettbewerb Berner-Stiftung Frankfurt

17. März 2020

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Kunst ist Poesie und Technik. (Ann Schlüter)

Obsessive Kreativität fühlt sich auch manchmal an wie eine Krankheit oder ein Virus: Zwischendurch wird einem kurz schlecht oder schwindlig. Ich freue mich, dass meine Noten Stille och Snö auch in den Musikläden Weimars ausliegen, wie mir heute Wolf Leidel erzählte.

Lustig, wenn manche Musikpädagogen “Üben ist Handeln” in ihren Büchern deklarieren. Als ob das nun eine Neuigkeit wäre. Aufs Klo gehen ist auch Handeln. Warum wird darüber nicht musikpädagogisch reflektiert. Ich denke, in diesem bizarren Definitionskampf um “musikalisches Üben und Lernen” und musikpädagogische Begriffe weiterer Art stehen besonders die, die nie üben. Sonst hätten sie für Derartiges keine Zeit.

Mein Beethoven-Klavierkonzert vom Januar mit der Deutschen Radio Philharmonie (Ausschnitt):

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16. März 2020

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Er hat uns allen wohlgetan, den Blinden gab er das Gesicht, die Lahmen macht er gehend, er sagt uns seines Vaters Wort, er trieb die Teufel fort. (Aus der Matthäus-Passion von J.S. Bach)

Wer mag, kann jeden Tag mit mir um 21 Uhr (jeder für sich) für Italien beten. Es tut mir so leid, was ich von dort höre und sehe. Wo bleiben die Beatmungsgeräte? Hilft da niemand? Und bald ist Ostern.

Ja, bald ist Ostern, ich freue mich. Eigentlich haben nur Männer Jesus gekreuzigt. Frauen haben sogar versucht, es zu verhindern. Es meinen viele Kirchenmänner, Frauen unterdrücken zu können, dabei waren es ausschließlich Männer, die Jesus getötet haben. Ich hoffe, manche Kirchen, die in erster Linie Musik, Chorarbeit und Anerkennung anbeten, besinnen sich jetzt auf das, um was es eigentlich geht. Musik, so schön sie ist, rettet nicht. Nicht mal Bach. Das wusste auch er.

Ich mag die Filmmusik des Stummfilmes Der alte Fritz.

Heute war ich neben Üben, Komponieren und Sonne auch Wählen, ich habe mich erinnert.

ps: Nicht nur im Internet kaufen, denkt an die Wirtschaft.

Anbei meine Chromatische Fantasie und Fuge am Steinway B, morgen poste ich meinen neuen Beethoven und freue mich über Eure Likes.

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15. März 2020

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As an organist, practicing “social isolation” feels remarkably the same as ever. (Michael T.C. Hey)

So true. Und der lustigste facebook-Spruch so far. Das Wort remarkably gefällt mir hier besonders. Das gilt für PianistInnen natürlich genauso. Auch wenn ansonsten alles verrückt ist, lache ich mich über solche Dinge schlapp.

Der Klavier-Wettbewerb in Frankfurt heute in der Musterschule als Jurorin war sehr interessant, wenn auch anstrengend, 8-21 Uhr.

Es ist leider so, dass in Wettbewerben Politik eine viel zu große Dimension einnimmt. Männer sind sehr daran interessiert, Jungs mit Sonderpreisen zu versehen, vor allem dann, wenn Mädchen gewinnen. Da gewinnt ein Mädchen mit Höchstpunktzahl aufgrund einer hervorragenden Beethoven-Leistung, aber es wird dennoch ein “Beethoven-Preis” aus dem Hut gezaubert und jemand anderem gegeben, damit dieser “nicht zu kurz kommt”. (“Das Mädchen hat ja schon einen 1. Preis, sie wird schon genug Größe haben, ihm das zu gönnen.” (Zitat)

Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, wäre es sicher noch viel drastischer dazu gekommen, Jungs zu bevorzugen. Besonders laute Showoff-Stücke wurden überdimensional bepunktet. Ich war die einzige aktive Pianistin in der Jury. Es wurde sich nie darüber Gedanken gemacht, einem Mädchen einen Sonderpreis zu geben.

Obwohl ich gelernt habe, dass man sich nicht darauf verlassen kann, bei der Förderung von Frauen andere Frauen mit im Boot zu haben (im Gegenteil, manche Frauen sind fixiert darauf, Männern zu gefallen), habe ich beschlossen, mit der Förderung von Mädchen und Frauen nicht nachzulassen. Auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie dies aussehen wird.

Ansonsten waren alle jungen Musikerinnen und Musiker heute beachtlich. Ich denke, Frauen und Männer mit Söhnen wollen Mädchen und Frauen nichts gönnen. Und Männer, die in der Schule Lehrerinnen hatten, von denen sie sich unterdrückt fühlten. Man kann sich nun genau vorstellen, wie es in (Orgel)wettbewerben wie ISAM und Wiesbaden etc. zugeht, in denen nur Männer in der Jury sitzen bzw. eine Frau (die meist eine ist, die Männern gefallen möchte, um beliebt zu sein, sonst wäre sie nicht ausgewählt worden – oder eine, die schweigt und lächelt) – oder in denen Leute wie Lohmann, Essl etc. in der Jury sitzen, die meist ihre eigenen Schüler gewinnen lassen und die es überhaupt nicht stört, dass in den Eignungsprüfungen und Wettbewerben nur Männer in der Jury sitzen und hauptsächlich Männer gewinnen.

Dieses Stück wurde in der letzten Kategorie auch gespielt:

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14. März 2020

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Bakterien-Emoji???!!!

Übrigens hier eine kleine Auswahl großartiger amerikanischer Frauen: Harriet Tubman, Eleanor Roosevelt, Rosa Parks, Wilma Mankiller, Alice Paul, Betty Frieden, Shirley Chisholm, Sojourner Truth, Rachel Carson, Barbara Jordan, Margaret Sanger, Patsy Mink, Clara Barton, Francis Perkins, Elizabeth Cady Stanton und Susan B. Anthony.

So wie es ein grünes Emoji für das Virus gibt, gibt es auch das Toilettenpapier-Emoji, was ja nun wohl Mangelware in den Supermärkten ist?

Sehr empfehlen kann ich den Film Alice in den Städten von Wim Wenders. Bis jetzt fand ich seine Filme eher überspannt, aber dieser ist gut. Dieser Film ist freilich genauso unrealistisch wie die Hollywood-Filme, aber er setzt schon einen Unterschied. Aber das Mädchen ist sehr erwachsen. Sie wird im Grunde als eine Frau dargestellt. Daran merkt man, dass es ein Männerfilm ist. Die sehr melancholische Musik durchgehend nervt etwas. Wenders Frau ist übrigens richtig toll. Sie ist Fotografin und hat tolle Fotos von mir gemacht.

So, nun wage ich mich nach Frankfurt.

Anbei meine Gedichte, die ich lese:

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Seht, wie die Bäume, die Blumen, das Gras in einer tiefen Stille wachsen. (Mutter Teresa)

Gott liebt Stille. Ich auch.

Ich bin unglücklich, dass das Bach-Festival 2020 wegen dem Virus ausfällt. Aber ich freue mich, dass es auf 2021 verschoben ist. Ihr könnt mich dann dort in Arnstadt am 20.3.2021 hören. So etwas ist das erste Mal in meinem Leben. Das muss ich erst mal verkraften, ich habe geweint. So traurig. Aber so geht es gerade vielen Musikern, und diese alle tun mir leid. Ich denke an euch. Dieser Shutdown-Corona-Virus….

Was mir an der Orgel sehr gefällt ist, dass man durch gute Artikulation und gute Verbindung mit der Akustik der Kirche (so wie man beim Pferd am Zügel durch Training eine gute Anlehnung erhält, wie es genannt wird) das Sostenuto-Pedal wie am Flügel erfährt, das man aufblühen lassen, das man “kneten”, mit dem man arbeiten kann und das ich anfangs so vermisste an der Orgel – es ist da, wenn man sich sensibel und mit Erfahrung in die Akustik legt, besonders bei Mozart.

Anbei ein Orgelstück von mir: Tanz an der Orgel, vom Konzert Internationalen Orgelsommer Riddagshausen/Braunschweig an der Führer-Orgel in der schönen Klosterkirche.

Ich freue mich und es tröstet mich, wenn ihr dieses und alle meine Videos auf YouTube liked.

Und es gibt Neues hier:

Komponistin Ann-Helena Schlüter

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Die einzige Art, mit dem Leben fertig zu werden ist, dass man es liebt. (Georges Bernanos)

Sehr empfehlen kann ich grünen Tee von Vahdam, er schmeckt sehr erdig.

Anbei neue Fotos auf:

Ann-Helenas Facebook-Page

Ich habe viel Neues komponiert.

Seltsam ist, dass manche Kirchenmusiker keine “Orgelfreaks” sind, sich nicht um Orgeln kümmern.

Ein neues Klavier-Video von mir von Naxos:

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11. März 2020

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Das Leben muss genauso einregistriert werden wie eine Orgel. (AHS)

Ca. fünf Stunden Üben netto am Tag  ist nicht nichts. Nettoüben sozusagen.

Hier werden noch Tickets verlost für meine Konzerte in Arnstadt im Rondomagazin:

Tickets Ann-Helena Verlosung Arnstadt

Anbei das Programm für Arnstadt:

Bach-Festival Arnstadt

Wenn ich so oft unterwegs bin, nicht mehr viel daheim zum Essen ist und ich dann wieder einkaufe und heute, mit den vielen Nudeln im Arm, zurückkam, dachte ich mir: Vielleicht dachten die Leute, ich hätte hamstergekauft?

Ich bin froh, dass die Hysterie nicht im Januar ausgebrochen ist – die Beethoven-Konzerte hätten dann nicht stattfinden können.

Reiten auf Marisol (mit ihrer langen Mähne) gestern war wieder sehr schön; das Dehnen von Bein, Ferse und Spann und die “große Haltung” ist auch sehr gut für die Orgel. Wenn die Leute immer sagen: Links ist da, wo der Daumen rechts ist, so ist das abstrus, denn die Leute wissen doch meist nicht, wo der Daumen rechts ist.

Anbei meine Piano-Workshops zum Festival in Hamburg:

Workshops Ann-Helena Hamburg

Am Samstag bin ich nun erst mal als Jurorin in Frankfurt, ich freue mich auf das Team.

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Ann und Zwillinge am Klavier