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Tur Blogg

14. Mai 2025


Letzte Woche waren wir fliegen, mit einer kleinen, weiß-roten Maschine mit Propeller, einer Cessna FR 127 K 1981 „Madeleine“ (wie ich sie taufte), ein Flug 60 min über Unterfranken:

Es war schönes Wetter wolkenlos, wir hatten also paar Spirenzchen (fränkisch für Sperenzchen), nämlich Thermik (Aufwind). Es hat schon geschaukelt. Die fränkischen Erdbeeren, die ich vorher gegessen hatte, hüpften mir im Magen herum. Vor allem, wenn er Kurven flog.

Das kleine Ding ist so laut, dass man Kopfhörer tragen muss. Allerdings war das Reden der zwei vorn da drauf so stark, dass mir die Ohren halberter wegflogen. Ansonsten war es super, die Kirchen und Klöster und Burgen und Städte, in denen ich schon gespielt habe, von oben zu sehen.

Wir flogen tief, so dass wir alles sehen konnten: den Main, die Festung, die Felder, Gramschatz, die Steinburg, wo wir neulich fränkischen Spargel essen waren …. Hmmmmmm, Note 1. Keiner schmeckt mir so wie dieser, mit fränkischem Weißwein… wobei, der hessische Spargel ist auch nicht schlecht.

Nur am Ende des Fluges war mir etwas schlecht. Ich saß nämlich hinten.

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Ich freue mich auf die beiden historischen Orgeln Link und Buchholz am WE.


13. Mai 2025

Ich finde es wichtig, dass man die eigene Meinung mit Namen kundtut und eben nicht anonym oder mit Fake-Namen. Eben nicht mit einem Alias oder wie auch immer man das normal gewordene Verhalten im Internet nennen möchte, denn das Netz verroht und verpöbelt mit Millionen von feigen Nutzern, die kritisieren, lügen, mobben und hetzen, ohne zu zeigen, wer sie sind.

Wer eine andere Meinung zu Mainstream, Mainstream-Medien und Mainstream-Politik hat, der sollte sich erst recht nicht einreihen in den anonymen Mob, auch nicht aus Selbstschutz, auch nicht als YouTuber.

Denn hat Dietrich Bonhoeffer als „Clown“ agiert oder Martin Luther King als „Clownswelt“? Nannte sich Jesus Kuchen-TV? Nein. Sie haben mit ihrem Leben und ihrer ganzen Existenz bezahlt und sind das volle Risiko eingegangen. Das ist unser Vorbild. Das verändert die Welt. Das schreibt Geschichte.

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12. Mai 2025: Und das Licht erhält Formen, und diese Formen haben Gewalt. (Le Corbusier)

Ich freue mich auf das nächste WE, im schönen Osterburg in Sachsen-Anhalt und dann nach Stornfels, Hessen. Das Bundesland, das ich noch am wenigsten kenne, ist Brandenburg mit seiner Hauptstadt Potsdam.

An der Orgel hält man immer Klangregie.

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11. Mai 2025: Du bist jenes Licht über allem Licht. (Hl. Katharina von Sienna 1351)

Foto: Elektra

Aus einer Routine Kunst zu machen, das ist ein Kunstwerk. J.S. ist es gelungen. Es steckt überall drin, Tiefe, Wille.

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10. Mai 2025: Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Nur Gott ist Herr, kein Mann.

Ich bin genauso evangelisch wie katholisch wie ich Pianistin und Organistin bin. Es geht beides. War nicht auch Jesus Jude und der erste Christ, zudem Gott und Mensch? War nicht Luther katholisch und wurde der erste Prostestant?

Ich liebe den evangelischen Glauben, wenn er echt, pur und original ist, und ich liebe den katholischen Glauben, wenn er ernst, suchend, fromm und demütig ist. Ich liebe auch den freikirchlichen Glauben, wenn er mutig, wahr, authentisch und erfüllt ist.

All dieses kann und muss zusammen gehen in Einheit und Liebe. Ich bin und war in allen jenen Strömungen intensiv involviert und habe alles erlebt. Ich bin ökumenisch, gelinde gesagt.

Da viele Kirchenmusiker und Kantorinnen zu wenig Anerkennung erhalten wie die meisten Angestellten, ist es wichtig, dass sie irgendwo künstlerisch erfüllt werden, ohne Druck aufzubauen.


9. Mai 2025: Wir sind Papst. (USA)

Chorleitung ist sehr erfüllend. Wenn ich keine Instrumentalistin wäre, was mich sehr erfüllt, dann würde ich auch komplett auf Chor gehen. Beides zu haben ist sehr spannend. Natürlich alles eine Zeitfrage. Ich meine, beides toll oder zumindest sehr gut zu machen.

Viele, die es nicht als Instrumentalisten geschafft haben, gehen auf Chor. Dann muss der Chor Erfüllung sein oder werden. Was für einen Chor eine Überforderung sein kann. Vor allem in der Kirchenmusik und mit Laienchören. Da wird dann viel zu viel Druck aufgebaut. Gut ist es, wenn man keine künstlerische Anerkennung rein von der Chorarbeit ziehen muss, weil man schon woanders erfüllt ist, sondern sich einfach ganz auf die Arbeit mit einem Chor konzentriert und dort das Beste gibt.

Ich kann hier auch die ermutigen, die noch neu in der Chorwelt sind, was Leitung angeht. Man muss keine Therapeutin, Sozialpädagogin, Sozialarbeiterin oder dominanter Lehrertyp sein, um einen Chor zu leiten. Man muss auch kein narzisstisches, herrisches A*Loch sein, das fremdgeht und mit Sängerinnen flirtet. Es geht wirklich auch so, wie man ist: authentisch, begeisternd, voll Energie, voll auf das Ziel und die Musik konzentriert, mit einer Musikalität, die alle mitnimmt.

Man lernt als Chorleiterin auch immer dazu. Es ist super, wenn man hier gecoached wird und wenn Lernen und Weiterbildung selbstverständlich sind.

Master Chorleitung ist jetzt mein 15. oder 16. akademischer Abschluss. Aber für mich ist das nicht etwas Seltsames, sondern etwas, das mich sehr inspiriert: meine Musikalität von jeder Seite zu schärfen. Wie ein Beil oder ein Messer. Was wiederum meine ganze Persönlichkeit als Gesamtkunstwerk schärft, und auch meine Seele. Auch wenn ich es zusätzlich tue, bedeutet es nicht, dass es nebenbei geschieht. Im Gegenteil. Da mein Leben Musik ist, ist jede weitere Schärfung Teil meines Lebens. Ich trenne da nicht.

So war es auch mit dem Orgelspiel. Orgel kam dazu. Manche denken ja, man kann nur eines und müsse dann austauschen: Klavier gegen Orgel. Orgel gegen Klavier. Chor gegen Orgel oder gegen beides. Völliger Quatsch.

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8. Mai 2025: Eine kleine Pilgerfahrt …

Marienlieder klingen alle recht ähnlich, wiegend, schaukelnd, milde, weich … hübsch natürlich, aber wäre nicht auch mal ein spritzig-wildes oder quirliges Marienlied schön? Das ist ja trotzdem Maria 1.0

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7. Mai 2025: Eine Akustik, die selbst ein Instrument ist, und in Zusammenhang mit der Orgel ein Doppel-Instrument. (AHS)

Gestern war ein kleiner Erholungstag. Wir waren im Zoo, haben Stachelschweine gestreichelt, Esel und Ziegen (mir gelingt es manchmal, Tiere bis ins Koma zu streicheln oder dass sie sich völlig in mich verlieben) – und anschließend war ich seit langer Zeit mal wieder reiten, auf einer großen Apfelschimmel-Stute, die ich Stracciatella taufte. Man verlernt es nie, doch die Mischung aus Weich & entspannt und Körperspannung ist nicht immer leicht, jedenfalls nicht im Galopp.

Eingesperrte Großtiere wie Nilpferd, Krokodil und Bären kann ich nicht gut ertragen.


6. Mai 2025: Nehmt mir meine Seufzer, ihr Lieder, wehmütig und trüb! (Heinrich Heine)

Foto: Plakat Konzert Hirschhorn

Ich liebe die Farben im April und Mai. Farben sind Lieder.
Anbei die unfassbar schöne Unionskirche in Idstein:

Eine Akustik, die selbst ein Instrument ist – in Zusammenhang mit der Orgel ein Doppel-Instrument. 

Manchen mag die Kirche zu überladen wirken. Aber ich finde sie wundervoll.


https://www.ann-helena.de/orgelinformation/walcker-orgel-unionskirche-idstein-hessen/


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5. Mai 2025: Auf dem Weg zum Licht lass keinen zurück. (Rosegger)

Foto: 1. Mai 2025

Ich glaube, dass Menschen, die Freiheit lieben, auch zeitgenössische Kunst und Musik lieben und darin ihre Lust auf das Experimentieren ausleben, ob aktiv oder passiv. Doch auch in der Kunst und Musik gibt es eine Sklavenhalter-Mentalität, eine Herrschaft im Sinne von Männerschaft, eine Lobby, die mit Schlingen der Macht agiert und bestimmt, anstatt zusammen zu arbeiten und frei zu lassen.

Meine Master-Chorleitungsprüfung an Folkwang mache ich mit dem Schwerpunkt Arrangieren und Komposition. Wann genau, gebe ich noch durch – entweder Ende des oder Anfang nächsten Jahres.