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Pedal Heinrich Bechstein Orgel Kirche Heubach

Der Neuheit Reiz ist ihm verloren, er kennet, was die Erde trägt… (Karoline von Günderrode)

14. Juni 2026: Ach, wenn dein Herz fest ist, dann magst du untätig weilen beim Nicht-Handeln, und alle Dinge wandeln sich selber. (Dschuang Dsi)

Foto: Pedal Bechstein Orgel Heubach Odenwald

Heute erinnere ich an die polnische jüdische Psychologin Alicija Englard, unter dem Namen Alice Miller bekannt, 1923 geboren. Sie wandte sich gegen die Lehren Freuds. Zurecht. Und ich höre Keith Green.

Gestern probte ich an der wunderschönen Steinmeyer Orgel 1875, historisch romantisch, im evangelischen Sommerhausen am Main bei Würzburg, einem idyllischen unterfränkischen Dorf, in ev. St. Bartholomäus, eine Altarorgel mit Gesicht zum Altar, was besonders ist. Jetzt fahre ich dann später nach Arnstein zum Konzert.

Historisch romantische Denkmal-Orgel, Altar-Orgel Steinmeyer Orgel ev. St. Bartholomäus Kirche Sommerhausen am Main, 2 M, 24, R, mechanische Kegelladen

Im historischen braunen Gehäuse von 1740 von Johan Philipp Seuffert befindet sich diese wundervolle romantische Orgel mit frei stehendem Spieltisch. Eine Altarorgel mit Gesicht zum Altar, was etwas Besonderes ist.

Die Orgel wird 2026 / 2027 generalsaniert für ca. 30.000 Euro. Die letzte Sanierung ist knapp 25 Jahre her.

Es ist meine 30. Steinmeyer Orgel. Auch diese Orgel im idyllischen unterfränkischen Dorf musste für den  Krieg 1917 ihre Zinn-Prospekt-Pfeifen abgeben, sie wurde 2002 von Orgelbau Hey überholt.

Der Sommerhäuser Prospekt in diesem malerischen Ort ist eben deswegen so schön, weil er über dem Altar steht. Die Akustik ist ein Traum, sehr vokal und samtig. Es gibt viel Holz in der Kirche, unter anderem die zwei Holz-Emporen. In diese Akustik singen die warmen, rauchigen, kernigen Klänge der Orgel.

Nahe der Bischofsstadt Würzburg hier in Franken entstanden hier in den Dörfern die ersten Wehrkirchen. Die wertvolle gelbe Kirche besitzt 4 große Glocken. Obwohl auch dieses  Instrument eine Neobarockisierung durch Orgelbau Mann 1958 erleiden musste, konnte der romantische Klang größtenteils später gerettet werden. Die erste Orgel gab es hier schon 1629.


Ich frage mich, wie es sein konnte, dass Goethe über so lange Zeit angebetet wurde. Er war Beamter, Jurist, privilegiert, verwöhnt, mit reichem Papa, immer gesichert, Staatsdienst, langweilig, hat bekommen, was er wollte; auf der Sonnenseite des Lebens; kein Künstler. Er musste und wollte und konnte nie von der Kunst leben.

Man liest über ihn, er “genoß die Frauen”. Die Frauen. Was auch immer das heißen mag. Manchmal schreiben sogar Autorinnen so, dass Männer “die Frauen” genießen etc.

Gut, Goethes Sprache ist sehr gut; aber es gibt viele andere mit schönerer Sprache. Zum Beispiel Georg Trakl, ein echter Künstler. Nehmen wir Faust – was für ein Aufhebens wurde gemacht um Faust mit dieser absurden, unrealistischen, lächerlichen Handlung, wo andauernd jemand aus Versehen jemand anderen vergiftet. Was soll das bitte für eine Story sein?

Und schließlich wird ein Mädchen von einem Idioten ins Unglück gestürzt – Grooming, das ist also die Pointe, ist das wirklich so poetisch und kreativ? Frauen heißen bei ihm Gretchen, Lieschen, Bärbelchen, Heidrunchen, Monikachen … was für ein sexistischer Schmarren. Dazu kommt eine Portion gottlose Magie, ein paar kindische Bibi Blocksberg-Figuren aka “Phantasiegestalten”, und schon heißt es, es sei männergenial. Der Idiot aber kommt davon und leidet nicht. Aber die Frau will – natürlich – für ihn sterben.

Ist es denn so tiefsinnig, zu merken, dass viele den Hals nicht voll kriegen und dem Teufel anstatt Gott gehören wollen, so wie Good Goethe selbst? : “Vom Himmel durch die Welt zur Hölle”. Na super. (augenverdreh) Danke für den Lebens-Tipp! Da halte ich mich lieber an das Umgekehrte: Es strebt die Welt durch Nacht zum Licht, und ohne Kreuz, da geht es nicht. (Erika Bock) Aber Goethe und Faust wollen nicht leiden. Und sein Gewissen auch nicht.

Dagegen Goethe und sein Mephisto: “Wer will was Lebendiges erkennen und beschreiben, sucht erst den Geist heraus zu treiben, dann hat er die Teile in seiner Hand. Fehlt, leider, nur das geistige Band.” Leider leider, das geistige Band fehlt wirklich, denn der Geist, der in Faust Goethe lebt, ist nämlich eher kindisch und egoistisch. Er hasst die Unschuld.
Sein Mephistochen kann er auf diese Weise vielleicht kontrollieren und bändigen. Auf dem Papier. Wirklich erkannt aber haben beide nicht, um was es im Leben geht. Davon kommt er nicht; und auch die nicht, die lieber Goethe anbeten in einer Art Kult-Religion, wie man am geschicktesten das Leben genießt, ohne Leid und Opfer – und die Frauen.

Die Disposition der schönen Steinmeyer Orgel:

Das lange Video zur Steinmeyer Orgel in Sommerhausen:

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