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Reubke Orgel Organistin

Was ist das eigentlich, Schreiben und Weiterschreiben als Zwang? Es ist wie am Leben bleiben, das im Schreiben gelang. (Karl Krolow)

9. Dezember 2025: Anders als Mozart und Beethoven bleibt Bach hinter seinem Werk verborgen. (Die Zeit, 2008)

Ich lese Karl Krolow (1915) und Ernst Jünger, beides Schriftsteller aus längst vergangenen Zeiten. Aus Zeiten, die mir fremd sind. Gerade deswegen finde ich deren Leben und Gedichte sehr eindrücklich und in gewisser Weise beängstigend, denn ihre Worte zeigen mir, wie wenig wir doch als Menschen wissen von fremden Welten, Worten und Zeiten. Obwohl wir heute meinen, durch Medien und Bildung alles oder das Meiste zu kennen.

Wissen ist ein Schatz und eine Bürde. Wenn ich auf neue Gedankengänge stoße, auf neue Wörter und Formulierungen, dann jauchzt etwas in mir vor Vergnügen. Vermutlich mein Horizont, der sich weiter dehnt und wie ein Schwamm ist. Man trifft ja lange heute auf nichts Gutes mehr, überall Schrott, in Buchläden besonders. Es ist also ein Geschenk, plötzlich und überraschend auf richtig gutes Futter zu treffen.

Um an Kunst und Literatur dran zu bleiben, braucht es viel Arbeitswillen, es ist mühselig, man ist durch gesellschaftliche Anforderungen oft beinahe gehindert. Mein Lebenselixier ist zudem die Musik. Mit einer Eindringlichkeit zieht sie mich an sich. In der Musik sehe ich die höchste Literatur und Verdichtung.


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