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Ann-Helena Schlüter

16. August 2020

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Dort, wo die Gefahr am größten ist, wächst auch das Rettende. (Anonym)

Dies habe ich heute auf einer Litfaßsäule in Salzburg gesehen, es hat mir sehr gefallen.

Ich war heute in Mozarts Cosi fan tutte im großen Saal des Salzburger Festspielhauses – es war die bestgesungenste Oper, die ich je gehört habe! Und ich habe schon viele gehört, auch Cosi fan tutte zweimal. Auch Bayreuth war nicht besser. Heute war die vorletzte Aufführung dieser Oper. Die Sängerinnen waren gleichzeitig phantastische Schauspielerinnen, ich habe noch nie so viel gelacht in einer Oper. Besonders diese Despina – die Zofe – einfach köstlich. Ich habe mich ausgeschüttet vor Lachen. Und die beiden Mädchen, Dorabella und Fiordiligi, haben wunderschön gesungen, hell, rein, ohne dieses übertriebene Opern-Vibrato, dazu sehr emotional und spannend. Es war nicht einfach nur steif und perfekt, wie sie oft ist, die militärische Klassik. Es war endlich etwas, was ans Herz ging.

Das Beste aber war Joana Mallwitz, endlich eine Dirigentin! Und was für eine. Sehr gut. Sie dirigiert nun meine Schwester in Nürnberg. Ich habe so viel “Bravo” gerufen, dass ich ganz heiser bin. Ich hatte einen sehr guten Platz vorne, ich konnte ihre eleganten Bewegungen sehr gut sehen, konnte das ganze Orchester im Graben beobachten, jeden. Diese junge Frau hat sich, um ins Männersystem zu passen, die Haare ganz kurz geschnitten und nach hinten mit Gel gestrichen! Damit sie ja wie ein Mann aussieht oder nahe herankommt. Traurig, was Frauen auf sich nehmen müssen. Dabei ist sie sehr weiblich.

Dennoch hatte sie es mit den Wienern nicht leicht. Dieses Wiener Orchester hat lange keine Frauen im Orchester zugelassen, sie hatten auch heute nur ein einzige Frau im Graben! – und werden nun gar von einer jungen Frau dirigiert! Man kann sich vorstellen, wie schwer sie es gehabt haben muss. Ich habe diese Männer genau beobachtet, zwei Stunden lang. Einer kam zu spät – bei den Salzburger Festspielen! – , und viele haben getuschelt und gegrinst. Bei Ricardo Muti heute morgen (Beethovens Neunte) waren sie alle wie eine Eins. Was für eine Truppe! Angeschaut hat sie nur der Pianist am Hammerklavier, dieser war sehr gut.

Dennoch hat sie alle Einsätze perfekt dirigiert. Und was schreibt das Programmheft? “Sie ist die erste Frau in der Geschichte der Festspiele, der eine ganze Aufführungsserie anvertraut wird.” Anvertraut. Was für ein Armutszeugnis für die Salzburger Festspiele, die seit 1945 hundert Jahre gebraucht haben, eine Frau eine ganze Serie dirigieren zu lassen.

Dabei gibt es so viele hochbegabte Frauen. Die Salzburger Festspiele sind leider noch immer sehr männerlastig, noch immer ein sexistisches Festival mit vielen alten Männern – dadurch wirkt alles so grau, steif und militärisch. Alle Komponisten: Männer. Fast alle Solisten: Männer. Fast alle Dirigenten: Männer. Fast alle Instrumentalisten: Männer. Fast alle Texte in den Programmheften: von Männern. Die einzigen, die promotet werden, sind Sängerinnen, weil Männer nicht wie Frauen singen können. Könnten sie es, hätten sie diese Partien auch übernommen.

15. August 2020

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Wo der Wille nur erwacht, dort ist schon fast etwas erreicht. (Hofmannthal)

Ich freue mich auf die Presse von Erlangen. Die schöne Walcker-Jann-Orgel ist erneut eine “Universalorgel” im besten Sinne.

Bin nun in Salzburg gelandet. Salzburger Festspiele.

Salzburger Festspiele

Kent Nagano heute in der Felsenreithalle mit Mahlers Lied von der Erde war sehr interessant, ich habe seine Bewegungen genau verfolgt.

Das Stück Jedermann von Hofmannsthal im Festspielhaus gestern Abend war spannend. Es wird wohl seit hundert Jahren jedes Jahr gespielt. Es wirft natürlich den Mann an sich in ein schlechtes Licht. Schön ist, dass es ein christliches, weises Stück ist. Jedoch wird dies wohl meist verkannt, diesen wahren Aspekt. Da sitzen nämlich die reichen Jedermänner im Publikum mit ihren teuren Karten und verstehen nicht, dass sie selbst gemeint sind, dass sie selbst umkehren müssen. Der Mittler, der mitgeht, ist Jesus, keine Menschen, keine Werke, auch nicht der eigene Glaube. Denn der kann gar nicht existieren ohne Jesus. Man muss wissen, an wen man glaubt und warum. Dies wurde nicht genug herausgebracht. Das Evangelium blieb dadurch an entscheidender Stelle im Stück auf der Strecke, wahrscheinlich durch die Inszenierung. Daher bekam der schwule Teufel am Schluss den meisten Applaus. Ich war berührt, dass am Ende, als wir das Haus verließen, Christen Zettel verteilten, auf denen das Evangelium stand. Passend zum Stück.

In Salzburg gibt es an sich keine Maskenpflicht, was einen ja schon mal aufatmen lässt. Frische Luft zu atmen ist Luxus geworden. Überall höre ich Französisch, Italienisch und Bayerisch. An sich sprechen die Österreicher auch bayerisch.

Das neue Museum für moderne Kunst (Museum der Moderne) auf dem Mönchsberg ist sehr schön; moderne Kunst war es natürlich nicht. Daher passt der Titel des Hauses nicht ganz. Aber es wurden viele Frauen ausgestellt, endlich. Wunderbare jüdische Künstlerinnen, deren Werke mir sehr gut gefielen: Lotte Laserstein, Else Lasker-Schülers Zeichnungen und Louise Kolm-Fleck. Wobei der Mann, ein Thöny, die größte Fläche bekommen hat. Seine Bilder gefielen mir nicht. Zudem kam es mir suspekt vor, dass von ihm berichtet wurde, er hätte “ganz nach seiner Gewohnheit im Exil New York jahrelang im Hotel gewohnt, so wie in Graz.” Wie konnte er sich das leisten? Wurde nicht erwähnt. Es wurde im Grunde die gesamte Realität weggelassen. Die Lebensrealität. “Sein Problem war, wie er die Lichter der Stadt malen sollte.” Aha. Dieses Problem hätten andere Juden, die sich eine Überfahrt nach New York nicht leisten konnten, sicher auch gern gehabt.

Endlich hat Salzburgs Stolpersteine auch den jüdischen Künstlerinnen Patz gemacht, wie Alma Rose. Da Frauen nicht so aggressiv wie Männer auf Erinnerung von sich selbst pochen, werden sie oft vergessen, wird erschreckend lang über sie geschwiegen. Aber nun ist Salzburg aufgewacht. Ich hoffe nur, dass die Bewegung, Frauen ihren rechtmäßigen Platz zu geben, nicht zerstört wird. Es gibt ja nun genügend Männer, deren Kultur es nicht ist, Frauen zu ehren. Und Frauen sind oft zu leise darin, andere Frauen zu ehren.

Heute freue ich mich dennoch auf Barenboim abends und Mozart frühs.

Schön war es, im Cafe Tomaselli “Mozarts Mandelmilch” zu trinken, “die er immer trank, im Kirschenzimmer, wenn er Noten schrieb”. Okay, klar. Schön war es trotzdem, vor allem, die Fiaker zu sehen, die mit ihren lieben Pferden vorbeitraben. Heute Abend gibt es Mahler. Die facebook-Gruppe Pinnwand Kirchenmusik schaltet Beiträge von Organistinnen kaum frei, so dass die Gruppe zu 90 Prozent aus männlichen Beiträgen besteht.

14. August 2020

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Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister. (Schopenhauer)

Dieser soll ein düsterer Frauenhasser gewesen, schon vor 150 Jahren. Ich muss sagen, Philosophie ist schön, aber der Glaube ist viel mehr. Man ist bei Gott ein sehr kreatives Ich, was manche Philosophen nicht verstehen (wollen). Diese meinen, nur ohne Gott und ohne seine Ordnung sei man wer, oder besser – ein Mensch. 

Das Konzert in Erlangen war sehr schön und ausverkauft, coronabedingt durften nur 100 mit Voranmeldung hinein. Die große blaue Walcker-Jann-Orgel von 1961 (Jann 1996) mit Engeln verziert und drei Manualen (HW, OW, SW) und schönen Zungen steht auf einer Empore, auf der es beinahe 30 Grad war. Sie hat auch typische Register der Orgelbewegung, zum Beispiel Pommer 4 im Pedal. In meinem schwarzen Kleid konnte ich in dieser Hitze nicht spielen, ich habe mir etwas Luftiges angezogen, üben tue ich meist nackfüßig. Erlangen ist eine sehr schöne Stadt, etwas kleiner als Würzburg. Um mich abzukühlen, habe ich mir kurz vor dem Konzert auf die kalten Steine ganz unten beim Orgeleingang gelegt. Das war der einzige kalte Ort. Da auch Leute oben sitzen durften, hat mich eine Dame dort im Dunklen liegen sehen. Sie kam auf mich zu, ob alles in Ordnung sei. Ich sagte, dass ich meditiere. Oh, sagte sie. Das verstehe sie. Es kostete mich Überwindung, kurz vorher in dieser Hitze Socken und Orgelschuhe anzuziehen. 

Piece d’ Orgue Fantasia G-Dur gefällt mir immer sehr gut, vor allem “die längste Tonleiter der Welt” am Schluss. Ich habe nun auch einmal gehört, wie man den dritten Teil von Piece d’Orgue cembalomäßig und leise (sogar langsam) spielen kann. Es geht auch, wobei ich die fulminante Lösung lieber mag. Es mag ja gerade der Witz sein, dass die Tempobezeichnungen immer langsamer werden, die Leidenschaft aber immer hitziger wird. Festgestellt habe ich, dass man immer vorsichtig sein muss, das Pedal nicht zu laut zu registrieren, denn dann wird es träge, vor allem die 16′. Leider macht es mir noch immer keinen Spaß, Stücke von hinten zu üben. 

Das Talent arbeitet, das Genie schafft. (Schumann)

Das Schaffen macht Spaß, das Arbeiten weniger, scheint aber doch auch dazuzugehören. Schön finde ich an Liszt Ad nos, dass das Thema überall ist, in sämtlichen Gesten, Schattierungen und Nebenstimmen – Ingesamt kann man sagen, dass es hilft, möglichst wenig Mätzchen oder Kokolores an der Orgel zu machen. Hier und da kann man sich ein Sahnebonbon leisten. Aber nicht die ganze Zeit. Vor allem nicht am Anfang: Das Stück beginnt mit einem dunklen Bühnenbild. Ruhig.

Die Orgel ist wie ein Pferd. Es möchte nie grob behandelt werden und auch nicht immer getrieben werden.

Ich merke, dass ich bei der Registrierung dieses Stückes sehr perfektionistisch bin. Oder jedenfalls ändere ich jeden Tag um. Immer fällt mir etwas Neues auf und ein. Ob man jemals die perfekte Registrierung findet?

Manche sind durch mich ermutigt und inspiriert, auch einen Blog zu schreiben.

Empfehlen kann ich das Buch Himmelblau und Rabenschwarz.

12. August 2020

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Kein Gebiet ist so klein, dass sich darauf nicht Größe entfalten könnte. (Sprichwort)

Gut, dass ich manches schon vorgeschrieben habe, sonst käme ich mit meinem Blog gar nicht mehr hinterher…

Bei dieser Hitze Orgel zu üben ist schon schwer.

Ich freue mich auf mein Orgelkonzert heute in Erlangen und dass ich von vielen höre, dass sie meinen Blog schön und herzergreifend finden.

Interessant ist die englische Orgelmusik von Herbert Howells. Als nächstes möchte ich Reubke-Sonate lernen.

Ich liebe alle Ladegast-Orgeln, die ich gespielt habe: in Leipzig, Schwerin, Rudolstadt, Merseburg und Köthen.

Wichtig ist, dass man immer mehr Orchester hört beim Orgelspielen. Dass es nicht “nach Orgel” klingt. Schon gar nicht bei Ad nos. Ich stelle mir die Celli, Oboen und Klarinetten vor. Das ist an der Orgel leichter als am Flügel. Wenn nur die Pfeifen nicht wären.. 🙂

Empfehlen kann ich den irischen Film Das Leuchten des Regenbogens. 

11. August 2020

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Moses gab den Auftrag, Posaunen anzufertigen; mit Flöten- und Harfenklang hat das auserwählte Volk Loblieder gesungen. Wir sollen loben und jubeln. (AHS)

Es war wunderschön im Merseburger Dom. Ich habe vier Tage dort Tag und Nacht geübt. Es war sehr anstrengend, aber ich war trotzdem glücklich. Was für eine Orgel, vier Manuale, sehr selten in Sachsen-Anhalt, eine Orgel von 1855. Schweitzer war nie hier, hat aber die Orgel aus der Ferne gelobt. Die Orgel mit dem wunderschönen Rückpositiv ist voller Engel. Die Registerzüge gehen genau bis zur Zahl 100. Setzer gibt es natürlich nicht, auch keinen Barker. Wenn man die Manuale koppelt, hat man zu kämpfen, was mir aber Spaß macht, besonders bei Bach Fantasie G-Dur Piece d’ Orgue. Die Orgel ist nie zu laut. Meine fünfte Ladegast. Nur einmal sagte man am letzten Tag, die Besucher könnten ihren Audio-Guide nicht mehr verstehen. (Da fragt man sich, was wichtiger ist, der Audio-Guide oder Liszt?) Ich liebe die Undamaris, die Flöten und die 16′ und  32′, besonders in den Manualen, die Schallmay (Zunge) und alle Zungen. Die Prospekt-Fassade ist überwältigend, doch noch schöner sind die Klangfarben aus dem Herzen des Instruments. Auch die kleine weiße Ladegast (ein Manual) unten habe ich gern gespielt- ich liebe die historischen, runden Registerknöpfe und die Gambe. Sie erinnerten mich an meine Thüringen-Orgel-Zeit Anfang des Jahres.

Unterricht, Hochzeit, Gottesdienst, Konzert: Der Dom ist so einladend, hell, mit Originalsteinen und Grabplatte, die über 1000 Jahre alt sind, mit einem Rabenkäfig (die beiden großen schönen Raben, ein Paar, tun mir allerdings sehr leid – sie brauchen und wollen eigentlich Freiheit, können in dem Käfig kaum fliegen, sind aber sehr musikalisch und machten meine Zungengeräusche nach) und einem wunderschönen Kreuzgang.

Hinter dem Dom liegt direkt das Schloss, dahinter der Schlosspark mit Brunnen und gelbem Sommerschloss, in dem eine Malerin arbeitet, und untendrunter fließt friedlich die Saale, umsäumt von alten, wertvollen Riesenbäumen. Franz Liszt war hier, an diesem Fluss, bei diesen Bäumen, in diesem Dom, an dieser Orgel, auf der Orgelbank, auf der ich sitze. Ich wohnte direkt am Dom, auf dem Platz, und musste nur ein paar Schritte zum Bäcker gehen. Zudem gibt es zwei nette Restaurant, eins davon eine ehemalige Kunstgalerie, eins ein Kartoffelhäusle, wie es wohl in Sachsen-Anhalt einige geben soll. Auf die “Zaubersprüche” kann ich allerdings verzichten.

Die Ladegastorgel ist unvergesslich, eine der klangschönsten Orgeln, die ich je gespielt habe, eine historische Universal-Orgel im besten Sinne, ein Bach-Orgel, eine Liszt-Orgel, eine, auf der Mozart mit brillanten Flöten und Muffat herrlich klingen aufgrund der wunderschönen Streicher und Prinzipale, genauso wie Scheidemann mit wunderschönen Zungen, eine Orgel, auf der man auch wunderschön Messiaen spielen kann. Auf facebook habe ich sie mit Videos vorgestellt.

Die Orgel, auf der Ad nos uraufgeführt wurde: Also habe ich hier an dieser Domorgel Liszt Ad nos und Liszt B-A-C-H tage- und nächtelang geübt und die Aeoline 16 auf dem vierten Manual samt allen weiteren Klängen der Orgel in mein Gedächtnis eingegraben. 5700 Pfeifen, 81 Stimmen (an Registerzügen): Friedrich Ladegast hat ein Wunder erschaffen.

Sehr schön ist auch das Stahlspiel auf dem 3. Manual (Glockenspiel). Man muss 9 Sperrventile nach dem Einschalten ziehen, damit die Orgel spielt, fünf rechts (davon drei rosa) und vier links (davon zwei rosa), darunter auch die Basskoppel. Die Registerknöpfe sind wunderschön, Rosa für Pedal, dem viertem Manual und Rückpositiv (erstem Manual), weiß für HW und OW. Liszt hat hier registriert, als Winterberger Ad nos uraufführte.

Wir besuchten am Samstag auch Naumburg, die Bachstadt, ganz nah von Merseburg, mit der weltweit größten Bachorgel, der Hildebrandt-Orgel in der Marktkirche Wenzelskirche von 1746, die Bach selbst geprüft und gelobt hat: Weiß verziert, wappengeschmückt, samt dem herrlichen, nicht allzu großen Naumburger Dom (UNESCO) mit der kleinen, ebenerdigen Eule-Orgel, klangschön, in einer herrlichen Akustik. Dort habe ich eine Stunde Bach gespielt, während mir viele Leute zugehört haben, die meisten Rucksacktouristen.

Es waren sehr heiße Tage, doch in den Domen war es schön kühl.

Ich habe meinen Spieltrieb auf meine Ohren übertragen. Leider sind manche Griffe in Liszt und Messiaen unerträglich gross für meine Hände, es klingt dann wie Fischsuppe, wenn ich keine kreative Lösung finde.

“Haben Sie so kleine Pfoten? Zeigen Sie mir mal, wie Ihre Fischsuppe klingt.”

Ich hätte gern mal ein Salzwasser-Aquarium. So schön.

Ich finde die Welt der herkömmlichen Kirchenmusiker oft so steif. Schrecklich. Ich komme mir da wie ein exotisches Wesen vor.

Manchmal haben die Kirchen massive Schlüsselbunde. Wenn man da mal einen sucht…

“Wir haben kaum noch Schlüssel übrig, da wir so viele Messner sind.”

“Das macht Sinn.”

“Wahn-Sinn, da haben Sie Recht.”

10. August 2020

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Guds löften är som stjärnor – ju mörkare natt desto klarare lyser de. (David Frost)

Das stimmt. Übersetzung: Gottes Versprechungen sind wie Sterne – je dunkler die Nacht, desto mehr leuchten sie.

Ist es nicht unfassbar: Nach einer langen Zugfahrt alles pünktlich quer durch Schweden und Dänemark näherte ich mich Deutschland und kam kurz vor Flensburg zum Stehen: Signalstörung! Die erste Verspätung  – war in … Deutschland! Kaum ist man über die deutsche Grenze, ist alles verspätet. Es sind geheimnisvolle Signalstörungen auf völlig freier Strecke – und der Lokführer darf erst weiterfahren, wenn er “einen Befehl bekommt”. Glücklicherweise nicht für mich, ich hatte in Hamburg ohnehin eine Stunde Aufenthalt. Aber es traf mich dann doch in Fulda, also kurz vor Würzburg, weil das neue Personal in einem “verspäteten ICE” saß – wahrscheinlich wegen einer Signalstörung auf völlig freier Strecke. Ich musste dann ja wenigstens nicht mehr umsteigen. Ich hatte dann nur 15 Minuten Verspätung bei 14 Stunden Fahrt ist eigentlich ziemlich gut. Das lag nur daran, dass alle Züge in Schweden, Dänemark (und auch Schweiz) alle top pünktlich sind. Nur leider nicht in Deutschland.

Schön war, dass ich in Schweden etwas Urlaub hatte. Und das, obwohl ich Konzert und jeden Tag Zoom-Unterricht hatte. Zoom von Schweden in viele sämtliche anderen Länder.

7. August 2020

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Man muss oft “kaltblütig” üben. (AHS)

Ich freue mich, Gottesdienst und Hochzeit in Merseburg zu spielen und dort zu üben. Es ist eine der schönsten Orgeln der Welt, wie ich gehört habe.

Gestern war ich wieder in Marktheidenfeld an der restaurierten und neu intonierten Elenzorgel in St. Laurentius in der Fußgängerzone mit den drei Zungen – die ganze Kirche wurde für 700.000 € neu restauriert, alles glänzt weiß und sauber und festlich. Es ist eine süße kleine Stadt.

Es ist erstaunlich, wie kreativ man an der Orgel sein kann. Es ist tatsächlich auch sehr schön, die Passacaglia von Bach mit fast jeder Variation anders zu registrieren bzw. viele Manualwechsel durchzuführen, wenn man möchte – wenn man einen sensiblen Umgang und Wissen mit Registern hat. Alles hat seine Berechtigung, wenn man es sehr gut macht. Ich sehe nicht ein, irgendeine Version zu verteufeln oder abzulehnen. Das hätte Bach selbst nie getan. Wenn man alles in einer Farbe spielt, muss dementsprechend sehr gut interessant und neu gespielt werden. Das sollte man auch, wenn man Farben wechselt. Wie sagte Herr Kaunzinger zu mir: Man braucht schon manchmal “Organistenohren”, um gewisse Versionen zu ertragen. Das kann schon stimmen, aber ich habe keine typischen Organistenohren, wofür ich dankbar bin, und ich sehe, dass man in vielen kreativen, verschiedenen Weisen ein Stück hervorragend interpretieren kann. Genauso auch Piece d’ Orgue – auch hier gibt es viele Möglichkeiten, und alle sind sehr gut, wenn man es überzeugend interpretiert. Ist es nicht erstaunlich, wie sich da gegenseitig zerrupft wird, wenn es doch durchaus möglich ist, es auch anders zu machen?

Wie kann man immer nur eine einzige Version spielen? Da muss man schon sehr überzeugt sein, dass diese die einzig richtige ist. Da ist man dann ja mehr überzeugt von sich selbst als Bach von sich war.

Es ist so hilfreich, als Organistin mit vielen, verschiedenen Organisten zusammen zu arbeiten. Ich bin sehr dankbar für alle, die mir helfen. So geht es schneller voran. Sehr dankbar bin ich für Hans-Ola, aber auch für Herrn Kaunzinger, für Jan, für Hans-Jürgen, für Alexander, überall lerne ich eine neue, individuelle, besondere Herangehensweise an die Orgel, an die Werke. Es widerspricht sich oft, aber im Großen und Ganzen dann doch nicht. Ich finde immer die Brücke in mir, denn ich bin wie ein Schwamm. Im Wasser wachsen alle meine Bäume. Letztendlich bin ich die Künstlerin, die entscheiden und verantworten muss. Ich umarme alles. So wie alle Orgeln.

Konzert nächste Woche, auch Link dazu: Konzert Bachverein Erlangen

6. August 2020

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Langsam üben ist schnell üben. (Hans-Jürgen Freitag)

Ich freue mich sehr auf die schöne Walcker-Jann-Orgel in Erlangen nächste Woche im Konzert. Danach Salzburg, vorher Merseburg. Gestern Lohr, heute Marktheidenfeld, davor Mellrichstadt, Kitzingen, Hüttenheim, Würzburg und Urspringen. Alles tolle Orgeln.