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Barockorgel Schmerbach Orgel Fürstenhagen Hessisch Lichtenau

Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber liebt mich, wenn ich singe. (Tagore)

21. September 2026: Gott liebt mich immer. (AHS)

Foto: Barockorgel Johann Wilhelm Schmerbach der Ältere Kirche Fürstenhagen Hessisch Lichtenau Konzert 2026

Historische blaue Barockorgel Schmerbach 1750 ev. Kirche Fürstenhagen Hessisch Lichtenau bei Kassel, 2 M, 12 R

Was für ein wunderschöner Prospekt mit den sogenannten „Orgelohren“! Bunt, geschnitzt, mit seitlichem Schnitzwerk;  ich trug ähnliche Farben. Die Orgel thront in der kleinen hellen schlichten Dorfkirche auf der Westempore.

Das historische mechanische Schleifladen-Instrument wurde unter anderem 1969 durch die Firma Bosch aus Kassel einer Generalinstandsetzung unterzogen, neobarockisiert und umfassend umgebaut, was sehr schade ist. Es wurde sogar ein Schweller eingebaut.

Wie wohl die originale historische Barockorgel klang?

Die nordhessische Orgelbau-Familie Schmerbach war eine bedeutende deutsche Orgelbauerdynastie, die über vier Generationen hinweg im 18. und 19. Jahrhundert den Orgelbau in Nordhessen im Eichsfeld und in Südniedersachsen maßgeblich prägte – bis 1860.

Ihren Sitz und ihre Hauptwerkstatt hatte die Familie in Frieda bei Eschwege. Da die Hauptvertreter der Familie alle den Namen Johann Wilhelmtrugen, werden sie heute chronologisch unterschieden.

Johann Wilhelm Schmerbach der Ältere (I.) (1705–1789) baute die Orgel in Fürstenhagen. Er lernte das Handwerk bei seinem Vater Conrad und baute die Werkstatt zu regionaler Berühmtheit aus. Er wirkte von 1745 bis 1789.

Samtig-trockene, vokale Akustik in der kleinen Dorfkirche.

Orgelbau Schmerbach d. Ä. war bekannt für seine oft steilen Dispositionen im Manual und den Einsatz hochliegender, charaktervoller Farbregister, die den Instrumenten einen sehr klaren, strahlenden Klang verleihen

Als die Orgel umgebaut wurde, wurde dennoch auf den barocken Stil geachtet, allerdings ist Neobarock und Historisch-Barock ein Unterschied wie Tag und Nacht. Leider wurden Orgeln oft im Geschmack des Zeitgeistes verändert, nicht rekonstruiert.

Der Zeitgeist ist leider oft das Gegenteil von dem, was wahr ist. Was 1960 unwichtig war, wird heute als sehr wichtig erachtet – weil es wichtig ist.

Bosch-Orgeln sind sehr stabil und zuverlässig. Doch typisch für den neobarocken Bosch-Klang ist beispielsweise, dass es keinen Principal 8-Fuß gibt, der aber doch sehr wichtig ist; statt dessen sehr viele hohe Principale, eine recht laute Mixtur, dazu Quinte und Sesqui – alles etwas spitz.

Die barock-historischen Orgeln sind viel blühender und singender, selbst wenn sie direkt oder scharf klingen sollten. Und die historischen kleinen romantischen Orgeln haben viele warme 8-Füße, sogar 16-Füße im Manual, selbst dann, wenn sie viel kleiner sind als diese Orgel. Neobarocke Orgeln aber wirken oft eher etwas aggressiv im Klang, während die sanften Klänge oft blass und dünn sind und die Flöten wie mit einem Schleier überzogen.

Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Mein Konzert war gut besucht. Ich moderierte von oben, von der Empore aus, ohne Mikrofon. In der Mitte des Konzertes gab ich auch, wie gewünscht, eine kleine musikalisch-spirituelle Andacht.

Es ist meine zweite Schmerbach-Orgel. Die erste spielte ich in Niederbeisheim im Knüllwald in Hessen, von 1775. Diese Orgel wurde ebenfalls umgearbeitet, mit romantischen Klängen versehen: 1851 baute Valentin Möller die Orgel um. Daher klingen jetzt einige Register samtiger-romantisch. Damit habe ich etwas weniger Sorge, wenn eine Orgel einige runde, romantische Klänge hinzu bekommt, als wenn sie neobarockisiert wird.

Auch diese Orgel wird von Orgelbau Bosch betreut.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Schmerbach Orgel Fürstenhagen Hessisch Lichtenau

Schmerbach Orgel ev. Kirche Niederbeisheim Hessen


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