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Prospekt Steinmeyer Orgel St. Jakobus Kirche Lauda

Das Entzücken erleben beim Ineinanderfließen der Farben … (Dolores Prato)

28. August 2026: Ob Stoffe, Taft, Kleider, Farben oder Töne … ich erlebe das Wunderbare, Sinnliche auch beim Ineinanderfließen der Töne. (AHS)

Foto: Steinmeyer Orgel op. 2339 kath. Stadtpfarrkirche St. Jakobus der Ältere (1709)

Heute fuhren wir nach Lauda und trafen eine neue Königin:

Große neobarocke Steinmeyer Orgel opus 2339 kath. St. Jakobus Kirche Lauda Königshofen in Baden 3 M 36 R Radialpedal 4 Pedal Transmissionen aus HW

Im lieblichen Taubertal nah an Franken steht dieses Kind seiner Zeit mit wunderbaren Zungen und singenden Flöten und zartem Tremulant im Rückpositiv Schwebung im 3. Manual SW in dieser hellen großen langgezogenen Kirche mit viel weißem Stuck. Es ist eine der größten Orgeln der Umgebung. Die Akustik ist brillant.Die braune Orgel im zweigeteilten Prospekt verbunden durch ein Schwellwerk mit neobarockem Touch und mit großem RP an der weißen Emporenbrüstung steht auf der breiten WE.

Ihre Register und mechanische Setzeranlage sind etwas verwirrende dunkelbraune Kipp–Würfel: die linken müssen von links nach rechts und die rechts von rechts nach links gekippt werden. Ein Albtraum, hihi.

Als Organistin verschwindet man völlig hinter dem wuchtigen Instrument.Mechanische Spieltraktur (Tontraktur) und elektrische Registertraktur (Schleifladen-System). Freistehender Spieltisch mit Blick auf das Gehäuse.Es ist meine 45. Steinmeyer Orgel. In Lauda spielte ich auch in Gerlachsheim.Im Zuge einer Kirchenrenovierung wurde die Orgel gereinigt und gestimmt. Doch das Instrument benötigt eine umfassende Elektrosanierung da die Kosten hierfür von ursprünglich 15.000 Euro auf rund 50.000 Euro gestiegen sind. Bitte spendet!Die genaue registerweise Auflistung (Disposition) der Steinmeyer-Orgel von 1978 in St. Jakobus (Lauda) ist in den frei zugänglichen Online-Datenbanken nicht im Detail dokumentiert.

Daher ist die Disposition hier zum ersten Mal im Netz.

An den Seitenwänden unten in der Kirche sieht man den goldenen Kreuzweg von 1900. Die klassizistische Kanzel ist von 1804, das Deckenbild im Chorraum von 1894.

1945 wurde der Turm beschossen und 1975 erneuert. Das Geläut besitzt 7 Glocken, wovon 2 historisch sind. Die Kirche besitzt einen schönen Chorraum, gekrönt mit einem hellblauen Vorhang und einem Hochaltar von 1755.

Sehr schöne sprechende Akustik, schwingend-süffig. Das ausdrucksstarke Schwellwerk verbindet optisch und akustisch die beiden Seitenflügel des Prospekts. Das Gehäuse ist eher schlicht.
Was es wohl früher hier für eine Orgel gab?
Geweiht wurde diese Orgel vom wunderbaren Paul Damjakob.

Sehr schön ist im RP das rauchige Quintatön und als Solostimme das Holzgedackt 8 mit Rohrflöte 4. Das HW ist gravitätisch, die Mixtur etwas zu scharf, sehr schön die französischen Zungen. Die Gamba mag ich und die Bifaria mit Salicional als Schwebung im SW oben. Und die Bombarde im Pedal.

Leider gibt es Steinmeyer nicht mehr!

Es war sehr schön, hier zu spielen. Die malerische Gegend mit ihren Dorfkirchen ist eine Augenweide!
Der Spieltisch ist schlicht und praktikabel, abgesehen von den Würfeln. Nebenan gibt es Eis!

Die Orgel mit edlen Zinnpfeifen steht als schön geschreinerte Schränke aus getöntem Eichenholz vor dem großen Fenster.

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