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… den Baß gekröpft und akkurat gelötet, Windfragen geklärt, mit Haarzirkel, Zinnschere und Fausthobel. (Wulf Kirsten)

20. Juli 2026: Orgeln im Süden, Norden, Westen, Osten, sie alle sind “unsere Orgel”. (AHS)

Foto: Orgelkorb Eibelstadt 2026

Heute erinnere ich an die wunderschöne Emily Schwartz, Femizid. Und an die baltische Freifrau Juliana von Krüdener, adelige, pietistische Schriftstellerin. Nicht pianistische Schriftstellerin.

Rabbi Yehuda Leib Ha-Levi Ashlag schreibt, dass, wenn sich die Spiritualität über der Welt befände, und die Welt mit ihren Genüssen wäre nichtig, dass dann die Spiritualität lediglich größer als null sei.

Aber die Welt ist geliebt, von unschätzbarem Wert, und Spiritualität ist mitten in und unter ihr, als ein kleines Kind auf die Welt gekommen, um uns von der Sünde und von Tod zu retten – egal, in welchem Teil des Kirchenjahres wir uns gerade aufhalten.

Sünde ist der allgemeine Zustand, indem wir uns befinden. Wenn ich Menschen in der U-Bahn, in der Stadt, bei der Arbeit, im Zug, im Auto und im Alltag erlebe, sie erinnern mich an dead men walking, tote Augen, getäuschte Wesen, verloren, leer. Als würden sie schlafen oder vergiftet sein. Egal, was sich leuchtend in den Social Media abspielt. Wie kann man aus Sünde und Illusion aufwachen? Liegt es in unserer Hand? Das ist zu schwer für unsere Hand. Es ist allein Gottes Werk, uns zu befreien.

Jules Verne schreibt, dass 7/10 der Erdoberfläche von Meer bedeckt ist, der Seewind rein und gesund; ein übernatürliches, wundervolles Dasein rührt sich um uns Menschen herum; Bewegung; Liebe; Geist.

Ich glaube, alle Menschen sind Gott längst begegnet, aber sie können es nicht fassen oder akzeptieren. Sie sind Gott zum Beispiel darin begegnet, indem sie Zeuge wurden in oder von etwas, worin sie verloren haben. Aber die Wahrheit hat gewonnen. Oder indem sie zugesehen haben, wie ihre Bosheit ans Licht kam oder nicht die Oberhand behalten konnte, obwohl sie sich für unbesiegbar hielten. Oder indem sie ihren Irrtum plötzlich erkannten oder sahen, wie Liebe gewann, auch wenn es nicht ihre eigene war. Sie begegneten Gott in etwas Unangenehmem und wollten Irrtum und Sünde nicht zugeben.

Doch sie haben ihren eigenen Vorteil, ihren eigenen Wunsch mehr geliebt als die Läuterung, als die Veränderung, als die Wahrheit, ihr eigenes “Recht” mehr als Buße zu tun und einen neuen Weg einzuschlagen. Wo es doch keine größere Ehre gibt, als von Gott geläutert zu werden.

Wir denken, wir sind stattlich und scharfsinnig und leiden doch unter dem Saul-Syndrom.

Doch Sünde und Tod werden eines Tages nicht mehr sein, noch Klage und Mühsal. Denn was früher war, wird vergehen: Liebe führt zum Ursprung zurück.



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