21. März 2026: Weisst du – nachts – wenn der Mond scheint, gehe ich manchmal hinaus auf den Hügel und spreche mit der Esche – sie ist ein Weibchen – … (Linard Bardill)
Foto: FastenWoche Wort & Musik 2026
Wahrheitsbringen.
Linard Bardill war neulich zu Besuch, ein sehr interessanter Schweizer Schriftsteller. Er hat Theologie studiert, aber in seinen Gedichten kommt Gott nicht mehr vor. Aber wird umschrieben.
Gestern war ich vor dem Auftritt mit dem Frauenchor im Frauenverein an der schönen pneumatischen historischen Goll-Orgel von 1913 opus 412 in der katholischen Pfarrkirche St. Joseph in Widnau St. Gallen. Sie hat 3 Manuale, einen freistehenden Spieltisch aus massivem Eichholz, Taschenladen, einen Musikalienkasten (?) und einen Rollschweller. Die Josephskirche ist groß, hell, edel geschmückt mit brillanter Akustik. Sie gehört zur Jakobus-Pfarrei. Ursprünglich hatte die Orgel zwei Manuale und bekam später ein drittes Manual hinzu. Diese ursprünglich spätromantische Goll-Orgel ist eine Wucht und erinnert mich an historische Sauer-Orgeln.
Mein Erfahrungsbericht ist die Spielhilfe.
Diepoldsau hatte früher auch eine alte Kirche, die aber wegen Bauschäden abgerissen werden musste. Nur der schöne weiße Turm ist geblieben. Nun besitzt sie eine kleine süße bescheidene moderne Kirche von 1977 – mit niedriger Decke, was für die Akustik schwierig ist. Zudem gibt es in Diepoldsau im Gegensatz zu Widnau sowohl eine evangelische als auch eine katholische Kirche. Widnau dagegen, der Nachbarort, besitzt eben die eine große pompöse Kirche mit großer Akustik. Wenn man aus Diepoldsau kommt, erlebt man erstmal einen Akustik-Schock.
Für mich ist die Akustik und die Goll-Orgel ein Traum. Die Mathis-Orgel kommt wegen der niedrigen Decke leider nicht genug zur Geltung.
Lustig ist, dass es auch hier auf den Dörfern wie in Deutschland “Dorfstreitigkeiten” gibt – allerdings in der Schweiz viel höflicher als in Deutschland. Man sagt, wie ich hier lernte, so wie die Kirche ist, so das Dorf. In Diepoldsau bescheiden, in Widnau hochnäsig. 🙂 Mittlerweile verstehe ich Schweizer Deutsch sehr gut, sogar den wirklich heftigen Diepoldsauer Dialekt.
Dennoch bin ich froh, wenn die Menschen so etwas wie “Hochdeutsch” mit mir reden. Allerdings rede ich noch immer viel zu schnell. Ich frage mich, wie es morgen beim Lyrikabend wird. Heute Abend ist erstmal Abend-Messe.
Goll-Orgel op. 412:
Es ist meine 10. Goll-Orgel:
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