25. Februar 2026
„Oft, wenn ich mit Hindernissen aller Art rang, die sich meinen Arbeiten entgegenstemmten,
wenn oft die Kräfte meines Geistes und Körpers sanken und mir es schwer ward, in der angetretenen Laufbahn auszuharren – da flüsterte mir ein geheimes Gefühl zu:
„Es gibt hinieden so wenige der frohen und zufriedenen Menschen, überall verfolgt sie Kummer und Sorge, vielleicht wird deine Arbeit bisweilen eine Quelle, aus welcher der sorgenvolle oder der von Geschäften lastende Mensch auf einige Augenblicke Ruhe und Erholung schöpfet.“ –
Dies war dann ein mächtiger Beweggrund, vorwärtszustreben, und dies ist die Ursache, dass ich auch noch jetzt mit seelenvoller Heiterkeit auf die Arbeiten zurückblicke, die ich eine solange Reihe von Jahren mit ununterbrochener Anstrengung und Mühe auf diese Kunst verwendet habe.“ (Joseph Haydn, 1802)
Joseph Haydn wurde 1732 geboren und stammte aus einfachen, ärmlichen Verhältnissen. Seine Familie war im niederösterreichischen Burgenland verwurzelt und bestand primär aus Bauern und Handwerkern. Trotz dieses bäuerlichen Hintergrunds kam der junge Haydn früh mit Musik in Berührung: Der Dorflehrer, der auch Kantor war, unterwies ihn an verschiedenen Instrumenten, so dass er erste Erkenntnisse erwarb. Als Chorknabe wirkte er in der Kirchenmusik seines Heimatortes mit. Diese frühen Erlebnisse mit Volksliedern und Tänzen prägten seinen Stil lebenslang und begründeten seine tiefe Verwurzelung in der heiteren Volkstümlichkeit seiner Heimat.
Bemerkenswert ist, dass Haydn nie ein formelles Kompositionsstudium oder gar Musikstudium absolvierte, sondern seine Meisterschaft nur durch Praxis und Beobachtung erlangte. Er muss eine sehr intensive und schnelle Beobachtungs- und Auffassungsgabe gehabt haben, hochmotiviert und hochbegabt gewesen sein. Sehr vieles erlernte er autodidaktisch.
Heute ist es geradezu undenkbar, dass ein so berühmter und produktiver Komponist mit bahnbrechenden Werken keine berühmten Lehrenden oder Hochschulen genossen hat. Er sah sich nie als Genie, sondern als Handwerker und Dienstleister, verborgen und zurückhaltend. Erst gegen Ende seines Lebens musste er mit Ruhm und Starkult klar kommen, was ihm schwer gefallen ist, ihn erschöpfte.
Heute erinnere ich an alle, die Meisterschaft ohne Studium und sogar autodidaktisch erlernt haben.

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