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Klavierabend Villa Sibilla

Der beste Einstieg in die Kunst ist ein Konzert.

3. November 2025: Eine Kapelle diente mir als Künstlerzimmer.

Foto: Klavier Recital Residenz Bad Neuenahr-Ahrweiler 2025

Das Konzert im idyllischen Ahrtal gestern war sehr schön und gut besucht, mein drittes in Bad Neuenahr. Im Saal mit den großen Lichtern steht ein brauner Bechstein-Flügel. Der erste Flügel wurde bei der Flut zerstört.
Die 5-Sterne-Residenz im Kurpark könnten Sea Cloud-Kunden sein. Im Haus Villa Sibilla wohnen ca. 160 Bewohnerinnen, es gibt Spa, Parks, Restaurants, Geschäfte und eine Kapelle mit kleiner Orgel. Es kostet zwischen 4000-8000 € pro Monat, hier zu wohnen – ohne Essen, Kultur und Pflege. Ich wohnte in der schönen Gästewohnung. Warmer Klang des Bechsteins, nicht ganz so brillant wie mein extrovertierter Steinway.

Hinterher waren wir lecker essen à la carte im Billas Novelle.

Auf der 5- Sterne- Sea Cloud Spirit habe ich ca. 2 x am Tag gespielt. Spät abends wurde getanzt, und bis der DJ an Bord kam, habe ich etwas Musik aufgelegt, was Spaß gemacht hat. Ich habe natürlich auch getanzt.

Ibiza war mein erstes Mal vor Ort, und man hat ja schon so viel gehört, meist Negatives – umso erstaunter war ich, dass wir hier von einem zerbrechlichen Küsten-Ort sprechen; einem Ort, der vom Tourismus teils für Gier und Geld missbraucht wird.

An sich ist Ibiza Stadt wunderschön, mit alten Kirchen, Stränden, duftenden Pflanzen und Toren, aber von Armut und gleichzeitig von gleichgültigen Menschenmassen durchzogen, und dies direkt neben Souvenir-Shops, Yachten und luxuriösen Miet-Wohnungen, die für die Anwohnerinnen nicht mehr bezahlbar sind und daher im Winter leer stehen, was eine Katastrophe für die Inselbewohner ist. Und der Tourismus wird immer schlimmer.

Im Sommer kommen dann wohl die teuersten DJs – und ein verrückter „Life-Style“ und die Sucht nach Entertainment beginnt. Die Spuren davon waren jetzt im Herbst zu sehen. Ich aß einen Salat im Plaza del Sol und ging nachdenklich zurück aufs Schiff. Dieses hält meist nur wenige Stunden vor Ort, so dass man nur einen kleinen Glimpse bekommt, zwischen den Zeilen lesen muss.

Erschreckendes, undankbares Zitat einiger Gäste an Bord: „Ibiza ist ja eher eine Enttäuschung. Das war ein halber, verschwendeter Tag.“ Was die Blindheit von Tourismus bzw. Kreuzfahrt-Tourismus zeigt.

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