16. Juni 2025
Foto: Helbig Orgel
Historische, mechanische Scherer Orgel St. Marien Kirche Hansestadt Stendal, Altmark, Sachsen-Anhalt, 3 M, 2700 Pfeifen, 38 R
Rote Backsteingotik am Marktplatz, 2 hohe Türme (82 m hoch), dreischiffige Hallenkirche, 12 Glocken. Auf der schmalen Westempore aus Holz, reich und schön kindlich bemalt, steht die große alte Orgel, mysteriös schief, pure Handarbeit, 2 große Pedaltürme. Unter der Orgel befindet sich die hanseatische astronomische Uhr von 1856 / 1977.
Sehr schön sind die Kanzel von 1844 und der auffällige Taufstein von 1474. Sehr schön sind auch der goldene hohe Flügelaltar von 1470 und die großen roten Pfeiler.
Die Kirche wirkt angenehm kühl, rot und hell. Es ist meine erste Scherer-Orgel. Es gibt noch eine weitere im nahen Tangermünde in St. Stephan. Der rote Dom St. Nikolaus mit seinen großen Fenstern, nicht weit weg, besitzt ebenfalls 2 Türme und wird renoviert. Der „anonyme“ Prospekt der Dom-Orgel erinnert mich stark an Scherer, die alte Orgel jedoch zerstört, nun mit Schuke Potsdam bestückt.
Die alten Pfeifen lösen bei mir eine angenehme Gänsehaut aus. Dass die Orgel dringend saniert gehört, sieht man jedoch auch. Sie erinnert mich ein wenig an die Orgel in der Marienkirche Rostock, die auch dringend saniert werden muss.
Die Scherer-Orgel hat sehr gelitten unter Feuer, Krieg und Umbauten. Bereits seit 2011 soll die Orgel renoviert werden! Bitte spendet.
So war das Roland-Fest im vollen Gange, als ich kam. Die arme Marien-Kirche schien dicht umrundet von muslimischen Shops und Buden heidnischer Art, in denen Buddhas, „magische“ Steine und Ketten, Stofftier-Fratzen, Alkohol und alle Sorten Fleisch angeboten wurden. Die kleine beschauliche Stadt umgeben von Strassendörfern aber freute sich auf das Fest. Gottesdienste gibt es kaum noch. Sonntag morgen sucht man vergeblich nach einem in den ev. Hauptkirchen.


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