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Silbermann Orgel Konzert Glauchau

Wie heißer Mozzarella hängt meine Seele in dicken Fäden herab. (AHS)

1. März 2025: Weiberfasching

War auf einem Faschingsumzug. In einer Zeit, in der man nicht Neger, Negerkuss oder Indianer sagen darf und ein Hotel in Augsburg nicht mehr „Drei Mohren“ heißen soll und man einen Mann, der sich als Frau oder Katze identifiziert, nicht mehr als „er“ betiteln kann, wird an Fasching und Karneval auf den deutschen Marktplätzen lautstark sexistische Lieder gegrölt, in denen es um „geile Weiber“ geht, während kleine Mädchen neben den Lautsprechern stehen und deren Mütter und Väter sie zum Schunkeln einladen.

„Lieder“, in denen Prostitution und Vergewaltigung glorifiziert werden, hat die Stadt Würzburg mittlerweile verboten, weswegen es massive Beschwerden gab. Die schockierend frauenfeindlichen Texte, im fröhlich-kindischen Rhythmus verharmlost und in eine Art Volkslied-Style verpackt (jedoch verblödet), wollen die Männer unbedingt weiter brüllen dürfen.

Lieder, in denen Männer-Fantasien, mit schlafenden oder betäubten Frauen Sex zu haben, umgrölt und wo betrunken von „Puffmutter“ gesungen wird, das wird dann Fasching oder Ähnliches genannt.

Dass diese Lieder alle gleich klingen und musikalisch auf unterstem Niveau sind und Alkohol-Missbrauch loben und fast ausschließlich von Männerbands „gesungen“ werden, brauche ich nicht zu sagen. Über Geschmack lässt sich freilich streiten. Über Texte aber nicht, denn Worte haben Macht.

Obwohl die schlimmsten Texte verboten wurden, werden diese heimlich weiter gesungen, dazu un-heimlich, ganz offiziell und „normal“ weiterhin folgende Texte, während Kinder und junge Mädchen auf Faschingszügen laufen: (aus dem Gedächtnis zitiert)

  • Ich bin so besoffen, ich weiß nicht mehr, wo ich wohne… Macht nichts, Hauptsache, du tanzt oben ohne (und dann werden nackte Frauen umschrieben)
  • ich trink mich ins Koma, ich kann nicht mehr sprechen
  • nur mit Bier wird der Sommer schön
  • hab alles verloren, mein Vater hat mir vertraut, aber ich hab keine Bremse und keine Kontrolle…
  • lalaalalala… lalala.. lala…

Die unschuldige Volkslied-Tradition und ihr Stil werden hierbei musikalisch und charakterlich missbraucht. Es fehlt nur noch, dass Zeilen aus Paul-Gerhardt-Liedern untermischt werden.
Nach dem Motto: Die Lerche schwingt sich in die Luft, hier auf Mallorca bin ich der König, geh aus mein Herz und suche Freud bei Bier und geilen Weibern…

Die schlimmsten Texte habe ich hier nicht genannt.
Ich verstehe zwar, dass Menschen fröhlich sein wollen. Aber diese aufgesetzte Fröhlichkeit, die sich meist nur mit Alkohol bei Laune hält, mit ohrenbetäubender Schwachsinnsmusik voll übler Texte und dazu übertrieben viel Alkohol und Bier – das scheint mir manchmal eher der breite Weg in die Vorhölle zu sein. Diese Musik ist sozusagen der Anti-Christ zu Bachs Passionen.

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