Siemann Orgel St. Nikolaus Kirche zu Eibelstadt Unterfranken
kath. Pfarrkirche Eibelstadt am Main (1621)
Orgelbauer:
Willibald Siemann & Co. (München-Regensburg); opus: 473
Baujahr:
1670 / 1727 / 1933 / 1959
Datum des Erstbesuchs:
2026
Disposition und Spielhilfen
Pneumatische historische Siemann Orgel St. Nikolaus Kirche Eibelstadt Unterfranken, Landkreis Würzburg, Bayern, 2 M, 20 Register
Das romantische Kegelladeninstrument in einem wunderschönen, braungoldenen Barockgehäuse von Nikolaus Will aus Würzburg von 1670 mit Engeln hier in Franken ist eine Augenweide. Ich liebe pneumatische Kegelladen. Die Akustik ist lieblich, die Klänge warm. Die historische Orgel muss saniert werden.
Das wertvolle Instrument hier in Mainfranken ist weitgehend original erhalten, nur das Krummhorn kam später noch hinzu, da 1959 der Umbau und die Erweiterung durch Orgelbau Gustav Weiß & Söhne aus Zellingen erfolgten.
Eibelstadt ist eine schöne kleine Stadt mit ca. 3500 EW, die sogenannte “kleinste Stadt in Bayern” flächenmäßig, voll mit Weinbergen und direkt am Main. Es gibt sehr schöne Restaurants, einen Marktplatz und ein schmuckes Rathaus, ein barockes Amtshaus und eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 14 Türmen und eine Kreuzkapelle – der malerische Ort liegt nahe an Sommerhausen und Randersacker – alles wunderschöne unterfränkische Orte.
Die große rote romanische Kirche mit Turm und Mesnerhaus und weißen Säulen innen besitzt eine Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt von Riemenschneider. Der Hochaltar ist von 1695.
Die erste Orgel hier stammt von Matthäus Maurer 1630 (Giengen an der Brenz), dann 1657 Orgelneubau durch Orgelbau Johann Konrad Kitzinger (Münnerstadt), bevor 1670 Nikolaus Will (Würzburg) eine neue Orgel hier erbaute. Dieses delikate Gehäuse ist bis heute erhalten. Der Orgelkorb auf der Empore kippt stark nach unten, eine vorspringende Orgelbühne mit dem Heiligen Egidius von 1688.
1727 wurde die Orgel umgebaut durch Orgelbau Johann Hoffmann aus Würzburg.
Schließlich 1933 kam der Orgelneubau opus 473 in das Gehäuse von Nikolaus Will durch den Münchner Orgelbauer Willibald Siemann. Es ist meine 5. Siemann-Orgel.
HW I
Principal 8′
Harmonieflöte 8′
Octave 4′
Gemshorn 4′
Nasat 22/3‘
Octave 2’
Mixtur IV 22/3‘
Trompete 8’
SW II
Lieblich Gedeckt 8′
Salicional 8′
Principal 4′
Rohrflöte 4′
Nachthorn 2′
Echomixtur III 22/3‘
Krummhorn 8’
Pedal
Violonbass 16′
Subbass 16′
Zartbass 16′
Octavbass 8′
Flötenprincipal 4′







Spielhilfen & Koppeln |
II/I, I/P, II/P, 1 freie Kombination, 1 PedalkombinationSpieltisch: Auslöser, Tutti, FC an, Ped.Komb. an, Zungen ab
Schwelltritt II |
Klang und Akustik

Singende Akustik, schöne Zungen. Muss gewartet werden.
Persönliche Note

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich mag diese kleinen Dorforgeln, die demütig, genügsam und lieb in ihren Kirchen stehen und darauf warten, dass sie Gott loben können.
Wertvoll sind auch die Gemälde von 1484, künstlerische Schmuckstücke, Chorgestühle von 1799, ein Kreuzaltar 1625, ein Taufstein von 1613. Der Orgelbalg steht hinten in einem extra Raum.
In der kleinen, stimmungsvollen Kreuzkapelle gibt es noch eine wertvolle Orgel von Adam Adolph Otto (Würzburg) von 1794, die letzte erhaltene ihrer Art, mechanisch, mit 6 Registern und angehängtem Pedal (Typus unterfränkisches Kurzpedal).
Die Kreuzkapelle, auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, ist ein denkmalgeschütztes katholisches Gotteshaus. Ich liebe den kernigen Klang solcher sogenannten “schrillen” Orgeln.

Beide Orgeln in Eibelstadt sind sehr schön, danke für das Dokumentieren.
Diese Orgel hat einen wunderschönen Klang. Vor allem zu Hochfesten hat der ehemalige alte Organist (Gott hab Ihn selig) aus der Orgel alles rausgeholt, als er alle Register gezogen hat.
Besteht die Möglichkeit, daß nochmal ein Video gemacht wird, wo man das Tutti spielt?
Würde mich sehr freuen….
LG Thomas
Vielen Dank!