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Heilig Kreuzkapelle Eibelstadt

Otto Orgel Kreuzkapelle Eibelstadt Franken

kath. Kreuzkapelle Unterfranken (1658)

Orgelbauer:

Adam Adolph Otto (Würzburg)

Baujahr:

1794 / 1933 / 1974

Datum des Erstbesuchs:

Juli 2026

Disposition und Spielhilfen

Historische weiße Adam Adolph Otto Orgel kath. Kreuzkapelle Weinstadt Eibelstadt am Main Franken, 1 M, 6 R, Kurzpedal, angehängt

Dieses Schmuckstück, mechanische Schleiflade hier in Mainfranken bei Würzburg, ist eine Augenweide. In der reich geschmückten hellen Kapelle, etwas abseits und verborgen, steht die kleine Orgel von dem Würzburger Orgelbauer, die letzte seiner Art.

Die erste Orgel in dieser Kapelle war allerdings schon von 1676 von Nikolaus Will. Will-Orgeln habe ich auch schon gespielt. Die Familie Will baute u.a. in Neustadt.

Nikolaus Will und Johann (Anton Ignaz / Ignaz Samuel) Will waren eine bedeutende fränkische Orgelbauerfamilie des späten 17. und 18. Jahrhunderts in Würzburg.

Beautiful Eibelstadt ist eine schöne kleine Stadt mit ca. 3500 EW, die sogenannte „kleinste Stadt in Bayern“ flächenmäßig, voll mit Weinbergen und direkt am Main.

Es gibt sehr schöne Restaurants, einen Marktplatz und ein schmuckes Rathaus, ein barockes Amtshaus und eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 14 Türmen und eine Kreuzkapelle – der malerische Ort liegt nahe an Sommerhausen und Randersacker – alles wunderschöne unterfränkische Orte.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich mag diese kleinen Dorforgeln, die demütig, genügsam und lieb in ihren Kirchen stehen und darauf warten, dass sie Gott loben können.

In der kleinen, stimmungsvollen Kreuzkapelle gibt es diese wertvolle Orgel von Adam Adolph Otto (Würzburg) von 1794, die letzte erhaltene ihrer Art, mechanisch, Schleiflade, mit 6 Registern und angehängtem Pedal (Typus unterfränkisches Kurzpedal).

Die Kreuzkapelle, auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, ist ein denkmalgeschütztes katholisches Gotteshaus. Ich liebe den kernigen Klang solcher sogenannten „schrillen“ Orgeln. Sie besitzt keine Koppeln.

 

Siemann Orgel St. Nikolaus Kirche zu Eibelstadt Unterfranken

Copula 8′

Principal 4′

Solicional 4′

Octav 2′

Mixtur 3f 1′

Pedal

Violon 8′

 

Klang und Akustik

Die Akustik ist sehr trocken-samtig.

1933 wurde das Instrument von Orgelbauer Willibald Siemann, der in vielen unterfränkischen Orten gebaut hat, z.B. in Arnstein, leicht verändert. Er meinte es gut und baute noch einige Pedalregister ein.

Siemann hat auch die Orgel in der Nikolauskirche in Eibelstadt errichtet, die ich spielte.

Jedoch 1974 rekonstruierte der fränkische Orgelbau Elenz die Orgel und entfernte die zusätzlichen Siemann-Pedalregister.

Das kurze Pedal wirkt verschoben.

Persönliche Note

Die Orgel steht erst seit 1815 in der Kapelle. Es ist ein Abenteuer, diese mystische Kapelle mit ihren Eigenheiten zu betreten, mit ihren Wappen und Altären, dem riesigen Kruzifix von 1670, der zweigeschossigen Orgelempore und dem prachtvollen Kanzelkorb von 1760.

Auf die obere “Etage” zu gehen, ist schon ein mutiges Unterfangen, da die Holztreppen sehr steil sind. Von hier oben sieht man das “Dach” der Orgel.

Auch alles um die Orgel “herum” ist spannend: Ich kam mir vor wie ein einer alten Bibliothek, obwohl es keine Bücher gab. Man sieht den alten Balg, die Schöpfer, alte enge Stiegen führen um die Orgel herum, bis man schließlich finally an der Orgel angekommen ist.

Das kleine Pedal, das Puppenstuben-Manual und ihre kräftige Schreistimme in der trockenen Akustik sind eine ästhetische Erfahrung.


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