Oppel Chororgel Abtei Marienstatt Streithausen
kath. Kloster Abtei Marienstatt
Orgelbauer:
Stephan Oppel (Sauerland)
Baujahr:
2024
Datum des Erstbesuchs:
September 2026
Disposition und Spielhilfen
Englische beautiful neue Oppel Chororgel Abtei Marienstatt, 40 R, kein eigener Spieltisch
Es ist meine erste Oppel-Orgel. Das Instrument verfügt über eine spezielle mobile beziehungsweise auf einem Metallgestell verschiebbare Unterkonstruktion.
Sie ergänzt die große Rieger-Haupt-Orgel von 1970 und erweitert die musikalischen Möglichkeiten der Abteikirche um englisch-romantische Registerfarben.
Zusammen mit der Rieger-Orgel bildet sie nach der Frankfurter Domorgel eine der größten und vielseitigsten Orgelanlagen Deutschlands und des Bistums Limburg.
Es ist schade, dass diese frische Chororgel keinen eigenen Spieltisch hat. Das wäre schon wichtig. Der mobile Spieltisch der Hauptorgel (auch wenn ihn viele für zu robust halten) gefällt mir, aber es wäre auch hier sehr gut, Registerzüge zu haben, um schneller spontan entscheiden zu können.
Die Chororgel steht an der Seite vorn vor einem hübschen Fenster am goldenen Gitter. In ihr ist Frater Gregorio verewigt: eine kleine Mönchsfigur lugt aus den Schwellbrettern hervor.
Zum Hauptorgel-Spieltisch oben kommt man durch eine Wendeltreppe hinter der Orgel. Dafür muss man durch die Absperrung durch. Die große hängende Hauptorgel ist auch hinten sehr schön geschnitzt und geschmückt. Der Spieltisch oben besitzt weiße Kippschalter.
Sub Bass 32′ – 16′
Contra Salicional 32′ – 16′ – 8′ – 4′ – 2′ – 1′
Double Open Diapason 16′ – 8′ – 4′ – 2′
Liebl. Gedackt 16′ – 8′ – 4′ – 2′
Contra Suabe Flute 16′ – 8′ – 4′ – 2′
Contra Gamba d’orchestre 16′ – 8′
Keraulophon 16′ – 8′
Celeste d’orchestre (ab c°) 8′
Unda maris 8′ – 4′ – 2′
Viol (ab c°) 51/3′ –22/3′ – 11/3′
Viol (ab c°) 31/5′ – 13/5′
Salicional Mixture III 2′
Cornet de Violes III 31/5′
Contra Oboe 32′ – 16′ – 8′
Orchestral Oboe 8´
Cornopean 16′ – 8′
Tremulant



Klang und Akustik
Besonders gut gefallen mir die Tuba (sehr sanft und warm, kein Hochdruck), die spanischen Horizontalen, die dezenten Flöten, erlesene 16-Füße, Glockenspiel, Celest, alle Zungen von Pater Gregor optimal gestimmt, Klarinette, Oboe, Zimbelstern, einstellbare Tremulante, ein reich und süffig bestücktes Pedal und die englischen Sounds.
Orgelbau Oppel hat die Orgel neu um ein schwellbares Echowerk, schwellbares Solowerk und schwellbares Choralwerk und letztendlich um die komplette frische Chororgel mit englischen Sounds erweitert, perfekt kombinierbar mit der Hauptorgel. Diese Chororgel ist schlauer gemacht als die Chororgel im Kölner Dom, denn sie besitzt zwei Schwellwerke.
Insgesamt haben wir hier sechs. Wenn man die Chororgel und die weiteren Schwellwerke mit ihren orchestralen Solostimmen viel verwenden möchte wie ich, muss man folgendes beachten:
Das BW IV wird Echowerk, schwellbar mit Schweller VI. Das SW III wird Chororgel links, schwellbar mit IV, und die Chorgel rechts befindet sich auf dem zweiten Manual (normal HW), schwellbar mit V. Das Rückpositiv wird Choralwerk; hier kann man mit Schweller I und II schwellen bzw. mit I den Luftdruck für die Physharmonika und die Klarinette bestimmen.
Wenn man hier nicht durcheinander kommen will, kann man alles setzen und programmieren; oder aber, man lernt die Wege der Orgel gut kennen, was mein Ziel ist.
Eine Fledermaus in der Kirche beobachtete uns.
Persönliche Note

Die englische Chororgel thront links ebenerdig. Sie besitzt keinen eigenen Spieltisch. Der mechanische Spieltisch oben an der Riegerorgel gefällt mir sehr gut. Er besitzt auch mechanische Koppeln und Kippschalter. Der fahrbare Spieltisch unten hat keine Registerzüge, Kippschalter oder ähnliches mehr. Alles ist eine Schaltfläche im Computer, ähnlich meiner Hauptwerkorgel. Dies hat seine Vor- und Nachteile.
Georg Jann als Intonateur damals bei Rieger hat die wunderbare Rieger Orgel hier in der Abteikirche im Rheinland komponiert und intoniert.
Es ist ein schöner ruhiger Ort hier, trotz der vielen Hausgäste.
Die große Abteikirche besitzt eine großartige Akustik. Der Spieltisch unten geht magicmässig mit einem Schlüssel-Transponder an, der über eine unsichtbare Fläche rund aufwärts über das Holz gezogen werden muss.
Die eigentliche Haupt-Orgel hängt seitlich vorne über dem unfassbar schönen Chorgestühl, welches dunkelbraun und über 900 Jahre alt ist, teils mit Frauenköpfen und Betern verziert. Dies erinnert mich an spanische und portugiesische Basilikas, die ich dieses Jahr besucht habe.
Leave a Reply