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Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg

Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg Westerwald

ev. Schlosskirche

Orgelbauer:

Klais op. 1337

Baujahr:

1718 / 1995 / 2026

Datum des Erstbesuchs:

September 2026

Disposition und Spielhilfen

Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg

Schöne Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg Westerwald, 2 M, 28 R, mechanische Schleiflade, im historischen Barockprospekt, Altarorgel

Wenn man hinein kommt, sieht man direkt über dem wundervollen bauchigen braunen Altar die Orgel. Dies ist typisch für eine Predigerkirche. Eine solche schöne bauchige Kanzel habe ich selten gesehen.

Der wundervolle und bunte historische Orgelprospekt auf der Chorempore der Schlosskirche Hachenburg wurde 1718 von Orgelbau Johann Caspar Kirchner aus Farnroda geschnitzt. Er hat hier die erste Orgel gebaut in diesem Prachtgehäuse. Wie sie wohl klang?

1776 kam die zweite Orgel in den Prospekt. Dieser Orgelbauer ist leider unbekannt. 1776 wurde leider auch die Gewölbedecke entfernt.

Dieses barocke Gehäuse blieb über die Jahrhunderte und wechselnden technischen Orgelneubauten hinweg erhalten und beherbergt heute das moderne Pfeifenwerk der Klais-Orgel von 1995.

1846: Neubau durch Daniel Raßmann: Im 19. Jahrhundert baute der renommierte Orgelbauer Daniel Raßmann aus Möttau ein neues mechanisches Werk hinter die historische Kirchner-Fassade.

1895 – 1907 – Neubau durch E. F. Walcker & Cie.:

Die berühmte Orgelbauanstalt Walcker (Ludwigsburg) ersetzte das alte Werk durch ein damals zeitgemäßes, spätromantisches Instrument (Opus 1373) mit pneumatischen Kegelladen. Das Pfeifenwerk wurde erneut in das bestehende Barockgehäuse eingepasst.

Es ist sehr schade, dass es diese wundervolle Orgel wegen der sehr bedenklichen “Orgelbewegung” im damaligen Zeitgeist nicht mehr gibt. 1963 “modifizierte” Kemper die romantische Orgel.

1964 – Neubau durch Oberlinger in den alten Prospekt: Die Orgelbauwerkstatt Gebr. Oberlinger (Windesheim) errichtete ein neues, neobarock ausgerichtetes Instrument mit mechanischer Spieltraktur, das bis zum Abbau Anfang der 1990er Jahre im historischen Prospekt Dienst tat. Deswegen wurde die wundervolle romantische Walcker-Orgel zerstört.

2026 wird die Kirche renoviert (Leitungen, Rohre, Heizung), obwohl sie eigentlich gerade frisch gestrichen wurde, und auch die Orgel wird saniert von Klais. Es war schön, vorher die Orgel noch mal gespielt zu haben.

Man merkt, dass die wundervolle Kirche alt ist, die alten grünen Emporen sprechen und atmen Geschichte.

HW I

Bourdon 16′

Principal 8′

Großgedackt 8′

Viola di Gamba 8′

Octav 4′

Klein Gedackt 4′

Quinta 3′

Superoctav 2′

Tertia 1 3/5′

Mixtur 4-fach (2′)

Trompette 8′

OW II

Lieblich Gedackt 8′

Quintadena 8′

Principal 4′

Rohrflöte 4′

Octav 2′

Fleut Doux 2′

Quint 1 1/3′

Cornet 5 fach (8′) (discant)

Mixtur 3 fach (1′)

Cromhorn 8′

Vox Humana 8′

Pedal

Subbaß 16′

Principalbaß 16′ – transmissie

Octavbaß 8′

Tenoroctave 4′

Posaunenbaß 16′

Trompete 8′

Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg

Normalkoppeln

Klang und Akustik

Sehr schöne Akustik.

Sehr schön ist auch nebenan die Breil-Orgel in der katholischen Kirche. Es war schön, auch diese zu spielen. Auch die Maria Himmelfahrt und die Breil- Orgel werden zeitgleich mit der Klais- Orgel samt Kirche nebenan saniert 2026. Es war schön, beide Orgeln noch vor der Sanierung zu spielen.

Hachenburg gilt als eine der schönsten Städte im Westerwald und wird oft liebevoll als die „Perle des Westerwaldes“ bezeichnet. Die historische Altstadt ist sogar eine der charmantesten Altstädte Deutschlands voll Fachwerkhäuser und mit Schloss. In der Altstadt steht unter anderem das Gasthaus Die Krone, welches bereits 1461 urkundlich erwähnt wurde und als das älteste gemauerte Gasthaus Deutschlands gilt. Direkt daneben stehen die beiden Kirchen. Es war sehr schön, hier zu spielen, bevor die Orgel eingehaust wird.
Ich spielte im Westerwald u.a. in Marienstatt und auf der Fuchskaute bisher.

Persönliche Note

Die allererste Orgel hier stammte von 1594von Christoph Embach, dann 1652 von Georg Walker. Vor der Kirche steht eine alte Linde von 1871. Die weiße alte Kirche ist eine Augenweide. Es gibt sogar eine Brücke hin zum Schloss. Die Schlosskirche wird auch Katharinenkirche genannt.


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