Breil Orgel Maria Himmelfahrt Kirche Hachenburg
Katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (1734)
Orgelbauer:
Franz Breil
Baujahr:
1972 / 2003 / 2026
Datum des Erstbesuchs:
September 2026
Disposition und Spielhilfen
Schöne neobarocke, französisch angehauchte Breil Fleiter Orgel im historischen Prospekt kath. Maria Himmelfahrt Kirche in Hachenburg, Westerwald Sieg, 3 M, 47 R, elektrische Schleifladen
Es ist meine 12. Breil-Orgel!
Die Orgel wurde 2003 in die Pfarrkirche Hachenburg durch Dieter Schulte, Kürten, eingebaut. Dies war schwer, denn sie steht recht eng und zusammengepfercht und ist fast eine Qual, sie zu stimmen. Klais betreut die Orgel, da sie auch im nahen Marienstatt die Orgeln betreuen.
Jedoch: Der Einbau einer Konzertsaalorgel in ein historisches Kirchengehäuse ist ein echtes Meisterstück der Orgelbauer!
Ursprünglich wurde die Orgel für Recklinghausen gebaut. 2026 wird die Orgel gereinigt. Zuvor wird sie eingehaust, da die Kirche renoviert wird. Der Prospekt ist historisch.
Die technische Einpassung hinter die barocke Fassade war heikel.
Der Spieltisch ist freistehend und die Traktur elektrisch.
Der historische, barocke, apart dunkelrote Orgelprospekt stammt direkt aus der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt selbst und gehört zur originalen, geschützten Innenausstattung des 18. Jahrhunderts.
Die schönen Schnitzarbeiten der Frauengesichter und Engeln werden Kunstwerkstätten aus Mainz zugeschrieben, die zu dieser Zeit für die feinsten Barockausstattungen im Westerwald verantwortlich waren.


Pedal
Prinzipal 16′
Subbass 16′
Quintbass 102/3‘
Oktavbass 8′
Gedackt 8′
Oktavbass 4′
Nachthorn 4′
Bauernpfeife 2’
Hintersatz 5f 22/3‘
Posaune 16′
Trompete 8’
Positiv II
Spillpfeife 8′
Salizional 8′
Prinzipal 4′
Koppelflöte 4′
Oktave 2′
Sifflöte 11/3‘
Sesquialtera 2f 22/3‘
Scharff 5f 1′
Krummhorn 8’
Tremulant
SW III
Bourdon 16′
Ital. PrinzIpal 8′
Gedackt 8′
Dulzflöte 8′
Schwebung 8′
Prinzipal 4′
Querflöte 4′
Nasat 22/3‘
Schwiegel 2’
Terz 13/5‘
Oktävlein 1′
Mixtur 6f 2′
Fagott 16′
Franz. Trompete 8′
Oboe 8′
Clairon 4’
Tremulant
HW I
Pommer 16′
Prinzipal 8′
Prästant 8′
Spitzflöte 8′
Gedackt 8′
Oktave 4′
Rohrflöte 4′
Spitzquinte 22/3‘
Oktave 2’
Mixtur 5f 11/3‘
Scharff 4f 1′
Trompete 8’





Spielhilfen & Koppeln |
II/I, III/I, III/I, I/P, II/P, III/P, 4000 Setzerkombinationen, Crescendowalze |
Klang und Akustik

Brillante Akustik. Die Vorgängerorgel von Friedrich Fleiter aus dem Jahr 1921 besaß eine pneumatische Traktur und 32 Register. Da die alte Technik unzuverlässig geworden war, wurde sie komplett demontiert.
Man rettete jedoch die wertvollsten charakteristischen Holz- und Metallpfeifen, um sie in das neue Breil-Werk zu integrieren. Diese historischen Register füllen klangliche Lücken und geben dem sonst eher neobarocken Breil-Klangkörper eine warme, romantische Note.
Eine für eine Stadthalle konzipierte Orgel klingt in einem sakralen Raum oft zu scharf oder direkt. Daher wurden die Pfeifen vor Ort komplett neu intoniert, um einen runden, raumfüllenden Klang zu erzeugen, der zum barocken Kirchenraum passt.
Das historische Barockgehäuse war viel zu klein für die gewaltigen 47 Register der Breil-Orgel. Schulte musste das Pfeifenwerk und die Windladen extrem kompakt und teils tief gestaffelt hinter dem Prospekt und in den Wandnischen platzieren.
Das Unternehmen Breil Orgelbau gibt es leider nicht mehr; nach genau 180 Jahren Unternehmensgeschichte wurde der Betrieb aus Dorsten zwischen 2013 und 2016 liquidiert und geschlossen.
Jedoch die Firmen Fleiter und Schulte gibt es noch.
Der traditionsreiche Handwerksbetrieb Fleiter mit Sitz in Münster-Nienberge wurde 1872 gegründet und feierte 2022 sein 150-jähriges Bestehen. Das Unternehmen ist weiterhin aktiv und auf den Neubau, die Restaurierung, Reinigung sowie Wartung von Orgeln spezialisiert.
Persönliche Note
Hachenburg gilt als eine der schönsten Städte im Westerwald und wird oft liebevoll als die „Perle des Westerwaldes“ bezeichnet. Die historische Altstadt ist sogar eine der charmantesten Altstädte Deutschlands voll Fachwerkhäuser und mit Schloss. In der Altstadt steht unter anderem das Gasthaus Die Krone, welches bereits 1461 urkundlich erwähnt wurde und als das älteste gemauerte Gasthaus Deutschlands gilt.
Direkt daneben steht die Kirche. Es war sehr schön, hier zu spielen, bevor die Orgel eingehaust wird.
Ich spielte im Westerwald u.a. in Marienstatt und auf der Fuchskaute.
Sehr schön ist auch nebenan die Klais-Orgel opus 1737 in der ev. Schlosskirche Hachenburg. Es war schön, auch diese zu spielen. Auch die Schlosskirche und die Klais Orgel werden zeitgleich mit der Breil Orgel samt Kirche in Maria Himmelfahrt nebenan saniert. Es war schön, beide Orgeln noch vor der Sanierung zu spielen.

Wunderschön! Toller Prospekt