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Bechstein Orgel Niederklingen

Bechstein Orgel Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen Niederklingen

ev. Dorfkirche (1907) Niederklingen Otzberg

Orgelbauer:

Köhler / Heinrich Bechstein

Baujahr:

1747 / 1907

Datum des Erstbesuchs:

September 2026

Disposition und Spielhilfen

Bechstein Orgel Niederklingen

Historische romantische blaue Heinrich Bechstein Orgel Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen, 1 M, 8 R, Altar-Orgel, seitenspielig, im barocken historischen Rokoko-Prospekt von 1740, Kegelladen, Kulturdenkmal

Die Westseite hat eine auffällige, vierläufige Freitreppe. Auf der Chorempore steht eine historische Rokoko-Orgel von 1747, die ursprünglich aus Hähnlein in Südhessen stammt. Diese schöne blaue Rokoko-Orgel stammt von dem bedeutenden Frankfurter Orgelbauer Johann Christian Köhler. 

Das romantische Kegelladen-Instrument sitzt in dem alten schönen Prospekt. Die historische Rokoko-Orgel kam durch Kauf und Umzug in die Kirche. Als der Neubau der Kirche in Nieder-Klingen in den Jahren 1907 fertiggestellt wurde, benötigte die Gemeinde ein passendes Instrument.

Zu dieser Zeit trennte sich die Kirchengemeinde in Hähnlein in Südhessen von ihrer alten, 1747 gebauten Rokoko-Orgel, da sie ein neues Instrument anschaffte.

Nieder-Klingen übernahm das historische Instrument, transportierte es in den Odenwald und baute es auf der Chorempore über der Kanzelwand auf.
So erhielt die damals neu errichtete Kirche ein wertvolles Stück Barock- und Rokoko-Kultur, das bis heute dort zu sehen und zu hören ist.

Heinrich Bechstein hat nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun. Es ist meine 14. Bechstein-Orgel.

Beim Umzug 1907 wurde das Pfeifenwerk im Inneren vom Hanauer Orgelbauer Heinrich Bechstein erneuert, während das äußere Rokoko-Gehäuse von Johann Christian Köhler erhalten blieb.

Es handelt sich um eine kleine, einmanualige Dorfkirchenorgel mit eigenständigem Pedal. Typischerweise besaßen Köhler-Orgeln dieser Größe für kleinere Dorfkirchen (wie das ursprüngliche Hähnlein) meist zwischen 8-13 Register.

Johann Christian Köhler war dafür bekannt, seine Orgeln mit mehreren warmen Registern in der sogenannten Äquallage (8-Fuß-Bereich, z. B. Gedackt, Principal, Gamba) auszustatten, kombiniert mit typischen barocken Klangkronen (Mixturen) für den typisch strahlenden Festtags-Klang.

Heinrich Bechstein passte das Pfeifenwerk dem damaligen Zeitgeschmack der Romantik an. Das bedeutet, dass die Disposition um grundtönige, sanftere Stimmen ergänzt wurde, um den typischen, fülligen und gravitätischen Klang des frühen 20. Jahrhunderts zu erzeugen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Bechstein Orgel Niederklingen Kirche

Superoctkoppel

Pedalkoppel

Principal 8

Flöte 4

Flöte 8

Weitprinz 2

Octave 4

Gedackt 8

Terzian 1 3/5 u. 1 !73

Subbass 16

Die Register-Kippschalter befinden sich “über Kopf” an der links-spieligen Orgel über dem Kanzelkorb. Das Besondere ist, dass an beiden Seiten, rechts und links, ein winziges, herzallerliebstes Pfeifen-Rund heraussteht, was ich so noch nie gesehen habe.

Die Spielhilfen sind typisch viele und süffige von Bechstein auch bei kleinen Orgeln:

  • Auslöser
  • Piano
  • Mezzo-Forte
  • Forte
  • Tutti
  • Forte

Klang und Akustik

In der schönen samtig-trockenen Akustik klingen und singen die Flöten. Im Gegensatz zu Ober-Klingen besitzt diese originale Bechstein-Orgel, trotz dem sie klein ist, einen süffigen Principal 8 und zwei weitere 8-Füße.

Die von Bosch neobarockisierte Bechstein-Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche in Oberklingen besitzt keinen Prinzipal 8-Fuß mehr, was Bechstein nie getan hätte, sondern im Vergleich dazu vor allem nur hohe “Piepstöne”, wenn auch stabil und klar.

Persönliche Note

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich liebe Odenwald und die Orgeln in Südhessen.


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