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Tur Blogg

12. Oktober 2020

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Sich selbst zu erkennen, ist mit die schwierigste Sache der Welt, und auch die unbequemste. (Shaw)

Ich übe Regers B-A-C-H. Die Aufnahme von Matthias Eisenberg gefällt mir sehr gut. Einer, der durchsichtig und pianistisch spielt, Orgelmusik nicht als Klumpen. Er war mit mir 2017 zum ersten Mal auf dem selben Plakat.

Ich erinnere mich gern an die Orgeljuwelen auch auf Rügen zurück vom letzten Jahr, in Sagard, Schaprode und Altenkirchen. Schätze.

Ich liebe die wunderschöne, einmanualige, mainfränkische, blaue Ehrlich-Orgel von 1786 in Markt Nordheim, die hübsche Schwestern-Orgel der Sohnes von Johann Adam, also Johann Bernhard. Er hat den optischen und süddeutschen Stil des Vaters übernommen. Waltershausen hat die Orgel wunderschön rekonstruiert und saniert. Das Pedal dieser historischen Orgel geht nur bis f. Aber Pachelbel und Bach manualiter ist sehr gut zu spielen. Der alte Zustand wurde wieder hergestellt, auch die Vergoldungen, das Schnitzwerk, der Schmuck. Die Familie Ehrlich hat wundervolle Instrumente hergestellt.

Jeder Ton, besonders beim Bachspiel, muss mal in den Fokus gerückt (worden) sein, und sei er noch so klein. Sonst meldet sich genau so ein unberücksichtigter Ton wie ein fauler oder schmerzender Zahn.

Ich teile die Töne oft nicht auf, wie viele Organisten machen. Als Pianistin bin ich das nicht gewöhnt. Im Gegenteil. Jedoch ist es oft hilfreich, aufzuteilen, um die Mittelstimmen an der Orgel hervorzuheben.

Zu wunderschönen Orgel-Aufnahmen gehören viele Voraussetzungen:

  • eine schöne Orgel
  • eine schöne Akustik
  • super Kamerateam
  • tolle Lehrer (Lehrerinnen gibt es in Deutschland leider selten)
  • tolle Stücke
  • guter Kantor, der nicht aus Neid die Orgel nicht zur Verfügung stellen will (Kantorinnen gibt es in Deutschland leider selten)
  • super Registrantin oder Registrant / Blätterer, wenn nötig
  • Zeit zum Einspielen / Einregistrieren, Ruhe, Stille
  • gutes Hotel

Ich habe darüber nachgedacht, dass es wahrscheinlich schwer für jeden Quereinsteiger ist, egal, auf welchem Gebiet. Denn die anderen, die sich in der Regelzeit und in aller Norm durch etwas durchquälen, sehen es ungern, wenn jemand aus ihrer Sicht “daherfliegt” und etwas nicht in der “richtigen Reihenfolge” macht, also “im ersten Semester” Konzerte spielt und Videos und CDs veröffentlicht, “abkürzt”, anders ist und gar die Welt erobern will. Da wird erst mal grundsätzlich gelästert.

Goll Hannover:

11. Oktober 2020

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Wir alle irren, nur jeder irrt anders. (Lichtenberg)

Das Konzert in Berlin wäre super geworden an der schönen Schuke, wurde aber verschoben wegen…

Ich spiele dort nun an Pfingsten 2021 zum zehnjährigen Orgelgeburtstag.

Und ich freue mich auf die Schongauer Orgelnacht an der schönen Sandtner.

Meine neuen gedruckten Kompositionen sind eingetroffen, mein erstes Quintett und Trio. Und schöne Presseberichte.

Ich bin fasziniert von der schönen, besonders geformten Goll-Orgel in der Kulturstadt Hannover. In den letzten 10 Tagen habe ich an 10 folgenden wundervollen Orgeln gespielt und an vielen aufgenommen:

  • Goll-Orgel in der Marktkirche Hannover (4 M) (Basis Beckerath-Hammer) – meine dritte Goll nach Regensburg
  • Sauer-Orgel (pneumatisch, 3 M) in Mönchengladbach Rheydt – meine vierte nach Hermsdorf und Leipzig
  • Steinmeyer-Elenz-Orgel Würzburg (3 M)
  • Elenz-Heissler-Orgel St. Laurentius Spessart (3 M, KM)
  • Ladegast-Orgel Hohenmölsen (2 M) – meine sechste bisher
  • Weigle-Orgel Heiligenhafen (2 M)
  • Marcussen-Orgel Fehmarn (2 M)
  • Kemper-Orgel in Burg Fehmarn (2 M) mit schönem, historischen Prospekt
  • Eule-Orgel Hannover (und die italienische Orgel)
  • Flender & Eder- Orgel Kolbermoor bei Rosenheim (2 M)

Und jetzt kommen noch direkt anschließend die Orgeln in Berlin-Heiligensee (Schuke) und meine wunderbaren Ehrlich-Orgeln in Markt Nordheim und Bad Wimpfen. Also 12-14 Orgeln an 12-14 Tagen. Jede Orgel hat auch ein völlig anderes Pedal.

Die Goll-Orgel Hannover mit ihrem ungewöhnlichen, langen Trauben- Prospekt ist klanglich wieder ganz anders als die schöne, warme Sauer-Orgel mit ihrem Bogen und den Spitzentürmchen. Es macht großen Spaß, diese verschiedenen Instrumente zu spielen und an diesen aufzunehmen. Mir gefiel aber auch die italienische Orgel und die Eule-Orgel in der Marktkirche Hannover. Die Klänge an der Goll Luzern sind majestätisch, etwas kühler, futuristischer als an der Sauer-Orgel, die sehr warm und süffig klingt.

Es war lecker, am Abend Trüffel-Spaghetti zu essen im Leonardo in Hannover und einen Spaziergang zu machen mit Freunden und Angel, der Hündin, und tolle Leute persönlich kennenzulernen. Danke an alle!

Was ich nicht mag: Das unsinnliche, unmusikalische, fehlerhafte, spitze Schneckentempo-Spiel vieler A-Kirchenmusiker. Ich habe immer das Gefühl, diese üben gerade mal wieder nach langer Zeit. Als Pianist wären sie so nicht weit gekommen. Der Unterschied zu Konzertorganist*innen ist meist enorm.

Sauer-Orgel Mönchengladbach

10. Oktober 2020

2 Kommentare
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Beschriebene Musik ist wie ein erzähltes Essen. (Grillparzer)

Auf nach Berlin zum Konzert heute Abend! Ich freue mich auch auf die Bochumer Orgeltage. 

An der großen Sauer-Orgel in Mönchengladbach (elektrischer Spieltisch) liebe ich besonders das Lieblich gedackt 16 und das Gemshorn. Sie blühen.

Ich mag die Geräusche der Kegellade. Ich hatte beim Aufnehmen der Passacaglia Gänsehaut. Und bald kommt mein Liszt-Video von dieser wunderschönen Sauerorgel. 

Es ist wichtig, früh und ausgeklügelt die Registrierangaben zu pappen, damit sie nicht zu spät sind, sondern mit viel Entspannung gedrückt werden können. Wichtig ist auch, nicht die Fersen und Knie anzuziehen.

Die Orgel ist doch sehr laut, wenn man aufnimmt. Nach einigen Stunden höre ich fast nichts mehr. Ich vertraue der Orgel blind. Manchmal höre ich beim Registrieren Klänge, die nicht da sind. Das reale Hören ohne Vorstellungskraft muss beim Üben nüchtern trainiert werden. Das Illusionshören aber erschafft auch eine Wirklichkeit, eine Gänsehaus-Wirklichkeit, vor allem im Konzert. Ich kreiere Illusion für alle.

Alle Gedanken kommen mir beim Üben.

Dass meine Füße so werden wie meine Hände, dazu braucht es länger als drei Jahre Orgelspiel. Mein Pedal ist mein Markenzeichen.

Gar hier meinen manche Männer, die selbst gar nicht spielen können, es besser zu wissen, wie es geht. Wie beim passiven Fußballschauen.  

Neu: Piece d’Orgue Fantasia G-Dur BWV 572 im Rekordtempo an der wunderschönen Steinmeyer-Orgel:

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9. Oktober 2020

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Wenn man Spaß an einer Sache hat, nimmt man sie ernst. (Uhlenbruck)

Die neu restaurierte nun Johannes Führer-Orgel (Orgelbauer aus München, nicht mit dem aus Niedersachsen zu verwechseln) in der Dreifaltigkeitskirche Kolbermoor mit 2 Manualen und 33 Registern ist sehr schön, federnd motorisch, mit weichen Zungen und nach Spenderinnen benannten Registern (Regina Dolce). Ich liebe die Walze. Zuvor wurden alle romantischen Farben stillgelegt. Die Orgel wehrte sich mit totaler Verschimmelung. Dann ging es mit der Wiederherstellung bergauf.

Manche aus dem Publikum stellen hinterher lustige Fragen – nicht zu Stücken, sondern zu meinen Haaren und zu Literatur. Schön finde ich, dass viele Kirchen und Veranstalter ein hübsches Orgelbuch haben, in das man hineinschreibt nach dem Konzert, mit Foto. In meinen eigenen Kompositionen lasse ich vor allem die Pfeifen erklingen, die sonst viel zu kurz kommen, die kleinsten und die größten. Diese sollen in meinen Stücken zum Tragen kommen.

Von Heiligenhafen nach Heiligensee — Ostsee nach Berlin. Freue mich auf mein Orgelkonzert in Berlin morgen. Wieder bin ich kaum zuhause. Das Künstlerübel C hat mich nicht getroffen. Zehn Tage, zehn neue Orgeln. Bin etwas erschöpfelt.

Es gibt Leute, die sagen, man könne Bach nicht auf einer Sauer-Orgel spielen. Ich glaube, Bach hätte es genossen. Man muss sich vorstellen, all die anderen haben zig Passacaglien komponiert. Und Bach nur eine einzige. Und damit gleich den Vogel abgeschossen. 

J.S. hat auch ein Pedal-Exerzitium geschrieben, für seinen Sohn, das sogar gut klingt, so nebenbei, und das auf der Dominante endet.

Ich mag die Musik von Johann Michael Haydn.

Ich finde es traurig, wenn Frauen, die in eine Männer-Domäne eingedrungen sind, wie Fußball, Schiedsrichter, Orgel, Dirigieren, Kunst, Musik, Politik… aufgeben und zurücktreten. Frauen, haltet durch! Bis zum Schluss! Egal, ob Anfeindungen kommen. Die Anfeindungen kommen leider von Frauen und Männern. Wir haben als Frau doppelt so viele Feinde wie Männer. Denn Frauen sind so erzogen worden, andere Frauen als Konkurrenz zu sehen. Haltet durch! Werdet und seid anders. Die Gleichberechtigung ist erst dann da, wenn Frauen mit genauso wenig Fähigkeiten wie Männer in allen Machtstellen sitzen. Sie werden es nicht schlechter machen, sie werden es besser machen.

Viele Männer sind irritiert von ehrgeizigen Frauen. Dadurch wird ihre Harmonie gestört. Angebliche Harmonie haben Männer nur untereinander. Frauen, ertragt die schlechte Harmonie, kümmert euch nicht darum, dass Männer meckern, wenn Frauen beruflich gleichberechtigt sind. Denn die “gute” Harmonie unter Männern ohne Frauen bewirkt eine Welt, in der Frauen nie aufblühen dürfen. Es ist eine reine Männer-Harmonie. Männer sind oft absichtlich gestört von Frauen, damit diese spätestens nach zwei Jahren dann doch erschöpft wieder gehen und zurücktreten. Seid nicht angewiesen auf die Männer-Harmonie.

Hunde mögen meist keine Katzen. Sollen Katzen deswegen immer auf dem Baum sitzen? Nein. Faucht! Ihr seid viel geschmeidiger, wendiger und mit schärferen Krallen. Wehrt euch. Ich halte die Flagge in der männlichen Orgelwelt hoch. Anbei mein Konzertplakat Berlin:

8. Oktober 2020

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Prozeß ist Wissen, das richtige Tempo Exzellenz und Entwicklung mehr als Theorie. (AHS)

Das Konzert abends in Kolbermoor bei Rosenheim / München war wunderschön. Meine neunte Orgel in neun Tagen. Neun schöne, verschiedene Orgeln in neun Tagen. Die junge, neue Frenger & Eder-Orgel in der katholischen Kirche Wiederkunft Christi Kolbermoor mit roten Plissees, abgestimmt auf das große Kreuz und den Raum, sieht optisch aus wie eine Rieger-Orgel. Zwei Manuale, motorisch sehr angenehm mit Wohlfühlfaktor. Mit einer Franke-Flöte. Erst dachte ich, weil wir nah an Franken sind. Aber nein, das Register ist nach dem sehr netten Kantor benannt, der sich sehr für die neue Orgel ins Zeug gelegt hat. Das Konzert war ausgebucht, über 70 Leute in Corona-Zeiten. Dass die Konzerte hier immer gut besucht sind (früher 180 Leute vor Corona), liegt sicher auch daran, dass die Orgel unten steht. Man hat das Gefühl, man spielt einen Klavierabend. Die Leute sitzen nah an einem dran und können einen gut beobachten. Ich bin das gewöhnt. Dadurch, dass die Orgel ebenerdig ist, ist die Akustik auch eine andere. Mir gefällt jede Orgel. Einfach jede. Ich habe Bach Passacaglia, Bach Trio-Sonate d-Moll und Bach Piece d’Orgue gespielt, dazu meine eigenen Werke, und Reincken. Presse war auch da.

Die lokalen Orgelbauer Frenger & Eder haben sich leider zerstritten. Ich hoffe, dass sie sich wieder versöhnen.

Morgen spiele ich die  deutsch-romantische Orgel in der Dreifaltigkeitskirche nebenan. Hier spielt Latry im Januar.

Anschließend waren wir nach dem Konzert italienisch essen. Ich habe mit “extra viel Knoblauch” bestellt, weil ich das mag. Die meinten das dann etwas zu gut am Ende…

Ich freue mich auf meine Konzerte in Berlin Heiligensee am Samstag. Schnuckelige Orgel.

Ich liebe das Aufnehmen. Michael Beier kommt mit mehr als 6 Kameras, sechs Audio-Kanälen und riesigen Stativen und tollen Mikros; ich räume die Empore auf, damit all die Kameras Platz haben. Um eine schöne Aufnahme zu machen, braucht es viele Voraussetzungen: Einen tollen Kirchenmusiker, einen tollen Kameramann, tolle Registranten, eine tolle Orgel, eine tolle Kirche, tolle Musik, eine schöne Akustik, tolle Lehrer und Unterstützer. Zeit, Sound, Kraft, Talent, Ruhe. Es braucht Geduld. Freunde. Sponsoren. Lust. Ausgeschlafenheit (möglichst). Wichtig ist immer der Umgang mit der Akustik: In St. Josef mit 8 Sekunden Nachhall und Rückpositiv, was eine Aufnahme erschweren kann, eine große Kirche, viel Stein; in Hohenmölsen samten-trocken, niedrige Decke, klein, viel Holz. In Marktheidenfeld eine angenehme Akustik. In Mönchengladbach eine angenehme Kirchengröße, zwei Sekunden Nachhall, kein Rückpositiv, perfekte Akustik. Hannover Marktkirche wiederum samtig-trocken.

Es ist nicht immer alles optimal. Ein Turm wird gleichzeitig repariert, ein Rohr ist verstopft, Handwerker laufen herum, eine Mikroanlage wird ausprobiert. Es fährt ein Krankenwagen vorbei. Man ist zu spät ins Bett gegangen. Das Hotel ist fremd. Aber das ist alles normale Realität. Dennoch macht das Aufnehmen Spaß. Die Klänge der Orgel sind immer bezaubernd.

Ich liebe die Sauer-Orgel in Mönchengladbach. Butterweiche Tasten, die Sonne, die beim Ad nos-Choral durch das blaue Fenster scheint Schritt für Schritt. Ein warmer Spaltklang 16-4. Vox und Aeoline. Viele Achtfuß-Flöten. Subkoppel und mehrere 16-Füße in den Manualen. Tasten, die schon beim puren Ansehen reagieren und spielen. Nun wird die Sauer- Orgel einige Monate gereinigt, der Motor erneuert, das Durchkoppeln möglich gemacht, die Elektronik sicher gemacht (50iger Jahre).

Anbei das Plakat vom Konzert heute bzw. schon gestern (bei Rosenheim):

7. Oktober 2020

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I break together. (…)

Ich breche zusammen 🙂

Ich liebe den Schluss von der Passacaglia c-Moll. Im Grunde ein Schluss der 10.000 Schlüsse, der 10.000 Schlenker, diese Art, die Beethoven übernommen hat, 5 Schlüsse in der Tonika, 12 Schlüsse insgesamt, wenn man die Schlüsse in der Dominante mit dazu nimmt. Die Immitationen wie ein dichtes, elastisches Band, das sehr stabil und ausgeglichen ist. Ein Schwalbennest. Eine Kathedrale, deren Oberstimme leuchtet, wenn das Fundament durch Pedal und linker Hand steht. Steht das Fundament nicht, versinkt die Kathedrale im Moor. Dann gibt es nur vertikale Akkorde nebeneinander. Wenn aber die intensive Polyphonie wie horizontale Bausteine geschichtet sind in dieser Permutationsfuge, dann schimmert die Kathedrale wie Perlmutt. Dann leuchtet Bachs Kombinatorik. Dann hat jeder Ton Richtung und Größe.

Gerade an der schönen Ladegast-Orgel in Hohenmölsen, ca. 45 km von Leipzig entfernt, macht sie besonders viel Spaß.

Diese enorme Unterschiedlichkeit der Insel-Orgeln an der Ostsee mit den Ladegast-Orgeln in Ostdeutschland und der pneumatischen Sauer-Orgel in Mönchengladbach innerhalb von wenigen Tagen – das fasziniert mich. Vor allem, wenn man überall die gleiche Passacaglia spielt. Die ersten 10 Minuten an  einer neuen Orgel sind dabei entscheidend, die ersten, empfindlichen Momente an einer noch fremden Orgel.

An der einen Orgel kann man die Passacaglia in einem formbaren Plenum spielen, eventuell ohne 2-Füße, vor allem, wenn sie zu aggressiv sind, mit (kleiner) Mixtur, wenn sie relativ warm ist. Beispielsweise in einem Rückpositiv-Plenum. An einer anderen Orgel wiederum ganz anders, zarter.

Das Besondere der Ladegast sind die vielen Achtfüße und auch Vierfüße, die vielen neuen Farben. Das Satte, das er auch in seinen kleinen Orgeln eingebaut hat – als Bonus zur Streichern und Flöten.

Hohenmölsen war meine sechste Ladegast-Orgel, an der ich spielte. Liebte sie alle.

An der herrlichen Sauer-Orgel habe ich Bach warm und in jeder Variation neu registriert. Die Fuge ist die krönende Abschluss-Variation. Romantic Style.

Bald kommt Liszt Ad nos an der Sauer als Video.

Unterwegs zum Konzert heute Abend nach Kolbermoor bei Rosenheim.

Neu: Bach Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582 an der romantischen Sauer-Orgel Mönchengladbach-Rheydt: Soli Deo Gloria! Danke an Udo Witt und Team, Cornelia Sandig und Michael Beier! Wunderschöne Kameraführung. Ich breche zusammen… 🙂

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Loben heilt. Und Kraft ist Leuchten und Frieden. (AHS)

Was ist Kraft? Das oben. Kurz, das Gegenteil davon, was die meisten “Menschen” (für viele sind Menschen = Männer) unter Kraft verstehen und mit ihrer Kraft machen. Vielleicht, weil sie so “intellent” sind.

Dennoch meinen viele, sogar Pfarrer und Diakone, “Gott könne nicht überall gleichzeitig sein.” Haben sie nie die Bibel gelesen? Für Gott ist es eine Kleinigkeit, überall gleichzeitig zu sein.

Manchmal macht es mir Spaß, über dunkle und unheimliche Gelände zu gehen (abends am Hafen), mit jemand zusammen, und dann Gruselgeschichten zu erzählen oder sich welche vorzustellen. Einmal habe ich selbst eine Gruselgeschichte erzählt und mich dabei selbst fürchterlich gegruselt.

Ich habe jeden Tag mein Reservoire an Lustigkeiten. Ich erinnere mich und lache mich kaputt – beim Üben, unter der Dusche, egal, wo. (AHS)

Am sympathischsten sind mir übrigens die Autos, die nicht meckern, wenn man den Gurt nicht angelegt hat.

Manchmal singe oder lache ich in der Kirche und habe immer gleich das Gefühl, man muss sich entschuldigen. “Oh, man darf ja nicht singen” (lach). “Oh, man darf ja auch nicht lachen.” (seufz)

Wichtig finde ich beim Orgelspiel, insgesamt nicht hektisch zu spielen, weich und klein in der Bewegung zu bleiben, auch im Knie.

Wenn mir eine Person mehrmals am Tag zufällig begegnet, weiß ich, dass ich für diese Person beten soll, egal, ob ich sie mag, kenne oder nicht.

4. Oktober 2020

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Ich bin ein (Orgel-) Seismograph. (AHS)

Ich stelle mir vor, einmal eine eigene Orgel zu bauen. Ich würde beispielsweise das Register Klavier einbauen. Ich weiß, es ist eine konstruktionstechnische Herausforderung und auch eine Frage des Geldes und des Platzes. Im Grunde müssten Saiten in die Orgeln eingebaut werden. Aber da auch andere Instrumente und Glockenspiele (ebenfalls angeschlagen) simuliert oder echt eingesetzt werden können, müsste dies theoretisch möglich sein. Es gäbe wohl auch das Register Regen, vielleicht sogar Tina Turner, was ich super finde.

In den USA gibt es viele tolle Organistinnen. Scheinbar wird es dort mehr gefördert. Ich habe auch schon ein paar kleine Mädchen an der Orgel unterrichtet.

Auf facebook freue ich mich auf über 11.600 Follower, merci!

Ich habe entdeckt, dass ich den altmodischen Namen Mildred schön finde. Doch heute werden Kinder eher Dustin genannt. Das ist übersetzt Staub-in, oder Staub-ihn-ab.

Ostsee für Orgel:

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Die Orgel hat ein Alleinstellungsmerkmal. (AHS)

Wenn ich reise und Orgeln kennenlerne, habe ich tatsächlich das Gefühl, ich erobere ein Stück weit die Welt: Habe ich die Orgel (oder eine der Orgeln) der Stadt oder Gegend kennengelernt und gespielt, kommt es mir vor, als hätte ich die Stadt oder die Gegend kennengelernt, ein Gespür für das Umfeld und deren Stimmung erhalten, als wären die Orgel und ich ein Stimmungsbarometer. Die Orgel hier, die einzige Pfeifenorgel Heiligenhafens, atmet die Luft, die Seeluft, und gibt mir ihre Gedanken weiter. Ich komme mir vor wie ein Seismograf.

Die Sauer-Orgel in Mönchengladbach, an der ich jetzt aufgenommen habe, meine erste Aufnahme an einer romantischen, pneumatischen Orgel – eine eigene Welt, eine Orgel ohne Gehäuse, mit Pfeifen von 1902, samten, romantisch, süffig. Ob man Bach an einer neobarocken, an einer neobarock-französischen (Steinmeyerin), an einer (historischen) Universalorgel wie Ladegast oder an einer romantischen Orgel aufnimmt, so wie ich es die letzten Tage und Wochen tat, in jeweils völlig anderer Akustik – das ist sehr faszinierend. Je nachdem wie groß Orgel, Kirche und Empore sind, so anders wird die Aufnahme. Je nachdem, ob mit oder ohne Rückpositiv, ob Kegellade wie die Sauer-Orgel oder Schleiflade wie in St. Josef Würzburg… ein Traum. Danke an alle Unterstützer. Ich freue mich auf die Videos.

Ich freue mich, den Dom in Xanten kennenzulernen.

Neue Noten im Shop unter “Noten”.

Die Reubke-Sonate ist schön. Wie können so viele Organisten Pianisten hassen, wo doch ihre wichtigen Komponisten Liszt und Reubke Pianisten waren? “Wir haben alle mal Klavier gespielt”, sagte ein Organist. “Ich spiele heute noch Klavier”, antwortete ein anderer.

Ich als Pianistin muss mich natürlich noch immer an gewisse Orgelklänge gewöhnen. Aber ich habe so oft das Gefühl, dass manche Organisten Angst vor mir haben, weil ich ganz anders und künstlerisch ausgebildet worden bin.

Früher mochte ich Rheinberger und Böhm nicht. Aber plötzlich ist da ein Zugang, wie durch ein Wunder geht eine Tür auf: Wow, Präludium d-Moll von Böhm, Sonate Nr. 18 Rheinberger. Nur Pepping mag ich nach wie vor nicht.