Ich fing früh an, das Schreiben für mich zu entdecken. Schon mit acht Jahren schrieb ich meine ersten Gedichte. Mit der Zeit wurde meine Leidenschaft und somit auch die Anzahl der Texte größer. So kam es auch , dass ich schließlich zahlreiche Preise und Förderpreise im Bereich Musik und Literatur gewann. Mit 16 gewann ich den KuNo-Jungautorenwettbewerb Nürnberg, mit 17 wurde ich jüngstes Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbands (VS) und dem Autorenverband Franken (AVF). Ich gehörte zur engen Wahl des Förderpreises der Hattinger Literaturwettbewerbs, wurde Preisträgerin beim Internationalen Regensburger Autorenwettbewerb von 700 Teilnehmern aus 12 Ländern, war erste Preisträgerin beim Nürnberger Autorenwettbewerb und Mitglied der Regensburger Schriftstellergruppe International. Meine Kurzgeschichten und lyrischen Texte erschienen in verschiedenen Sammelbänden und auf CDs.

Ich las unter anderem in der Filmvilla Nürnberg, im Bayerischen Rundfunk, Radio Z Nürnberg, Schloss Kranzbach, Schloss Elmau, auf der Kunstausstellung im Gewerkschaftshaus München, Poetry Cafe Neheim, auf den Würzburger Literaturtagen, Kunstverein Arnsberg, Baden-Würtembergische Literaturtage Heilbronn. Von mir stammen Titelseitenberichte, Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Zeitungen. Es folgte ein internationales Musikstudium in Köln und den USA in Klavier und Komposition, beginnend mit siebzehn als Jungstudentin. 2010 bis 2013 wurde meine Lyrik und Prosa nach Literaturwettbewerben veröffentlicht. Im September 2013 erschien mein erster Gedichtband mit 162 Gedichten über Musik, Leben, Liebe. Insgesamt habe ich über 3000 Gedichte geschrieben. Meine Lieder und Klavierwerke erschienen auf sieben CDs.

„Wie selten und schön, dass Kunst so ganzheitlich gelebt ist wie bei Ann-Helena Schlüter. Sätze wachsen über sich, über sie hinaus in andere hinein, um dort anzurühren, oder, wie die Künstlerin sagt, aufzuplatzen, aufzublühen, sich zu entfalten. Möge ihrer Kunst dies weiter geschenkt sein.“

Prof. Peter Lampe, Universität Heidelberg

Rotes Fernweh

Meine Schläfen duften rot nach Fernweh.
Lichterlohe Länder scharf wie Salz auf
Ungekannte Wunde.
(Ich war klein.)

Sehne mich nach Nähe,
Die mir fern ist,
Nach Antwort,
Wer ich bin.

Meine Schläfen duften roh nach Fernweh.
Fatal ist Warten.
Höre den Wind wie zärtlichsten Alarm:
Fort! Bleibe!

Jede mir verborgene Welt
Lock, ruft,
Fernweh ergießt sich rot und heftig in
Jeden mir verborgenen Flecken Seele,

Bäumt sich auf und tanzt.
Wo ist wer? Jemand da?
Suche Schlüssel für Heimat.
Wichtiger als Reisen: Bleiben.

Mein Weh strebt wie eine triefende Sonne,
Tropft ins Meer ohne Bahn.
Fremdes Haus, entzündete Fenster
Unten im Tal, doch nicht zu erreichen.

Ein Flugzeug am Himmel.
Ich klettere hoch,
Kann mich selbst nicht retten.
Bitte, nimm mich mit!

Immer wegziehender Sinn.
Getäuschter Schmerz.
Greife nach allem, verschlinge.
Ankommen scheint vergänglich.

Längst sind meine Organe, mein Atem
Auf Samt gebettet, weiß es nur noch nicht.
Wie anders meine Sprachlosigkeit,
Seitdem ich zuhause bin.

Mailand

Buntkopf

Meine Freunde sind das Gleiche in Grün.
Ihre Gedanken haben einen Kopf.
Meine haben stets andere Dinge im Kopf.
Doch das ist das Gleiche in Rot.
Das Gleiche gibt es auch in Gelb.

Herrnhut

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„Ann-Helena Schlüter hat ein exzellentes Gespür, Stimmungen und Farben sowohl in lyrischer als auch in dramatischer Form einzugrenzen und wiederzugeben.“

Markus Popp, Chordirektor Mainfrankentheater Würzburg

Am Flügel geschrieben. Tastend berührt und gehört

forte

spüre ich sie
— liebe
es gibt sie so
oder so
oder so und
ist wie das p
piano in den noten
wie ein zärtliches ja

es und sie sind
anders wenn man
sie trifft
als wenn man
aus dem f
in sie hineinfällt
aus dem forte in liebe
gezogen, mann, frau, leise, laut

Herrnhut

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Orchester

In Nüsse rissiger Erde,
das Wasser lang verwehrt,
fällt die goldene Zunge von Klang,
tief umleckt von feuchtem Ton
schäumender Instrumente.
Schwarz vor Farbe
spült Ton den Schrei verkohlter Bitterkeit
in den Himmel. Tonsucht.
Und Nüsse fallen von der Decke.
Prasselnde Tropfen zischen in Hitze
wie zärtliche Gischt und feuchten die Qual.
Wasser ist Feuer, Blut tönende Hitze.

Sengende Celli entzünden ihr Holz.
Was brennt die tränennasse Terz?
Bedeckte Schleier blitzender Zwänge
ummantelt, gewogen, gewiegt:
Ton gibt Erde frei;
Blasen in Glut aufgelöst.
Herzkilo im Himmelland.
Ton küsst den Sitz des Lebens
mit Lippen des Bundes mitten ins Herz.
Wasserfarbe wäscht Klang
im Orchestergraben rein,
zieht nach oben, zielt nach unten.

zu Gustav Holst: Die Planeten, München

angesichter der seele

das herz ein auge und
schließt mit schweren wimpern

seelenhaut mit blauen flecken
wie aus schlangenleder

doch ein lächeln wie eine schnur von einer brust zur anderen
klagt mit der wurzel des anfangs

wieder lieben? rund die zärtlichkeit im magen
doch weicher widerstand gegen verletzlichkeit

unter der decke des bauches
pulsierende muskeln als zuckende wehr vor risiko

dahinter eine schlucht verborgene unterwelt
wie klangregister

Nürnberg

Tannhäuser

Die Bühne bebt Akustik.
Schwingung im hohlen Holz.
Hoch das Horn bis an das Nesseltuch.
Im Ton der Oboe liege ich.
Tuchfühlung mit Klanggedanken
im tiefen Bauch der Resonanz.
Doch die Glocke die Klarinette:
ich bin sie, bin sie geworden,
singe lautstumm mit.
Es wird laut: Pilgerchöre:
Streichend reitet das mächtige Wunder
– verebbend zärtlich von allen Säulen –
am Vorhang entlang in meine Sinne –
auf dem grünen Hügel, ach, der Erde Bayreuth.

Bayreuth, Festspielhaus; Wagner-Stipendium, Wagner Jahr

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„Eine der fingerfertigsten, berührendsten Klassikerinnen, die ich kenne, dazu literarisch, lyrisch.“

Volly Tanner, Leipziger Internet Zeitung 2013

Wortlust Gedichte. Tonstücke

Spätjahr

Wie du dahinfliegst, butterweich durch die Bäume,
Lässt dich auf Blättern nieder.
Sie wölben sich schwer und nass.

Der Stamm trinkt die Stunden, quillt Kraft hervor.
Eilig ertasten sich Knospen Wege in die Freiheit,
Dunkelgrün pumpt die Krone Leben.
Herzschlag zittert in der Rinde.

Gelb zieht das Altern an den Ästen.
Das Jahr stemmt sich dagegen,
Doch zuckt der Riss der Jahreswunde.

Wie Ohrringe baumelt Zeitlupe herab.
Alter Herzschlag zittert in der Rinde.
In die Hände des Allerhöchsten legt sich
Jede Zeit.

Duisburg

„Lyrik ist die Sprache des denkenden Herzens.“

Silvana E. Schneider

Veröffentlichungen CDs, Gedichtband, Literaturzeitschriften, Anthologien

  • Gedichtband Flügelworte 2013, 162 Gedichte, Literaturverlag Lorbeer Bielefeld
  • Gedichte Tannhäuser, Mali. Nachtmusik (ISBN 10 3954884437)
  • Gedichte Orchester, Bündnis, Der tasmanische Tiger (ISBN 13 9783954884438)
  • Gegangen I (ISBN 9783943408-126 oder -256, eB)
  • Gegangen II (ISBN 9783861962182)
  • Behörde (ISBN: 9783981022292)
  • Bach Goldberg Variationen (Buch, ISBN 9783842863453)
  • Auferstehung am Flügel (CD, Hörbuch, ISBN 9783867730457)
  • Sein Name (CD, Hörbuch, ISBN 9783867730457)
  • Vertrauen (ISBN 3873542390)
  • Glück, Hohenloher Verlagshaus (ISBN 3873542390)
  • Pianistenhand (ISBN 9783895149955)
  • Spätjahr (ISBN 9783895149955)
  • Angesichter (ISBN 9783895149955)
  • z.B. Kinder, Gauke Verlag (ISBN 3879983240)
  • Zeit, heka Verlag (ISBN 392870043)
  • Stilleklang, Bündnis (ISBN 9783930048601)
  • Goldberg (Buch, ISBN 9783842863453)
  • Weilenklang (ISBN 9783930048601)
  • Jeden Augenblick, Text & Melodie (cap, CD, ISBN 3865910580, 4029856463308, Buch)
  • Solo CD Jeden Augenblick (cap, CD, eigene Lieder und Liedtexte, ISBN 4045027036324)
  • Nachtgedanke (CD, ISBN 4045027036317)
  • 40 Himmelslieder, cap-music Verlag (Doppel-CD, ISBN 5203633)
  • Gott ist gegenwärtig (cap, CD, Hörbuch, ISBN 4045027073367)
  • Worte des Meisters (cap, Hörbuch, ISBN 4045027071219)

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