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4. September 2021

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I‘ll sing you a song, ain‘t very long. (Bob Dylan)

Er hieß Robert Zimmermann, seine Eltern russische Juden. Aus Deutschland geflohen. Nach Stockholm kam er nicht. 🙂 Er ist Christ und Jude.

Meine Reise nach Stockholm heute war noch sehr abenteuerlich, wegen Problem mit dem Nachtzug (ich hatte mich so auf den Schlafwagen gefreut) und Schienenersatzverkehr bei Lund, weswegen ich einen Zug verpasste. Schließlich strandete ich dann, weil ein Zug auf einem anderen Gleis abfuhr Richtung Halmstadt. Daraufhin nahm mich, da es mittlerweile ein Uhr morgens war, eine Schwedin mit nach Hause in der Nähe Helsingborg, die im selben Zug saß. Eine sehr liebe. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem sehr schönen (amerikanisch wirkendem) Neighbourhood mit Hybrid-Auto und Katze, die in meinem Bett blieb. Im Stil USA. Eine Familie, in der jeder perfekt Englisch sprach. Sogar die Katze. In mein Schwedisch muß ich erst wieder reinkommen, denn bin zu schüchtern, herum zu stottern. Ich verstehe viel besser, als ich spreche. Das ist anfangs immer so.

Um 6 Uhr früh ging es dann weiter. Snabbtåg Lund-Stockholm. Schwedischer ICE. Ich liebe die schwedischen Schnellzüge, hell, bequem und ein Bistro zum Träumen: Schwedisches Gebäck, schwedische Schokolade, Bilar, Oboy, Köttbullar ❤️ Man isst im Zug Köttbullar mit Kartoffelbrei. Das ist Ikea auf Schienen! Die Schaffnerinnen sind sehr nett, mein Ticket war ja eigentlich nicht mehr gültig, aber aufgrund der Probleme im Verkehr, für die ich nichts konnte, war alles ok. In Schweden sind die Sitze ja alle reservierungspflichtig. Im Bistro bekam ich sogar Kaffee spendiert. Schweden ist wie ein Garten Eden, ein Ort des Schutzes. Und Stockholm ist: ❤️.

Hier ist es so mit der Maske: Du kannst alles, wenn du willst. Aber du musst nicht. Das liebe ich. Daher gibt es hier auch keine Proteste oder Rebellen. Jeder akzeptiert den anderen. Weil man nicht gezwungen wird. Kontrollen sind auch eher pro forma. Der Wunsch nach Freiheit ist gross bei den Schweden. Bei mir auch.

Ach, ich liebe schwedische Frauen! Selbstbewusst. Da ist viel mehr Zusammenhalt, Kraft und Liebe unter Frauen. Und Männer sind automatisch Gentlemen. Das mag ich nämlich. Ich bin altmodisch. Zum Beispiel: Schwedische Männer warten, wenn es darum geht, aus- und einzusteigen (ICEs). Sie lassen mich vor. In Deutschland drängen sich die Männer vor die Frauen und wollen als erstes rein oder raus.

Ich habe mir die schwedischen Klassiker (Set) gekauft. Schweden liebt seine Frauen. Deutsche Klassiker würde wohl Frauen wenig bis kaum präsentieren. Bei den schwedischen Klassikern kommt als erstes Elin Wägner. De blå Silkesstrumporna (Die blauen Seidenstrümpfe). Die Verbindung von Dichtung und (diskreter) Politik oder Weltanschauung finde ich faszinierend. Den „Zeitgeist“ treffen ohne Zeitgeist. Unbemerkt. Diese Elin Wägner aus einem ganz anderen Jahrhundert ist/schreibt genauso „frech“ und raffiniert oder mutig wie ich, das muß etwas Schwedisches sein, etwas, das viele deutsche Männer überhaupt nicht verstehen und daher verurteilen.


Ein Land, das seine Frauen liebt, ist gesegnet. Zudem haben Frauen faszinierende Weltanschauungen und sehen Politik mit ganz anderen Augen, sind auch politisch gesehen eine absolut notwendige Brille. Elin Wägner (1882-1949) ist so etwas wie eine deutsche Alice Schwarzer, wenn auch ganz ganz anders. Und sie wird/wurde in Schweden hoch geehrt. Und was macht Deutschland mit seinen Frauen? Das Gegenteil. Damit beschmutzt ein Land sich selbst. Da Deutsche ihr Land aus historischen Gründen oft sowieso nicht lieben, fällt ihnen das nicht mal auf: Frauen im eigenen Land zu beschmutzen ist hochgradiger Selbsthass. Denn sie beschmutzen die Zierde des Landes. Hier in Schweden darf ich Frau und stark sein. Ich muß und will keine Mannfrau werden, um erfolgreich zu sein.

3. September 2021

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Brei flieht entsetzt aus Kochshow: Zu viele Köche! (Czech/Domzalski)

Es ist soo schön, wieder in Schweden zu sein. Schon in Kolping und Kopenhagen merkte ich, die Luft atmet sich freier. Und endlich keine Maskenpflicht mehr. Ich musste richtig quieken vor Freude. Als ich in den Schnellzug nach Kopenhagen wechselte, wurde neben Pass auch geprüft, ob man getestet ist. Ich war es nicht. Immerhin bin ich einmal geimpft. Hierfür hatte ich aber auch keinen Nachweis dabei. Aber da es so voll war und jemand den Polizisten just in dem Moment ans Handy rief, vergaß er mich. Gott sei Dank. In Kopenhagen aß ich bei Sunset Boulevard (ist aber nicht so lecker wie Subway, und es gibt auch nicht die leckere scharfe Soße). Und stand sehnsüchtig vor Tivoli (das letzte Mal war ich vor 3 Jahren da). In Malmö holte ich mir eine Minz-Trinkschokolade im Pressbyrån.
Die schwedischen Frauen sind meist sehr groß. Ich komme mir wie eine Zwergin vor. Ich habe eine blaue Jeans an mit einem weißen Teddy aufgestickt auf dem rechten Oberschenkel. Jetzt steige ich gleich in den Nachtzug nach Stockholm.
Meist vergessen mich Leute nicht, wenn sie mich einmal gesehen haben. Selbst wenn es Jahre her ist. Aber ich vergesse oft viele Leute vom Aussehen her.

Ich freue mich, im Fotobuch zur Orgel (Deutscher Musikrat) dabei zu sein.

2. September 2021

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Es spielt nur noch meine Seele, die aus Flügeln und Willensstärke besteht. Aus blitzschnellen Kolibri-Flügeln. (AHS)

Ich freue mich morgen auf Schweden. Stockholm und Härnösand; fahre zurück mit der Fähre Stockholm-Rostock. Am 10. Stuttgart, am 11. Ansbach. Da muss ich wieder zurück sein. Walldorf wurde verschoben.

Stefan Zweig schreibt sehr gut, die Inhalte erscheinen mir jedoch ab und zu bedenklich, besonders wenn er über Frauen schreibt. Irgendwie bin ich manchmal unangenehm berührt. Aber dennoch genieße ich, wie er schreibt.

“Klischee ist kein Missverständnis, sondern Strategie“: Zuvor hatte ich mich noch nie mit Alice Schwarzer beschäftigt. Es geschah nun rein zufällig. Ich bin erstaunt über ihre Persönlichkeit. Manches verwirrt mich auch. Was Alice Schwarzer an Diffamierung erlebt hat, übersteigt bei weitem alles, was ich erlebt habe, doch ist sie auch viel berühmter. Ihre Bücher sind Bestseller geworden, obwohl sie hochpolitisch sind, in Top-Verlagen. Der Preis für ihren Erfolg war/ist enorm: Sie wurde in Deutschland direkt und unverblümt beschimpft und beleidigt („Tucke“, „Hexe“, „hässlich“…). Es ging nie um Sachdifferenzen, sondern um ihre Person. Auch im Spiegel und Stern wurde sie angegriffen. Sie wurde in den Medien belastet. Es wurde vor ihr gewarnt. Sie wurde als Terroristin bezeichnet. Sie wurde gehässig und feige verfolgt. Es gab Boykottaufrufe gegen sie. Tribunal. Frauen haben sie auch sehr attackiert. Ich finde: Sie sollte den Friedensnobelpreis erhalten, denn sie hat viel für Frauenbewegungen getan. Sie ist anders als ich, sehr anders, sowohl inhaltlich als auch formal. Gleichzeitig ist sie weise, mutig, diskret und bewundernswert. Ich bin absolut nicht für Abtreibung und habe christliche, konservative Werte, Ehe usw. Die Musik schützt mich, zu politisch zu werden und damit auch vor öffentlichem Haß, der Frauen in der politischen Öffentlichkeit entgegenschlägt. Dass meine Kritik tatsächlich politisch ist, habe ich noch nie so begriffen wie beim Hören von Alice Schwarzer (Hörbuch Lebenslauf). Ob ich das ausgehalten hätte wie sie? Oder lernt ein Mensch einfach step by step dazu? Im Grunde darf man sich in der Öffentlichkeit keine Fehler erlauben. Das ist als impulsive Künstlerin schwer. Ich bin nicht cool genug. Vielleicht bin ich nicht der Typ dafür, ein Star zu sein. Ist es nicht schwer, eine geliebte und beschimpfte Star-Frau zu sein? Journalistin ist schon toll! Ich genieße es aber sehr, privat, verborgen und auch kindlich sein zu dürfen. Dennoch finde ich es schwer, bei Ungerechtigkeit zu schweigen, was leider die meisten Frauen tun. Frauen, die sich für andere Frauen einsetzen, werden persönlich diffamiert. Es geht dabei nicht um Inhalt und Sache, sondern um Projektion. 

Alice möchte ich gern kennenlernen. Was mich an ihrem Schreiben besonders emotional trifft und zum Nachdenken bringt, ist die „Männer-Mafia“ und ihre Skandale, die damals noch viel schlimmer waren als heute (Kritikerinnen tun viel mehr weh als männliche Kritiker, das sehe ich auch so):

– Frauen haben immer noch oft als Kriterium Nummer 1, von Männern begehrt zu werden. Etwas, das nicht von ihnen alleine kommt

– Frauen sind angeblich „frigide“, wenn sie nicht mit Kollegen ins Bett gehen

– Erwachsene Frauen werden oft gegängelt wie Kinder

– Männer haben oft einen vorauseilenden Gehorsam, vor allem dann, wenn sie jemanden beurteilen oder verurteilen sollen (Journalisten)

– Seht her, ihr Frauen, das machen wir mit einer, die so aufmüpfig ist

– Frauen sind Opfer von Männern, die ebenfalls Opfer sind

– Die Tragik der Frauen

– Frauen werden oft als ‚relative Wesen’ gesehen: Sie ist die Frau neben dem und dem…

– Niedrigkeiten entlarven sich von selbst und pöbelnde Männer auch, wenn frau geschickt oder gar nicht auf sie reagiert

– Spießer riechen einen auf hundert Meter Entfernung und hassen einen unausweichlich

– Die von Männern hergestellte Kombi von Politik und nackten Frauen (siehe BILD)

– Humor ist die ultimative Waffe

– Minderbezahlung von Frauen („er muss ja schließlich die Familie ernähren“)

– Stühle und Sitze nach Männermaßen, auch in Autos

– Frauen werden in Männerberufen oft links liegen gelassen

– Gratisarbeit der Frau in der Familie

– Doppelbelastung Frau: Gratis geleistete Familienarbeit (Beruf 1) und Beruf (Beruf 2) – das passt der Wirtschaft ganz gut; dazu noch schlechter bezahlt

– Motive der Männer gegen Frauen: Sie wollen (private) reale Privilegien nicht aufgeben

– Frauen biedern sich oft bei Männern an

– Marktwert von Frauen nach Aussehen und Alter, als wäre Alter ein Manko statt Geschenk 

– Anbiederungsversuche von Frauen bei Männern auf Kosten anderer Frauen 

– Männer verstehen traditionell mehr von Verrat und Macht als Frauen


Vieles von dem ist erschütternd. Und: Politik.

Sehr viel im Leben ist einfach von Männern gemachte Politik. Wäre ich keine Künstlerin, wäre ich gern Politikerin oder Journalistin geworden. Aber so schließt sich das in jeder Hinsicht aus. Leider. Es bleibt da nur mein kleiner, irgendwie doch politischer Blog? Und der sorgt schon für Wirbel.

Ansbach 11.9.21

1. September 2021

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Hier schimmert der Sound wie Perlmutt. Dann leuchtet Bachs Kombinatorik. Dann hat jeder Ton Richtung und Größe. Satt, dicht, elastisch. (AHS)

Neue Konzerte. Wieder daheim. Die nächsten Konzerte: Ansbach, Nürtingen, Liebenrode, Dortmund und bald auch Steingaden/Wies. Gestern war ich noch in Wächtersbach bei Fulda. Lebenslauf von Alice Schwarzer ist sehr spannend. Sehr gut geschrieben. Wahnsinns-Kindheit. Sehr politisch. Hörbuch. Sie hat sehr gute Erfahrungen mit Männern und eher schlechte mit Frauen gemacht. Sie ist schlau und schön gewesen, herzensgut und sozial, alles andere als spießig.

Mit Brüstungsorgel (Fernwerk) spielte ich Rapture.
Die Walcker Orgel in der Ringkirche Wiesbaden 1894-2016, E.F. Walcker & Cie Ludwigsburg: Die Orgel versteckt sich hinter dem Kanzelaufbau.
Alle alten Walcker-Register von 1894,  1949 neu beschriftet. Umbau, Erweiterung durch Steinmeyer: Neues Klanggewand 1955. Restaurierung 2016 durch Lenter und Hans Kielblock.
Soli Deo Gloria!
Komposition Neue Musik, zeitgenössische Musik, E-Musik, Contemporary Classic, experimentelle Musik, female composer
Rapture / Zyklus Pandemic Dance

Als Pianistin und Organistin hat man es nicht leicht. Es gibt immer noch Leute, die meinen, beides ginge nicht zusammen. Jemand sagte mir: Endlich spielt jemand mal virtuos und musikalisch und nicht „orgelgemäß“ spröde. 

Ritter a-Moll Walcker Wiesbaden
She‘s always a Woman

31. August 2021

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Ich habe mein Feinsliebchen so lange nicht gesehen. (Der Zupfgeigenhansl, deutsche Wandervogelbewegung/Volkslieder, Hans Breuer)

Goldig, die alten deutschen Volkslieder, Leipzig 1915. Meine Wiesbaden-Gasteltern sind seit Jahrzehnten Volkslieder-und Chorfans: Hans Breuer, Musikstudent aus Heidelberg, schon mit 20 gefallen im 1. WK. Und dann Hermann Löns, der Heidedichter, 1914 gefallen. Liederdichtung „Der kleine Rosengarten“, Jena 1919, Komponist Fritz Jöde aus Hamburg. Die alte deutsche Schrift ist manchmal schwierig zu lesen.

Mein eigenes Werk kam in Wiesbaden sehr gut an. Entrückung spielte ich mit hellen Tönen und „letzter Posaune“. Kurz: Massive Zunge und Fernwerk (Brüstungsorgel) in Solo-Kombination. Da braucht man schon Ohren. Überhaupt braucht man für meine Werke Ohren. Menschen mit Tinnitus und Hörgeräten haben es da schwerer. Und alles immer selbst geblättert und registriert. Auch dann, wenn es keine Setzeranlage gibt, siehe Sauer-Orgel in Berlin.

Ich habe ja bewusst keinen Fernseher. Aber zu Besuch schaue ich dann manchmal ganz gern, vor allem Nachrichten. Was ich aber gestern wieder erfuhr, kaum, dass man mal fernsieht, ist erschreckend: Afghanistan und das entsetzliche Verhalten Frauen gegenüber. Im Grunde wird der weltweite (bei uns zivilisierte) Frauen-Haß durch massive Unterdrückung dort nur für alle sichtbar auf die Spitze getrieben.

Wie sieht die deutsche zivilisierte Frauenunterdrückung aus? Nun, die Anpassung ist der erste Punkt: Im Heute-Journal ist die Rede-Vormacht nach wie vor deutlich den Männern vorbehalten. Sie deuten, berichten und analysieren für uns Frauen mit. Sie haben alle Anzüge an. Wenn man hier als Frau „dabei sein will“, muss man ebenfalls irgendwie „Anzug“ tragen. Und am Ende kommt Männersport. Da kann die Welt zusammenbrechen, im Anschluss kommt Männersport. Der völlig bedeutungslos ist.
Innerdeutsche Flüge verbieten? Für Männer kaum vorstellbar. Eher muß die Welt untergehen.

In Berlin spielte ich auch einige Stunden in der Gedächtniskirche. Sehr geschichtsträchtig, in Charlottenburg. Tolle Karl-Schuke-Orgel, umgeben von leuchtendem Blau. Trotz großem Besucherandrang spielte ich Ritter auch tutti. Wir fuhren von St. Michael über die Jannowitz-Brücke (Spree) über die Friedrichwerdersche Kirche zum Auswärtigen Amt, zum Potsdamer Platz, zur welligen Philharmonie, dann beginnt der Bezirk Schöneberg, dann Botschaftsviertel. Dann Wittenberg Platz mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens), über Tauentzien (Einkaufsstraße) zur Gedächtniskirche in Charlottenburg. Wir radelten auf dem Kurfürstendamm: Das westliche Pendant zur Unter den Linden. Der westliche Pracht-Boulevard bis zum Halensee (See). Am Savigny- Platz aßen wir im San Marino hausgemachte Bonbonnudeln mit Kapern und Spinat und tranken Sauvignon (roter Wein).
Der Lärm in Berlin ist schon bedenklich. Viele beten, wenn sie einen Krankenwagen hören. Mich macht der Lärm leider nur fertig. Die ganze Stadt scheint am Toben zu sein. Manche Leute haben keine Ohren am Gehirn.
Als wir mit unseren Rädern am Pariser Platz ankamen, waren da eine Kundgebung und Demo nach der anderen. Dazwischen schwarze Diplomatenwägen, Polizei, schreckliche Elektroroller voll ungelenker Touris, Rad-Kutschen mit dicken Touris, für die sich abgestrampelt wird, und wenn man ein Radl ausleihen will, muss man seine kompletten Daten dalassen. Ulrike kennt sich bestens aus und wollte mit mir einen Schleichweg fahren. Dazu fuhren wir durch eine Absperrung. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Überhaupt wurde ich beim Radeln durch diese Stadt von einer Adrenalinwelle nach der anderen überflutet, weil Ulrike auch über rote Ampeln fuhr. Zuvor berichtete sie mir in aller Seelenruhe, wieviele Tote sie in der Stadt schon gesehen hätte. Atemlos durch die Stadt. Hielt ich mit ihr Schritt. Beziehungsweise Rad. Der Polizist vor Merkels Wohnung war besonders lustig. Man kann ja viel erzählen, dass Berlin nicht Bayreuth sei. Das muss man erst mal erleben, dass dem nicht so ist. Das muss erst nachvollzogen werden. 😎 ps: Die Touristen-Restaurants kann ich nicht empfehlen.
Leider hab ich es nicht mehr geschafft, Hans-Olas Konzert zu hören.

Schukes Flaut douce ist auch spannend und selten.
Wenn Pfeifen fertig hergestellt sind, kommt ja noch kein Ton, sie krächzen höchstens. Sie müssen also erst zum Singen gebracht, vorintoniert werden: Kernspalte, Bärte, Stimmrollen, Aufschnitt. Überall liegen Geräte, Reibahlen. Und dann bin ich von Alexander Schuke direkt zu Karl Schuke gefahren: Gedächtniskirche.

She‘s always a Woman

Gedächtniskirche Berlin 2021

Schuke Orgelbau 

Das sind die Formen zur Herstellung von Pfeifenfüßen für 16-Fuß-Größe.


„Wusstest du, dass bald Tag der deutschen Sprache ist?“
„Nope. Cool!“

Czech. Heute erinnere ich an Pinar Atalay (Moderatorin) und Hauke Stars (Managerin, blitzschnell, eindrucksvoll).

Mein Konzert gestern in der Ringkirche Wiesbaden war sehr schön und gut besucht. Es waren auch Inhaber von Musikläden da. Es wurde aufgenommen. Ich habe eine Uraufführung gespielt, da in Hessen 2021 das Jahr der Uraufführungen ist.
Rapture. Entrückung. Letztes Jahr habe ich hier in Wiesbaden in der Marktkirche gespielt. Kurz vor der Hysterie. Im Februar 20. Da hat noch keiner im Entferntesten geahnt, was kommen wird. Jetzt können wir noch sagen: „Letztes Jahr am Jahresbeginn war noch alles in Ordnung.“ Bald nicht mehr. Reger-Stadt Wiesbaden! Tolle Orgel! Reger hat dort auch gespielt und war sicher auch in der Ringkirche. Denn Reger war 8 Jahre in Wiesbaden, und die Orgel in der Ringkirche wurde in dieser Zeit neu gebaut. Die Walcker Orgel in der Ringkirche hat nun einen neuen Spieltisch bekommen. Letztes Jahr habe ich noch den alten gespielt. Sie wird von Orgelbau Lenter betreut. Man braucht einen Chip wie in Heidelberg.
Das Besondere an historischen Walcker-Orgeln: Jedes Register hat eine eigenständige, runde Farbe. Die Prinzipale klingen wie warme Hörner. Mischt man zwei Register, entsteht eine ganz neue faszinierende Farbe. Solche Orgeln zu restaurieren und zu betreuen ist sicher nicht ganz leicht, wenn man diesen Charakter wahren will. Iveta spielt hier am Mittwoch. Das Display der Setzeranlage muss vorher jedoch noch repariert werden. Als ich gestern spielte, war das Display noch tot. Es ist etwas unangenehm, mit einer Setzeranlage ohne visuelle Kontrolle zu spielen. Eine gute Übung. Allerdings gefällt mir diese besondere E-Setzeranlage in der Ringkirche gut. Ivetas Agentin hat sich die Disposition genau durchgeben lassen. Widor V möchte Iveta hier allerdings nicht spielen.

Die Orgel steht hinter dem Altar. Man kann sich in dieser großen, runden Kirche, die mich immer an die Christuskirche Karlsruhe erinnert, so setzen, dass man seitlich die Organistin von unten gut sieht. Mich stört nur der Lärm vom Ring draußen. Der Kantor Hans Kielblock, der in Berlin und Lübeck studiert hat, ist sehr nett. Seine Frau ist Ärztin. Es ist angenehm, wenn man mit Musikern auch über andere Dinge als nur Orgel sprechen kann. Er wohnt in einem Künstlerinnen-Viertel. Ja, das hat Wiesbaden ❤️: Ein Viertel mit Straßennamen nur mit Frauennamen, von Künstlerinnen (meist lokale Schauspielerinnen). Überhaupt ist Wiesbaden mit seinen hohen verschnörkelten Altbauten rings um die Ringkirche wunderschön. Landeshauptstadt eben. Wir waren danach Pizza essen (da ich nur einmal geimpft bin, durften wir nirgends rein). So bestellte Hans Pizza, und wir aßen sie bei meinen „Gasteltern“, wo ich übernachtete, ein liebes Ehepaar aus seinem Chor. Ich aß eine große Pizza Fantasia mit Gemüse. Wir unterhielten uns dabei u.a. über Neue Musik an der Orgel. Meiner Meinung nach ein brach liegendes Gebiet, vor allem in Deutschland. Es gibt zwar viel Unterhaltung, seichtes Entertainment wie Noten von Zsolt Gardonyi oder Johannes Michel oder überhaupt fast alles bei Strube, wie ich finde, Seichtes und Leichtes für die „Masse“ mit Light-Jazz-Einschlag. Neu ist das nicht. Neue Musik oder E-Musik schon gar nicht. Es  kommt mir eher etwas schulmeisterlich gefällig und nett vor, was jeder spielen kann, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Ich meine, es ist schön, dass Orgel und Unterhaltung zusammen gefunden haben. Aber ich vermisse komplett neue, originale, kreative Gattungen für die Orgel. Kunst. Neue Kunst. Für die Orgel. Macht frau etwas Neues, ohhh oh. Und dann gibt es noch neben Bearbeitungen und „Vollendungen“ die ganze Nachmacherei. Das, was sich dann „Improvisation“ nennt. Da werden von Deutschen vor allem die Franzosen nachgemacht. Da gibt es dann Leute, die virtuos immer das Gleiche gleich nachmachen, was andere erfunden haben. Stundenlang. Ein Leben lang. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Immer dasselbe, festgefahren, unspontan und einseitig?

Und ich übe Reger. Reger soll ja in Wiesbaden sehr gesoffen haben. Seine Musik soll ebenfalls betrunken sein. Ich kann mir das nicht recht vorstellen. Man sagte mir: Am besten spielt man Reger, wenn man selbst betrunken ist. – Wein aus der Ringkirche habe ich ja schon geschenkt bekommen.

Ich mag die schönen runden Fenster der Ringkirche.

Was wirklich seltsam ist: Im ICE ist es total voll, niemand schert sich um Impfungen. Und dann steigt man aus und muß in einem halbleeren Restaurant einen Impfausweis vorzeigen. Da kann ich schon verstehen, dass Menschen mit gesundem Menschenverstand Fragen und Zweifel haben.

Morgen berichte ich weiter von Berlin.

August Gottfried Ritter – Sonate d-Moll op. 11 Nr. 1 ganz, Sauer Orgel Berlin Mitte St. Michael, AHS

Wir Frauen müssen nicht mehr bitten, wir fordern. (Serap Altinski)

Der berühmte schnelle Daumen: Ich schreibe am Handy alles mit links, mit dem linken Daumen, auch den Blog.

Aus den Spänen macht Schuke übrigens Pellets zum Heizen. Praktisch. Den Maschinenraum darf man nur geschützt betreten (wegen Lärm, Dreck und Spänen). Der Raum, wo die Pfeifen hergestellt werden, war für mich besonders spannend. Englisch Zinn! Pfeifen aus Legierungen mit einem falschen Mischungsverhältnis der Metalle können nach einigen Jahren in sich zusammensacken. Wegen dem Gewicht. Aber das Erstaunliche ist: Früher passierte das nicht. 300 Jahre lang nicht! Worauf haben also Orgelbauer damals geachtet? Schuke fand das heraus zusammen mit der Uni Potsdam: Entscheidend ist eine abnehmende Materialstärke im Pfeifenkörper. Nur die computergesteuerte Zinn-Hobelmaschine von Schuke kann Pfeifenmaterial für mehrere Pfeifen auf einer Platte mit abnehmender Wandungsstärke herstellen. Dazu gehört menschliches Know How. Pfeifen mit der optimalen Zinn-Blei-Verteilung und Zinn-Blei-Legierung und der optimalen Materialstärke (die Pfeifen werden nach oben hin dünner) sacken nicht zusammen, haben zudem ein verbessertes Anspracheverhalten und klingen dadurch besser. Um hervorragende Pfeifen herzustellen, braucht es viel Erfahrung und Training. Das heisse, flüssige Zinn mit der richtigen Temperatur wird erst mal ausgegossen. Ich habe die Maschinen, Bottiche, Schlitten und Bänke gesehen.

Heute mieteten wir ein schönes Radl für mich, machten zusammen Mitte unsicher und entdeckten Berlins Mitte: Vom Brandenburger Tor zur Russischen Botschaft, über die Linden an der Staatsoper zur Hedwigs-Kathedrale zum Gendarmenmarkt. Der große Pracht-Boulevard, die Achse vom Brandenburger Tor (Pariser Platz), die über den Dom zum Alexanderplatz führt (Forum Fridericianum, Friedrichsforum), nennt man Unter den Linden. Die Strassenbreite ist enorm. Man kann sich dort die Kutschen von früher vorstellen. Und ich liebe den Pariser Platz und das Brandenburger Tor: Quadriga (der Kutschwagen/Streitwagen auf dem Tor). Dahinter verlief die Mauer. Die ganze alte Mitte ist im Grunde ehemalige DDR. Dort sind auch das Hotel Adlon und die neue Akademie der Künste. Heute war wegen Demos der ganze Park namens Tiergarten hinter dem Tor und die berühmte Strasse „17. Juni“ bis zur Siegessäule abgesperrt. Dann radelten wir zum Gendarmenmarkt. Dort am Französischen Dom aßen wir Kartoffelsuppe, das Konzerthaus und Hanns Eisler im Rücken. 2016 konzertierte ich im Französischen Dom. Dann radelten wir über das neue Stadtschloss zur Humboldt-Universität, machten Stippvisite bei Angela Merkel am Kupfergraben, kamen über den mächtigen Berliner Dom auf die berühmte Museumsinsel. Dort sind fünf Hauptmuseen, fünf große, Altes Museum, Nationalgalerie, Pergamonmuseum, Neues Museum und Bode… UWKE. Diese Insel ist umrahmt von zwei Armen der Spree. Spreeinsel. Der Lustgarten vor dem Dom ist wunderschön. Dann fuhren wir durch den MonBijou-Park zum Hackeschen Markt, dann Richtung Fernsehturm über den Rosa-Luxemburg-Platz mit der politischen Volksbühne zum Alexanderplatz, dem berühmtesten Platz der Stadt. Dann Marienkirche, Nicolaiviertel (Berlins ältester Teil), Fischerinsel, Märkisches Museum (Stadtmuseum). Berlin ist kanal-und gewässerreich. Der Bärenzwinger war leider leer. No bear. Dann nahmen wir Kurs auf die Luisenstadt zur Michaelskirche. Luisenstadt geht bis zur Bezirksgrenze zu Kreuzberg und ist ein historischer Unterbezirk von Mitte. Dort liegt am Engelbecken St. Michael. Wir klapperten ganz Mitte ab. Die Dimensionen sind riesig. Wir konnten an diesem Nachmittag nur Berlins Mitte ausmessen. Mitte ist Berlins zentraler Verwaltungsbezirk und Regierungsbezirk und sehr sehr geschichtsträchtig. Bundestag, Auswärtiges Amt, Kanzleramt… Reichstag… Sehr viel Polizei überall. Das Panorama von Mitte ist spannend. Kernbezirk! Schatzkästchen! Preußische Bauten! UNESCO! Von dort kann man Berlin aufrollen in die weiteren Außenbezirke. Mein Tipp: Fahrradfahren, um ein Gefühl für die Dimension dieser Riesenstadt zu bekommen, mit jemand, der sich wirklich auskennt. Gesundbrunnen, Hansaviertel und Moabit, Wedding und Tiergarten sind auch noch Mitte, und der ist noch nicht mal der größte Bezirk Berlins! Wahnsinn! 

Serap (siehe Zitat) ist Politologin, kümmert sich vor allem dann, wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Heute erinnere ich an Martina Voss (Fußballtrainerin (unmöglich, wie der Frauenfußball behandelt wird) und Irene Papas (griechische Schauspielerin).

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Ritter Sonate Berlin

28. August 2021

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Ich schreibe nicht nur, um zu erzählen. Ich schreibe, um zu entdecken. (Siri Hustvedt)

Die große Wohnung am Westhafen in Berlin ist sehr künstlerisch eingerichtet. Diesen Stil habe ich noch nicht gesehen. Wir frühstückten und nachtbroteten Nutella und Pflaumenmarmelade. Ich wurde fasziniert beobachtet, wie ich mein Brot mit Nutella arg bestreiche, denn ich mache einen Schokoladenkuchen aus meinem Brot. (Die Kruste lass ich liegen, Kuchenboden auch.) Am Fenster steht ein großer alter Ibach Flügel. Es regnet. Dann wieder Sonne. Wie April. Dann wieder Schauer.

Der Austausch unter selbständigen Künstlern ist immer interessant. Viele sind erstaunt, wie ich als mobiles Büro funktioniere. Für mich ist das schon normal, mein eigenes Unternehmen zu sein. Als Künstlerin ist es ja so wunderbar bei der KSK. Es ist unfassbar, was andere Selbständige ohne die Künstlerkasse KSK in Krankenversicherungen und Gesundheitskasse etc. einzahlen. Das Zehnfache!

Ulrike arbeitet bei Stiftungen und Agenturen. (Sie fährt Rennrad in Berlin. Ich bin noch nie Rennrad gefahren.)

Dann besuchte ich die Orgelbaufirma Schuke in Werder (Havel) bei Berlin. Brandenburg. Der träge und schöne, gutmütige, breite Fluss Havel sieht aus wie ein See. Groß wie ein Meer. Riesige Ausbuchtungen ohne Strömungen. Sanft. Verschlafen, sympathisch. Dazu ein Yachthafen. Werder ist superschön. Dazu muss man den Zug 1 Richtung Magdeburg über Potsdam nehmen und ein ABC-Ticket lösen. (In Potsdam wohnen heute die Reichen, Politiker usw.)

Johannes Schuke und sein Bruder Michael sind sehr nette Geschäftsleute, Familienbetrieb, die Firma ist einfach genial und bewundernswert. Modern, groß, im Grünen. Ronja, der Hund, hat gleich mit mir geschmust. Ich ließ sie in die Küche, ohne zu wissen: Das war eigentlich verboten. Johannes lächelte nur.

Ich habe viel gelernt. Obwohl Freitag Mittag, waren fleißige Mitarbeiter da. In einem Raum waren über 8 Orgeln. Hohe große Räume, alles sehr sauber. Den Vater lernte ich auch kurz kennen. Sie stellen ihre eigenen Pfeifen her. Das finde ich wichtig für eine große Orgelbaufirma. Die Pfeifen sind das Herzstück. Kernstück. Sind Klang. Jede Pfeife ist ein Musikinstrument. Das Wichtigste holt man sich nicht billig aus Portugal oder sonst woher, sondern macht man selbst! Sonst ist man kein Orgelbauer, sondern Orgelmonteur. Man kann von den Fenstern aus den Yachthafen sehen. Wir tranken Kaffee, und Johannes erzählte mir die Familiengeschichte. Extrem spannend! 1894 übernahm sein Urgroßvater Alexander Schuke die Firma von Heise/Gesell (1820). Schuke Potsdam. Die beiden Söhne Karl und Hans-Joachim führten es weiter. Erfolgreich. Orgelbewegung. Schleifladen. Dann kam der 2. Weltkrieg. Mauer! Potsdam wurde DDR! So ein Mist! Sie beschlossen zuvor, dass Karl in Berlin eine Filiale eröffnen sollte, zur Sicherheit. Dass das mit der Mauer so lange dauern würde, konnte ja keiner wissen. Beide Brüder arbeiteten jedoch beide sehr erfolgreich weiter. Jeder in seiner „Besatzungszone“. Ost und West. 1972 klaute die DDR Schuke Potsdam. Gemein! Sein Lebenswerk wurde verstaatlicht. Er erlitt kurz darauf einen Herzinfarkt. Aber sein Sohn Matthias holte (kaufte!!!) später die Firma zurück nach dem Mauerfall ❤️. Das nennt man heute „privatisieren“, wenn man sein Eigentum zurückkaufen muss. Karl aber hatte niemanden, der die Firma übernimmt, und er splittete sie auf unter Mitarbeitern. Daher besitzen nun „Fremde“ die Firma. Schuke Potsdam hätte sie sicher gern wieder zurück. Nicht so einfach. Aber beide Firmen laufen sehr gut. Schuke Berlin aber stellt keine eigenen Pfeifen mehr her. Das finde ich nicht so gut. Schuke Potsdam aber gibt 25 Jahre Garantie auf ihre Pfeifen! Symbolisch eigentlich 300 Jahre Garantie. Warum? Das berichte ich morgen. Es ist auf jeden Fall eine Firma mit Werten und Glauben.

Das Konzert war sehr schön, gut besucht,  supernettes Publikum. Facebook-Fans und Freunde waren auch da. Die schöne, schlichte Sauer-Orgel mit Schleifladen, mechanisch, mit pneumatischer Registertraktur, Handschalter, Walze, Schwellwerk und 25 kl. Registern ist sehr interessant: Oben kristallklar, unten schöner Nachhall. St. Hedwig wird noch Jahre brauchen (Sanierung). Danach gingen wir essen am Engelbecken.

Heute erinnere ich an Sibilla Aleramo (italienische Autorin) und Fanny Blankers-Koen (Leichtathletin, erst spät begonnen).

Konzert Ann-Helena in Berlin

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27. August 2021

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du lächelst hörbar mit Noten
kannst du mir die Noten
zu deinem Lächeln geben? (AHS) 
 

schenk mir die Zwischentöne deiner Stimme

Ich bin in Berlin angekommen. Die ICEs waren extrem voll. Ich fuhr über Göttingen. Göttingen ist einer der wenigen schlauen Bahnhöfe mit Rampen statt Treppen. In Berlin wurde ich vom HBF abgeholt und freue mich auf meinen vollen, interessanten Tag morgen. St. Michael, schön und rot, mit dem großen, beleuchteten Erzengel auf dem Dach (gebaut 1805 von August Soller und Team) gehört zu den größten DDR-Kirchen und wurde stark beschädigt im Krieg, ist heute halb erhalten. Der vordere Teil ist Ruine, woraus ein schöner Garten gemacht wurde. Der hintere Teil ist nun aktive, katholische Kirche. Dort ist die schöne Sauer-Orgel (1960 geweiht). Dort spiele ich morgen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ist echt einzigartig und besonders. Ein Geheimtipp, mitten in Berlin-Mitte. Der Ruinenteil ist auch der ehemalige Eingang. Wenn man dort unter freiem Himmel steht, da das Dach und die ehemalige Buchholz-Orgel am 3.2.1945 weggebombt wurden, da konnte ich mir vorstellen, wie groß und majestätisch diese Kirche gewesen sein muss. Hinter der Kirche ist das Engelbecken, ein kleines ehemaliges Hafenbecken, heute voll Schildkröten, Fische, Schwäne und Reiher. Hier verlief mal die Mauer quer durch. Die ehemaligen DDR-Bauten sind schicke Lofts geworden drum herum. Wir aßen italienisch, ich übte, dann fuhren wir nachts zurück. Mit Öffis, U-Bahn, S-Bahn und Ringbahn, um das reale Berliner Leben zu erkunden und zu erleben. Berlin ist nämlich nicht Bayreuth! Eine Riesenstadt, chaotisch, cool, schmutzig, wild. Ich war nun schon so oft da. Und doch ist es für mich immer wieder neu verwirrend, als wäre ich noch nie da gewesen. Wie Reger, dessen Noten man am nächsten Tag nicht wiedererkennt. Allein wüsste ich nicht, wo ich bin. Baustellen, Obdachlose, Betrunkene, Lärm, Schienenersatzverkehr. Und überall riecht es nach Gras.

Dabei war das strahlenförmige System mit der Ringbahn sicher mal gut durchdacht gewesen. Eine Würzburgerin in Berlin-Mitte. Da ist Berlin-Mitte schon 6x größer als Würzburg. Ich schlafe auch in Berlin-Mitte. Am Westhafen. Ich wohne in der Mitte der Mitte. Im Regierungsviertel. Ich bin die Regierung!

Es ist ein schöner Altbau, 126 Quadratmeter, mit weißen Doppelfenstern, Parkett und rotem Boden (nennt man hier „Ochsenblut“ – ich (barfuß): „Ist das wirklich Ochsenblut?“ Sie: „Natürlich nicht!“ „Oh, gut.“

Heute erinnere ich an Lotte Cohn (israelisch-deutsch-jüdische Architektin: Baumeisterin Israels: Binyan Ha‘Aretz (Aufbau des Landes).

Ich bin Zeitoptimistin.

Freue mich auf die kathedralhafte Raumakustik und die Klangfarben der Sauer-Orgel.

Eventbrite: Heute 17 Uhr Konzert:

Konzert Berlin AHS

 

26. August 2021

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Tonformerin. Ein Tag ohne Üben ist ein nicht so schöner Tag. (AHS)

Ich liebe das Lied She’s always a Woman von Billy Joel. Das Lied ist irgendwie ich. Also der Text. Dazu heiraten wär ok.

Bald ist Wahl. Und es gibt eigentlich nichts, was man wählen kann, finde ich.

Der Film Rubbel die Katz ist nicht schlecht.

Heute erinnere ich an Birgit Bohle (Managerin) und Ivana Trump.

Experiment:

Yesterday

For Organ

Yesterday – The Beatles for Organ. Ladegast Orgel