Blog und Tourblog

Mit täglichen Impulsen ein Kunstwerk über Leben, Musik, Wunder und Erkenntnis. Tourberichte, lebendig, leidenschaftlich, provokativ und zum Nachdenken.

12. August 2020

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Kein Gebiet ist so klein, dass sich darauf nicht Größe entfalten könnte. (Sprichwort)

Gut, dass ich manches schon vorgeschrieben habe, sonst käme ich mit meinem Blog gar nicht mehr hinterher…

Bei dieser Hitze Orgel zu üben ist schon schwer.

Ich freue mich auf mein Orgelkonzert heute in Erlangen und dass ich von vielen höre, dass sie meinen Blog schön und herzergreifend finden.

Interessant ist die englische Orgelmusik von Herbert Howells. Als nächstes möchte ich Reubke-Sonate lernen.

Ich liebe alle Ladegast-Orgeln, die ich gespielt habe: in Leipzig, Schwerin, Rudolstadt, Merseburg und Köthen.

Wichtig ist, dass man immer mehr Orchester hört beim Orgelspielen. Dass es nicht “nach Orgel” klingt. Schon gar nicht bei Ad nos. Ich stelle mir die Celli, Oboen und Klarinetten vor. Das ist an der Orgel leichter als am Flügel. Wenn nur die Pfeifen nicht wären.. 🙂

Empfehlen kann ich den irischen Film Das Leuchten des Regenbogens. 

11. August 2020

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Moses gab den Auftrag, Posaunen anzufertigen; mit Flöten- und Harfenklang hat das auserwählte Volk Loblieder gesungen. Wir sollen loben und jubeln. (AHS)

Es war wunderschön im Merseburger Dom. Ich habe vier Tage dort Tag und Nacht geübt. Es war sehr anstrengend, aber ich war trotzdem glücklich. Was für eine Orgel, vier Manuale, sehr selten in Sachsen-Anhalt, eine Orgel von 1855. Schweitzer war nie hier, hat aber die Orgel aus der Ferne gelobt. Die Orgel mit dem wunderschönen Rückpositiv ist voller Engel. Die Registerzüge gehen genau bis zur Zahl 100. Setzer gibt es natürlich nicht, auch keinen Barker. Wenn man die Manuale koppelt, hat man zu kämpfen, was mir aber Spaß macht, besonders bei Bach Fantasie G-Dur Piece d’ Orgue. Die Orgel ist nie zu laut. Meine fünfte Ladegast. Nur einmal sagte man am letzten Tag, die Besucher könnten ihren Audio-Guide nicht mehr verstehen. (Da fragt man sich, was wichtiger ist, der Audio-Guide oder Liszt?) Ich liebe die Undamaris, die Flöten und die 16′ und  32′, besonders in den Manualen, die Schallmay (Zunge) und alle Zungen. Die Prospekt-Fassade ist überwältigend, doch noch schöner sind die Klangfarben aus dem Herzen des Instruments. Auch die kleine weiße Ladegast (ein Manual) unten habe ich gern gespielt- ich liebe die historischen, runden Registerknöpfe und die Gambe. Sie erinnerten mich an meine Thüringen-Orgel-Zeit Anfang des Jahres.

Unterricht, Hochzeit, Gottesdienst, Konzert: Der Dom ist so einladend, hell, mit Originalsteinen und Grabplatte, die über 1000 Jahre alt sind, mit einem Rabenkäfig (die beiden großen schönen Raben, ein Paar, tun mir allerdings sehr leid – sie brauchen und wollen eigentlich Freiheit, können in dem Käfig kaum fliegen, sind aber sehr musikalisch und machten meine Zungengeräusche nach) und einem wunderschönen Kreuzgang.

Hinter dem Dom liegt direkt das Schloss, dahinter der Schlosspark mit Brunnen und gelbem Sommerschloss, in dem eine Malerin arbeitet, und untendrunter fließt friedlich die Saale, umsäumt von alten, wertvollen Riesenbäumen. Franz Liszt war hier, an diesem Fluss, bei diesen Bäumen, in diesem Dom, an dieser Orgel, auf der Orgelbank, auf der ich sitze. Ich wohnte direkt am Dom, auf dem Platz, und musste nur ein paar Schritte zum Bäcker gehen. Zudem gibt es zwei nette Restaurant, eins davon eine ehemalige Kunstgalerie, eins ein Kartoffelhäusle, wie es wohl in Sachsen-Anhalt einige geben soll. Auf die “Zaubersprüche” kann ich allerdings verzichten.

Die Ladegastorgel ist unvergesslich, eine der klangschönsten Orgeln, die ich je gespielt habe, eine historische Universal-Orgel im besten Sinne, ein Bach-Orgel, eine Liszt-Orgel, eine, auf der Mozart mit brillanten Flöten und Muffat herrlich klingen aufgrund der wunderschönen Streicher und Prinzipale, genauso wie Scheidemann mit wunderschönen Zungen, eine Orgel, auf der man auch wunderschön Messiaen spielen kann. Auf facebook habe ich sie mit Videos vorgestellt.

Die Orgel, auf der Ad nos uraufgeführt wurde: Also habe ich hier an dieser Domorgel Liszt Ad nos und Liszt B-A-C-H tage- und nächtelang geübt und die Aeoline 16 auf dem vierten Manual samt allen weiteren Klängen der Orgel in mein Gedächtnis eingegraben. 5700 Pfeifen, 81 Stimmen (an Registerzügen): Friedrich Ladegast hat ein Wunder erschaffen.

Sehr schön ist auch das Stahlspiel auf dem 3. Manual (Glockenspiel). Man muss 9 Sperrventile nach dem Einschalten ziehen, damit die Orgel spielt, fünf rechts (davon drei rosa) und vier links (davon zwei rosa), darunter auch die Basskoppel. Die Registerknöpfe sind wunderschön, Rosa für Pedal, dem viertem Manual und Rückpositiv (erstem Manual), weiß für HW und OW. Liszt hat hier registriert, als Winterberger Ad nos uraufführte.

Wir besuchten am Samstag auch Naumburg, die Bachstadt, ganz nah von Merseburg, mit der weltweit größten Bachorgel, der Hildebrandt-Orgel in der Marktkirche Wenzelskirche von 1746, die Bach selbst geprüft und gelobt hat: Weiß verziert, wappengeschmückt, samt dem herrlichen, nicht allzu großen Naumburger Dom (UNESCO) mit der kleinen, ebenerdigen Eule-Orgel, klangschön, in einer herrlichen Akustik. Dort habe ich eine Stunde Bach gespielt, während mir viele Leute zugehört haben, die meisten Rucksacktouristen.

Es waren sehr heiße Tage, doch in den Domen war es schön kühl.

Ich habe meinen Spieltrieb auf meine Ohren übertragen. Leider sind manche Griffe in Liszt und Messiaen unerträglich gross für meine Hände, es klingt dann wie Fischsuppe, wenn ich keine kreative Lösung finde.

“Haben Sie so kleine Pfoten? Zeigen Sie mir mal, wie Ihre Fischsuppe klingt.”

Ich hätte gern mal ein Salzwasser-Aquarium. So schön.

Ich finde die Welt der herkömmlichen Kirchenmusiker oft so steif. Schrecklich. Ich komme mir da wie ein exotisches Wesen vor.

Manchmal haben die Kirchen massive Schlüsselbunde. Wenn man da mal einen sucht…

“Wir haben kaum noch Schlüssel übrig, da wir so viele Messner sind.”

“Das macht Sinn.”

“Wahn-Sinn, da haben Sie Recht.”

10. August 2020

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Guds löften är som stjärnor – ju mörkare natt desto klarare lyser de. (David Frost)

Das stimmt. Übersetzung: Gottes Versprechungen sind wie Sterne – je dunkler die Nacht, desto mehr leuchten sie.

Ist es nicht unfassbar: Nach einer langen Zugfahrt alles pünktlich quer durch Schweden und Dänemark näherte ich mich Deutschland und kam kurz vor Flensburg zum Stehen: Signalstörung! Die erste Verspätung  – war in … Deutschland! Kaum ist man über die deutsche Grenze, ist alles verspätet. Es sind geheimnisvolle Signalstörungen auf völlig freier Strecke – und der Lokführer darf erst weiterfahren, wenn er “einen Befehl bekommt”. Glücklicherweise nicht für mich, ich hatte in Hamburg ohnehin eine Stunde Aufenthalt. Aber es traf mich dann doch in Fulda, also kurz vor Würzburg, weil das neue Personal in einem “verspäteten ICE” saß – wahrscheinlich wegen einer Signalstörung auf völlig freier Strecke. Ich musste dann ja wenigstens nicht mehr umsteigen. Ich hatte dann nur 15 Minuten Verspätung bei 14 Stunden Fahrt ist eigentlich ziemlich gut. Das lag nur daran, dass alle Züge in Schweden, Dänemark (und auch Schweiz) alle top pünktlich sind. Nur leider nicht in Deutschland.

Schön war, dass ich in Schweden etwas Urlaub hatte. Und das, obwohl ich Konzert und jeden Tag Zoom-Unterricht hatte. Zoom von Schweden in viele sämtliche anderen Länder.

7. August 2020

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Man muss oft “kaltblütig” üben. (AHS)

Ich freue mich, Gottesdienst und Hochzeit in Merseburg zu spielen und dort zu üben. Es ist eine der schönsten Orgeln der Welt, wie ich gehört habe.

Gestern war ich wieder in Marktheidenfeld an der restaurierten und neu intonierten Elenzorgel in St. Laurentius in der Fußgängerzone mit den drei Zungen – die ganze Kirche wurde für 700.000 € neu restauriert, alles glänzt weiß und sauber und festlich. Es ist eine süße kleine Stadt.

Es ist erstaunlich, wie kreativ man an der Orgel sein kann. Es ist tatsächlich auch sehr schön, die Passacaglia von Bach mit fast jeder Variation anders zu registrieren bzw. viele Manualwechsel durchzuführen, wenn man möchte – wenn man einen sensiblen Umgang und Wissen mit Registern hat. Alles hat seine Berechtigung, wenn man es sehr gut macht. Ich sehe nicht ein, irgendeine Version zu verteufeln oder abzulehnen. Das hätte Bach selbst nie getan. Wenn man alles in einer Farbe spielt, muss dementsprechend sehr gut interessant und neu gespielt werden. Das sollte man auch, wenn man Farben wechselt. Wie sagte Herr Kaunzinger zu mir: Man braucht schon manchmal “Organistenohren”, um gewisse Versionen zu ertragen. Das kann schon stimmen, aber ich habe keine typischen Organistenohren, wofür ich dankbar bin, und ich sehe, dass man in vielen kreativen, verschiedenen Weisen ein Stück hervorragend interpretieren kann. Genauso auch Piece d’ Orgue – auch hier gibt es viele Möglichkeiten, und alle sind sehr gut, wenn man es überzeugend interpretiert. Ist es nicht erstaunlich, wie sich da gegenseitig zerrupft wird, wenn es doch durchaus möglich ist, es auch anders zu machen?

Wie kann man immer nur eine einzige Version spielen? Da muss man schon sehr überzeugt sein, dass diese die einzig richtige ist. Da ist man dann ja mehr überzeugt von sich selbst als Bach von sich war.

Es ist so hilfreich, als Organistin mit vielen, verschiedenen Organisten zusammen zu arbeiten. Ich bin sehr dankbar für alle, die mir helfen. So geht es schneller voran. Sehr dankbar bin ich für Hans-Ola, aber auch für Herrn Kaunzinger, für Jan, für Hans-Jürgen, für Alexander, überall lerne ich eine neue, individuelle, besondere Herangehensweise an die Orgel, an die Werke. Es widerspricht sich oft, aber im Großen und Ganzen dann doch nicht. Ich finde immer die Brücke in mir, denn ich bin wie ein Schwamm. Im Wasser wachsen alle meine Bäume. Letztendlich bin ich die Künstlerin, die entscheiden und verantworten muss. Ich umarme alles. So wie alle Orgeln.

Konzert nächste Woche, auch Link dazu: Konzert Bachverein Erlangen

6. August 2020

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Langsam üben ist schnell üben. (Hans-Jürgen Freitag)

Ich freue mich sehr auf die schöne Walcker-Jann-Orgel in Erlangen nächste Woche im Konzert. Danach Salzburg, vorher Merseburg. Gestern Lohr, heute Marktheidenfeld, davor Mellrichstadt, Kitzingen, Hüttenheim, Würzburg und Urspringen. Alles tolle Orgeln.

5. August 2020

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Es hört jeder nur, was er versteht. (Goethe)

Es stimmt, dass die Orgel eine sehr klare Sprache spricht. Üben bleibt wichtig. Noch wichtiger ist das Hineinhören in sich selbst. Soli Deo Gloria.

Es war schön, wieder in Lohr an der Sandtner- Orgel zu üben. Sie ist ein sehr schöne, tiefe, grundtönige, klare, “männliche” Orgel mit süffigem Plenum. Lohr am Main ist ein süßes Städtchen volle Fachwerkhäuser. Es hat Spaß gemacht, mit Registrant zu üben. Ich habe auch mal die evangelische Kirche besucht. Heute nun das süße Marktheidenfeld.

Eine digitale, trockene Orgel (keine Hauptwerk) in einem trockenen Raum ist oft gnadenlos und zeigt, was nicht geht. So schlecht ist dies gar nicht. Dann muss der “Gnadenhall” einer Kirche kein Gnadenhall mehr sein.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Fußknöchel sehr aktiv sind. Besonders bei Liszt. Obwohl ich Schulen nicht so gern mag, sind gewisse Pedalschulen ab und zu gar nicht schlecht. Ich gebe zu, ich mag das sportliche Spiel, aber es darf nie hektisch werden, sondern immer gelassen und klar bleiben, mit leichten Achteln.

Registrierung finde ich nach wie vor faszinierend: Man muss die Ohren trainieren, einzelne Register ab- und annehmend gut in ihrer Wirkung erkennen:

a) Hat das Register eine Wirkung? Wenn nicht, weg. Denn dann ist es nur “Müll” für den Klang und macht ihn unnötig dick und schwimmend. Vorher genau hinhören: Hat das Register wirklich keine Wirkung in dieser Kombination? Es geht nicht um Dezibel. Sondern um Fülle, um Körper, um Charakter, um Zeichnung, um Schärfe oder Farbe.

b) Muss ich Register austauschen? Welcher 4-Fuß oder welche Mixtur passt besser? Sich entscheiden. Nicht doppelt ziehen. Schon gar nicht bei einem Kornett.

c) Welches Aliquot hilft in dieser Kombination besser, zu zeichnen? Oder welcher 4-Fuß lässt die Quinte besser zeichnen? Höre darauf, was einen Klang schärfer und klarer und sauberer macht.

d) Sensibel sein mit Steigerungen. Werde besonders sensibel bei allen Registern, die “quietschen”. Finde die schönsten Register der jeweiligen Orgel und verwende diese besonders häufig und kreativ, z.B. Rohrflöte 8.

e) Tendiere nicht dazu, zu schnell zu heftig zu registrieren. Achte auf den Klang im Raum. Der Raum bestimmt. Sei sparsam.

f) Versuche den Klang, den du haben möchtest, in Worte zu fassen. Beschreibe ihn. Beschreibe den Charakter. Dann suche den Klang dazu. Oft ist nicht immer viel nötig, sondern nur die richtigen Register zusammen.

g) Wenn du trainierst, ziehe so lange und probiere so lange aus, bis du den Klang, den du haben willst, gefunden hast. Höre jedes einzelne Register durch. Vertiefe dich in einzelne Register, höre sie einzeln ab mit einem Ohr bis zum Altar. Höre ganz lang, im Raum, wie das Gedackt 8 hier klingt.

h) Teste kurz am Spieltisch aktiv aus, was du für eine Orgel vor dir hast. Höre den Klang der jeweiligen Orgel in dir. Dann aber registriere erst einmal anhand deines Wissens und deiner Augen mit den Registern, ohne  zu spielen.

i) Mixtur im Pedal ohne Zunge kaum in der Romantik verwenden.

Erstaunlich ist, dass die Hände an der Orgel vom Pedal getragen werden. Ohne ein stabiles Pedal nutzen schnelle Finger an der Orgel nichts, denn dann wird die linke Hand blockiert bleiben.

Nach dem Üben gibt es Zwetschgenkuchen mit Sahne.

4. August 2020

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Ich fühle mich durchgekoppelt, wenn ich an der Orgel sitze. (AHS)

Heute habe ich wieder viel getüftelt mit Registrierung. Es macht Spaß. Ich habe erkannt, dass man Quinten nicht doppeln sollte, außer im ff, und nicht  zu viele Farben auf einmal anwenden, sondern eher sparsam sein. Vor allem mit Quinten und Terzen. Eigentlich mag ich auch eher lieber (vor allem bei romantischen Solostimmen) die Kombination grundtönige Zungen, dazu evtl. Mixturen und Klangkronen (doch diese nie oder fast nie ohne Zungen) – statt zu farbige Aliquoten (ohne Zungen und Mixturen). Wobei dies auch sehr schön sein kann ab und zu. Zunächst baue ich mir meist ein mf, ein f, ein ff – als Basis sozusagen. Wobei ich 16-Fuß erst ab ff verwende im Manual, meist. Ich bin jedenfalls davon abgekommen, zu früh (und vor allem nicht ohne Zungen) Mixturen zu verwenden, erst recht nicht im Pedal. Es ist jedoch immer wieder erstaunlich, wie völlig anders unten alles klingt. Ist die Kirche groß mit schöner Akustik, dann ist unten selbst die scharfe Mixtur aus dem Schwellwerk mild und warm. Dann klingt selbst die verstimme Oboe wundervoll abgemildert. Merci, Agustin!

Ich mag sehr den Bücherschrank in der Eichhornstraße, ich habe dort schon so viele schöne Geschenke bekommen.

Wenn ich einen Eisladen aufmachen würde, würde ich eine Kugel Eis Quarten auf Tritonus nennen mit dem Untertitel Messiaen-Eis. Mozart-Eis gibt es ja auch schon.

Corona-Sprüche, Teil 4:

Ich vergesse immer noch die Maske, wenn ich zum Bäcker etc. gehe. Wenn ich Jeans anhabe und T-Shirt, ziehe ich mir dann mein T-Shirt eilig über die Nase. Die meisten Leute lächeln und sagen: So geht es auch. Es ist jedoch nicht einfach, mit T-Shirt über der Nase festhaltend mit Handy, Portemonnaie und Tasche zu hantieren. Denn dann hat man nur noch eine Hand frei. 

Er: Es wäre schon gut, wenn man drei Hände hätte.

Ich: Allerdings (an die Orgel denkend).

Er: Soll ich Ihnen helfen und Ihnen die Nase zuhalten, damit Sie zwei Hände frei haben?

3. August 2020

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Kein Genuss ist vorübergehend. Der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend. (Goethe)

Das stimmt. Beispielsweise der Genuss eines Orgelklangs, der Genuss von Registrierung.

Ist es nicht erstaunlich, dass es kaum deutsche, international bekannte Konzertorganisten oder Konzertorganistinnen in Deutschland gibt? Das System der Kirchenmusik hat dies wohl sich so ergeben lassen? Die meisten sind unbeschriebene Blätter und kennen nur ihre Kirche, sitzen an “ihrer” Orgel wie ein Drache. Daher sind diese auch sauer auf beschriebene Blätter und auf die, die mehr wollen, die sich umhören und reisen, auf die, die künstlerisch sind. Es reicht doch nicht aus, nur ein “erfahrener Kirchenmusiker” zu sein – im Gegenteil, das ist eher negativ, spricht bände, was das Künstlerische angeht. Das bedeutet nämlich meist künstlerischer Stillstand, da man nur mit Laien zu tun hat. Man muss als Künstler mit anderen Künstler zu tun haben. Dringend. Und diese nicht hassen, sondern lieben. Wer Künstler hasst, ist keiner.

Und ich liebe Grieg, Sibelius, Saariaho, Berwald, Groendahl. Laterna von Saariaho ist sehr interessant: Für Dirigenten und Schlagwerk eine echte Herausforderung.

Auffällig ist, dass die Werke von Komponistinnen oft von Männern angegriffen und abgewertet werden. Gefährlich aber sind auch Frauen, die anderen Frauen fast wie aus Prinzip keinen Erfolg gönnen.