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22. April 2022

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Ich glaube, Charakter und Seele prägen ein Gehirn. (AHS)

Heute erinnere ich an Alexandra Kollontai, russische Revolutionärin und Schriftstellerin mit großem diplomatischen Geschick.

Foto: Stralsund, Heilgeistkirche, Buchholz Orgel, von Schuke (Potsdam) restauriert 

Neu: Orgel-Information:

Buchholz Orgel Heilgeistkirche zu Stralsund

Wir waren heute mit „unseren“ Klapprädern in Stralsund, eine wunderschöne Stadt. Früher war ich im Winter dort, und als Kind im Sommer. Und nun in der Sonne.  

21. April 2022

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Gott ist der größte Künstler. Er schafft die größten Wunder im Verborgenen. Er schafft Wunder in mir. Ich trage seine Wunder in mir wie Rückenmark und Nervensystem und wusste es nicht mal. So ist Gott. So ist sein Charakter. Wir tragen seine Wunder, ob wir wollen oder nicht. Selbst der böseste Mensch trägt seine Wunder. (AHS)

Heute erinnere ich an Priti Patel, britische Politikerin.

Foto: Richter-Orgel Pomßen bei Leipzig

Was man hier nicht alles lernt: Zum Beispiel Klapprad fahren, mit einem Euphonium auf dem Rücken. Zudem habe ich heute zum ersten Mal (meine dritte Stunde) einen Choral gespielt mit meinem Euphonium: Großer Gott, wir loben dich – zu zweit, er und ich. Ich war unten im Bass (vierstimmig).

Also, ein Instrument zu lernen (egal, welches) lehrt einem so viel über das Leben: Anfangs lernt man dabei Dinge, die nicht so viel Spaß machen, die aber dazu gehören: Zum Beispiel mit dem Mundstück üben. Dabei geht das dann auch schon, wenn man sich konzentriert. Und dann übt man allein im Zimmerchen und es klingt noch nicht so berauschend, man ist müde und ungeduldig und will das Ding am liebsten in die Ecke schleudern. Und dann fährt man zum Unterricht, erschöpft. Und dann plötzlich kommen die Töne, die man gesucht hat, und plötzlich versteht man, ahhhh. Und wie ein Wunder kommt über die Vorstellungskraft und über den Atem tiefe, weiche Töne heraus, die man noch gar nicht von sich kennt. Die Lippen vibrieren plötzlich von allein. Instinktiv passe ich mich ihm an und liefere die Töne, die zum Choral gehören (ohne recht zu wissen, wie, warum, wie im Traum). Ein tiefes Blechinstrument ist ein guter Ausgleich für eine Frau, die hoher Sopran ist. Er ist auf jeden Fall sehr zufrieden, dass ich so schnell lerne. Ich bin manchmal in Sorge, weil ich so ehrgeizig bin. Ich schließe meine Augen, will das Stück am liebsten 10 x hintereinander spielen, bis es fehlerfrei  ist. Teile? Nein. Na gut. Dabei ist es besser, manchmal auf andere zu hören. Es geht auch relaxed.

Danach bin ich mit dem Euphonium zum Orchester gefahren und habe meine ersten Töne gespielt. Ich weiß, dass mag seltsam klingen, das mich das so begeistert – aber man darf nicht vergessen, dass ich Solokünstlerin bin und daher aktives Orchestermusizieren so nicht kenne (für meine Schwester, die Profi-Geigerin ist, ist das natürlich etwas anderes).

Dirigieren macht auch Spaß. Inwiefern Künstlersein und Chorleitung zusammengehören, weiß ich noch nicht. Sicher ist: Auch hier muss man relaxed sein. Ich fühle die Musik dann so stark, dass ich auch hier meine Augen schließe. Das geht nicht. Ich empfehle immer: Nicht die Augen schließen. In der Realität bleiben. Die Musik soll nicht dazu da sein, die Realität auszublenden. Das hat Bach auch nicht gemacht. Im Gegenteil. Den Chor ansehen. Mit ihm schwingen. Kopf und Körper ruhig, wirklich nur über die Hände schwingen. Diese erfahrene Nüchternheit an den Tag zu legen – ich glaube, das ist hier das, worauf es ankommt. Also, ihr seht: Was macht sie da? Ja, oh, noch Kirchenmusik, hochgestuft, 5. Semester. Meine dritte Woche. Daher habe ich anderes erst mal nach hinten geschoben. Wie lange ich durchhalte? Denn mein anderes Leben geht auch weiter. Ich bin weit weg von daheim, damit ich mich konzentriere. Und ganz intensiv und praktisch lerne. Handwerk. Im Norden. Hier blüht es nicht. Es ist windig und kalt, aber schöne Meerluft. Bis jetzt ist alles sehr schön. Von einer schönen Sache zur nächsten, alles macht Spaß, es ist eine kleine Kirchenmusikhochschule, die zur Uni gehört, die sehr berühmt ist, Greifswald – sehr interessant. Von hier aus zu den Konzerten zu fahren ist eine Weltreise. Aber ich schaffe es. Schlafe im Zug. Posaunenchor ist mein Wahlmodul, daher Euphonium. Und ich liebe alles, am meisten Chorleitung, aber auch Orchester, Gesang, Liturgisches Singen, LO, Cembalo. Einfach alles. Es ist nicht wie mein bisheriges künstlerisches Studium in dem Sinn, und doch ist es sehr künstlerisch, auf eine ganz andere Art und Weise.

Neu:

Richter Orgel Pomßen (Pomssen) bei Leipzig

Orgel-Information 

20. April 2022

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Die tägliche Dosis Musik ist eine akustische Seelenpflegerin. (Clemeny Burton-Hill)

Die Frage ist: Was ist Musik?

Mein Orgelschüler, Physiker, Prof. und Schwede, ist sehr nett, es macht Spaß, auf Schwedisch Orgel zu unterrichten. Beim indischen Oster-Orgel-Fest (online) habe ich Bach gespielt (über Link).

Foto: Rensch Orgel Schützingen

Neu: Cembalo

19. April 2022

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Kunst ist Innovation statt Variation. (AHS)

Ich lese gerade Kazuo Ishiguro, japanisch-britisch, über einen Pianisten: “Die Ungetrösteten”.

Foto: HfMT Hamburg, mit Clavichord, auf dem Gang geübt

Heute waren wir wieder ausreiten durch Wald und Feld, in der Ferne konnten wir die Vogesen sehen, diesmal sind wir auch zweimal  galoppiert. Und natürlich haben wir auch an Kristalle gearbeitet, meinem neuen Orchesterwerk. Es war ein wunderschönes Oster-WE.

Ab morgen ist dann wieder Musiker-Alltag. Wobei bei mir „Alltag“ stets etwas Besonderes ist. Osterferien in dem Sinne habe ich leider nicht.

Neu: Orgel-Information Enzkreis (Orgelsteckbrief)

Beckerath Orgel St. Leonhard Knittlingen

Rensch Orgel Ulrichskirche Schützingen

18. April 2022

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Musik ist Beziehungskunst voll Interaktion. (AHS)

Gesegneten Ostermontag!

Ich spielte heuer an Ostern an der Rensch Orgel in Schützingen und an der Beckerath Orgel in Knittlingen (die, was selten ist, vom Altar aus gesehen links steht). Beide diese neobarocken Orgeln hier im Enztal sind in den 70er Jahren erbaut. Und beide Orte sind wunderschön, wie „Little Schwäbisch Italy“: Weinberge, Tulpen, Kräutergärten, blühende Felder, Serpentinen, kleine und große Fachwerkhäuser, entzückende Dörfer und Dorfkirchen mit quadratischen Uhren auf dem Turm, Eis, Kühe, Schmetterlinge, Pferde. Alles friedlich, gepflegt und still.

Der Posaunenchor spielte gut.
Es waren die wärmsten Tage des Jahres mit ca. 20 Grad hier im Süden. Alles blüht. Abends waren wir grillen, einmal im Stall, einmal auf der Terrasse: Lachs, Schafskäse, Garnelen, Fleisch, dazu Kartoffeln und Salate. Lachs, Feta und Garnelen waren in Alufolie gewickelt und mit Öl, Wein, Gewürzen und Zitrone verfeinert.
Nachmittags waren wir wieder bei den Pferden in dem idyllischen Stall bei Gondelsheim im Bezirk Karlsruhe, haben ausgemistet, gefüttert etc. Ich habe einen großen Pfauenauge gesehen. Am späten Abend waren wir im Theater Osterfeld in Pforzheim im Varieté „Blütenzauber“. Ich wusste gar nicht, was mich erwartet – aber es war absolut spitze. Der Moderator war witzig, und die Tänzerin aus Vietnam atemberaubend. Es war wie Kunst, nicht wie Zirkus. Pforzheim ist etwas kleiner als Würzburg. Wir schauten später zur Entspannung die alten Filme Immenhof (EDELBERT!!) und den neuen Film Last Night in Soho (eine Mischung aus Musical, Thriller und Horror). Und wir haben Eierlikör selbst gemacht. Ohne Thermomix oder so. Selbstgemachter Eierlikör schmeckt 1000 x besser als gekaufter. Ich mag nicht, wenn zu viel Rum und zu viel Ei im Eierlikör ist, er dadurch dickflüssig, dunkelgelb und aufdringlich schmeckt. Unser war der beste: Sahnig, süß, hell, flüssig, mit Vanille, nicht zu viel Rum, fast wie Kuchen schmeckend. Man muss ihn bis zu 20 min mixen bzw. rühren und in hübsche Gläschen füllen oder in Schokobecherchen aus Waffel, die man essen kann.

Foto und Video: Schützingen

17. April 2022

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Durch die Musik können wir erkunden, ausdrücken und vermitteln, was es heißt, Mensch zu sein. (Clemency Burton-Hill)

Gesegneten Ostersonntag! Der Herr ist auferstanden. ❤️
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Ostern ist, wenn man sich fragt: Wer wälzt mir den Stein weg?

Und er ist weg. Jesus selbst hat ihn weggerollt. Der Tod konnte ihn nicht festhalten:

Ich spielte den Ostergottesdienst in Schützingen (im Kreis Stromberg, bei Karlsruhe) an der Rensch-Orgel.

Foto: Kyra und ich gestern beim Ausritt

Durch blühende Rapsfelder und Wälder.


Ann mit kurzen Haaren, HfMT Köln

16. April 2022

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Nichts kann unverwandelt gerettet werden, nichts, das nicht das Tor seines Todes durchschritten hätte. (Adorno)

Heute erinnere ich an Emile Durkheim und ihre spannenden Studien.

Gesegneten Ostersamstag! Ich bin im Schwabenländle, in der Fauststadt Knittlingen (Landkreis Bretten) bei Karlsruhe, wobei Knittlingen Württemberg und Bretten Baden ist, bin hier also direkt an der Grenze) bei Musiker-Freunden und ihren beiden Töchtern und den beiden English Springer Spaniel Juna und Galaxy  – wunderschöne wuschelige Hunde mit punktiger Schnauze, unglaublich verschmust. Die Musiker sind Akkordeonisten und Musiklehrer. Sie haben zudem drei Stuten, Stella (Schimmel), Wolke Sieben (Winterrappe) und Caya (Braune).

Sie sind das erste professionelle Musikerehepaar, das ich kenne, das Pferde hat. Wir waren lange ausreiten im wunderschönen blühenden Kraichtal, Stromberg und Enzkreis. Ich hatte Kyra, ein polnisches Kaltblut. Ich berichte morgen weiter.
Foto: Bad Windsheim

Neu: Dom zu Zwickau, weitere schönen Eulen

Eule Chororgel Dom zu Zwickau

15. April 2022

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Ich bin verrückt nach Größe, habe aber einen weiblichen Größenwahn, das ist etwas anderes. (Niki de Saint Phalle)

Französisch-schweizerische Künstlerin.

Heute erinnere ich auch an Maria Leopoldine von Österreich, Erzherzogin aus Wien und Kaiserin aus Brasilien.

Gesegneten Karfreitag! Ich fahre erst mal heim wie so viele. 
Es regnet. Der IC fährt durch eine verhangene Landschaft. Sehr passend.

Ich arbeite am Klavier an Mendelssohn und Liszt, am Cembalo an Scarlatti, an der Orgel an vielem, im Gesang an Mozart. Im Orchester arbeiten wir an Rezitativdirigieren, auch an Orchesterrezitativen.
Foto: Klinkhamer Cembalo
Ich freue mich auf Ostern. Anbei zwei Videos aus Chemnitz und Greifswald (später lade ich zwei Cembalo Videos hoch):

J.S. Bach – BWV 641 Choral Wenn wir in höchsten Nöten sein Das Orgelbüchlein Banzaf Orgel 
Orgel Vlog
Blaukehlchen

Orgel-Information: Lutherkirche Leer

14. April 2022

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Gequälte Gehirne fällen manchmal schlechte Entscheidungen. (Julia Shaw)

Unberechenbar heißt hierbei nicht gewalttätig. Das ist ein großer Unterschied, schreibt sie.

Heute erinnere ich JoAnn Morgan, Raumfahrtingenieurin aus Huntsville, eine der ersten Frauen in dieser Branche. 

Heute habe ich das erste Mal die Orgel in der Marienkapelle Würzburg richtig wahrgenommen, und das in meiner Heimatstadt! 

Ich glaube, dass Kirchenmusik durch ihre breite Fächerung nicht unbedingt zulässt in ihrer Anlage, in etwas exzellent zu sein oder sein zu müssen, sondern eher in allem recht gut. Auf der Suche nach Neuem. Ein künstlerisches Studium dagegen ist fokussiert auf eine Sache, darin exzellent zu sein. Bei mir ist es so, dass ich in allem, was ich liebe, exzellent sein möchte. Besonders als Tastentigerin, wenn man Neues macht. Man darf sich jedoch nicht überfordern bei neuen Dingen. Ich bin ein schneller Mensch, aber auch ein schneller Mensch kann Dinge nicht erzwingen, manches braucht seine Zeit, nämlich schleichend zu wachsen, ins Kleinhirn zu wandern. Natürlich kann ich meinem Kleinhirn (wo auch immer es ist) sagen: Mach! Whereever you are! Nimm Dirigieren als Lebensimpuls wie Atmen! – Aber das Kleinhirn macht, was es möchte. Und entspanntes Lernen mag es nun mal lieber als hektisches.  

Ich habe nun ein Bariton Horn, ein Euphonium, ein Vier-Ventiler (wie meine Mutter, die das schon seit 10 Jahren spielt), da es leichter zu lernen ist als das kleine Waldhorn, denn das Mundstück ist viel größer beim Euphonium. Heute in meiner zweiten Blechstunde habe ich eine ganze B-Dur-Tonleiter gespielt. Er meinte, das wäre sehr gut für eine zweite Stunde. Ich sitze damit nun im Orchester unter den Blechbläsern zwischen Posaune und Horn, auch wenn ich noch etwas schüchtern bin und einfach erst mal noch zuhöre, mein Blech auf dem Schoß. Es ist einfach wundervoll. Ich muss sagen, diese Bläser sind einfach der Abschuss. Sie sind lustig, witzig, freundlich. Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Wir spielen Sibelius, und ich sitze da und weine vor Freude. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, in einem Sinfonieorchester unter Bläsern zu sitzen, Posaunen neben mir, und zu erleben, wie und was die Schwierigkeiten und Stärken von Bläsern sind, ihre Welt hautnah zu erleben. Töne werden plötzlich ein süffiges Band, das mich mitreißt. Es ist schwer, leise schöne Töne zu spielen, on time. Und es ist auch nicht leicht, immer zu wissen, wo man ist und alle Schlüssel auf Anhieb zu können. Wir spielten das süffige Finale, in dem das Blech seine Soli hat. Und es ist so schön, zu sehen, wie die Bläser zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Was ist wichtig und schwer beim Blech: Perfekte und vibrierende Lippenspannung, Zungenspitze (ta) löst den Ton aus, nicht die Luft, lockeren Druck auf dem Mundstück, Stütze und Atem. Sowohl Dirigieren als auch Blechblasen sind durch das Atmen psychologische Dinge. Am schönsten aber ist das komponierte Werk: All das ist Komponierunterricht. Es ist eine große Hilfe zum Komponieren, wenn man weiß, wie ein Orchester funktionieren, auch im Detail. Daher sind Proben zu besuchen und zu beobachten ausgesprochen wichtig. 

Neu: Orgel-Information: Weise Orgel 

Hoffmann Orgel Würzburg

Ahrend Orgel Reformierte Kirche Leer, Ostfriesland

Neu: Orgelinformation Ostfriesland

Danke an Hendrik Ahrend 

13. April 2022

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Menschen, die anders sind, gelten als gefährlich. (Julia Shaw)

Foto: Hoffmann Orgel Würzburg-Heidingsfeld St. Paul, historisches Gehäuse

Menschen mit anderem Aussehen oder anderer Art oder psychischen Problemen werden oft diskriminiert, schreibt Julia Shaw.

Heute erinnere ich an Cecilia Braekhus, norwegisch-kolumbianische Boxerin. Es fällt mir auf, dass gerade Frauen mit Doppel-Nationalität, also mit Blut aus zwei Ländern, besonders kreativ zu sein scheinen, denn die meisten Top-Zitate oder Erfolge kommen von Frauen mit mindestens zwei Nationalitäten.

Ich habe Chor schon immer geliebt. Schon als Kind, im Opernhaus Nürnberg. Obwohl sie mich dort in den Alt steckte, weil da dringend Mädchen gesucht wurden. Trotzdem lernt man gerade als Alt sehr viel. Ich mochte das musikalische Gemeinschaftsgefühl und vor allem das Repertoire. Und in den Opern mitsingen dürfen: Die erwachsenen Sänger waren lieb zu uns, und besonders die in der Schmink-Abteilung.

Viel später war es mir dann eine Zeitlang verleidet: Das lag am Chor vom Opernhaus Würzburg. Manche älteren Profi-Damen im Sopran (ich war im Extrachor) waren (vielleicht verständlicherweise?) so bitter und schlecht gelaunt (wer darf in der ersten Reihe stehen usw.), dass ich nicht mehr hingegangen bin. Eine hat mich ziemlich angeblafft, weil ich vor ihr stehen sollte. Doch wenn es nicht mehr um Musik geht, sondern um eine hektische Aufführung, die Geld einbringen soll und wo jeder im Rampenlicht stehen will, da macht das alles keinen Sinn mehr für mich. Das kenne ich schon zu gut, das brauche ich nicht. Das löst eher ungute Gefühle bei mir aus. Ich hatte das Gefühl, es ist eine verlogene Show – wir heucheln dem Publikum etwas vor und ich mir selbst, wenn ich da strahlend stehe. Professionalität darf nicht ausgenutzt werden für Heuchelei. Ich mag zudem nicht mehr, wenn das Repertoire nur weltlich ist.

Ich habe dann jahrelang kein Interesse mehr an Chor gehabt. In Frankfurt HfMDK sollte ich im Chor mitsingen, aber sträubte mich dagegen, was mir ein paar Feinde brachte. Ich durfte nur Gesangsunterricht haben, wenn ich im Chor singe. Nötigung? Ich bekam dann Gesangsunterricht auf anderen Wegen. Jetzt habe ich wieder einen Chor, sogar mehrere. Aber diesmal ist es anders. Es ist ein kleiner Chor, Kammerchor, und jeder steht dadurch automatisch im “Rampenlicht”. Und das Repertoire ist geistliches Repertoire, Schütz und Bach usw., was ich liebe. Und diesmal kommen verschiedene, wunderbare Faktoren zusammen für mich:

  • Komposition und Theorie (wie schreiben diese Komponisten ihre Chorwerke),
  • Chordirigieren (wie dirigiert uns die super Person da vorne),
  • Singen (wie setze ich um, was ich im Gesang gelernt habe),
  • Gehörbildung (ich singe immer alle Stimmen mit, wenn sie geprobt werden, leise oder innerlich) und
  • Andacht (der Chor ist meine “Stille Zeit”, meine Lobpreiszeit, denn wer bei solchen Texten, die pures Gotteslob sind, nicht in Verzückung gerät, muss ein Stein sein).

Es ist tatsächlich wichtig, ob man einen guten, freundlichen, musikalischen Chorleiter oder Chorleiterin hat oder nicht. Mir persönlich tut es auch gut, wenn es ein ruhiger Mensch ist, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und gerne lobt. Da habe ich hier den Jackpot gezogen. Mir liegt Chordirigieren sehr. Als ich das erste Mal mit Kirchenmusik in Kontakt kam, warnte man mich vor Chordirigieren, wie autoritär das wäre, wie furchtbar die Zusammenarbeit mit widerspenstigen Chören. Wie dumm! Es gibt bestimmt solche Horrorszenarien, und man kann alles missbrauchen und falsch angehen. Aber an sich sieht die Realität doch anders aus: Chöre freuen sich und sind dankbar, und das Repertoire ist so erbauend, vor allem, wenn man mit Christen zu tun hat.

Wie Angstszenarien Menschen von wichtigen Dingen abhalten können, auch mich, ist immer wieder erstaunlich. Das haben wir ja auch in der Politik gesehen.

Neu: Orgel-Information: Hoffmann Orgeln in Heidingsfeld: Nr. 1

Hoffmann Orgel St. Paul Würzburg Heidingsfeld

und Nr. 2

Hoffmann Orgel St. Laurentius Würzburg Heidingsfeld