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2. Mai 2022

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In unserer Zeit ist Musik schon zu Alkohol gegärt. (AHS)

Heute erinnere ich an Sandra Hüller, die diszipliniert große Theaterprojekte beschloss, ohne Larmoyanz.

Es ist schon Mai! Maibaum, Feuerwehr, Residenzlauf. Und ich war in Schwebheim an meiner 17. Steinmeyer Orgel, Opus 1837.

Ich freue mich sehr: Meine beiden neuen Orgelwerke sind beim Merseburger Verlag herausgekommen und bei mir eingetrudelt: Edition Merseburger 2835: Der apokalyptische weiße Reiter. Physharmonica-Solo. Und Edition Merseburger 2836: 7 Sendschreiben Laodicea (Fensterbilder Tholey). Es sind schöne rote Noten, Baujahr 2021 und 2022. Das ist mein viertes Werk, das 2022 rausgekommen ist. Neben LICHTUNG, meinem Orchesterwerk (Furore Verlag 2644) und meinem Orchesterwerk bei Stringendo. Es macht mir viel Spaß, zu komponieren. Ich liebe es, meine Kompositionen zu veröffentlichen und unsterblich zu werden. Komponieren ist für mich die höchste Form der Kunst überhaupt. Es ist wie die Königsdiziplin der Kunst. Wie Morde aufgrund von Indizien aufklären, die Königsdisziplin im Rechtssystem ist (wobei es ein Rechtssystem nicht gibt, Kunst schon). 

Ich freue mich auf meine Konzerte in Plauen und im Südharz.

Ich freue mich auch, dass Leguano mir wieder neue schöne Schuhe geschickt hat, und zwar die hübschen Hausschuhe. Ich kann Leguano Barfußschuhe nur empfehlen. Absolut bequem und schön für schöne Füße. Leguano baut jedoch nicht für sehr große oder dicke, breite Füße. Daher kaufen Männer oft andere Barfußschuhe. 

Man muss sich vorstellen, dass der geniale Heinrich Schütz, der Magdalena Wildeck heiratete, im Dreißigjährigen Krieg lebte und nach Dänemark “flüchtete” mit seinen Konzerten und Kompositionen, um eine Auszeit vom Krieg zu haben. Ich bin jetzt auch einige Zeit unterwegs. Meinem Autochen Drop geht es wieder gut, wir haben es geputzt, gefahren, gelüftet, gesaugt und wieder gut gemacht. Als ich auf der Tankstelle auf der Autobahn war, hatte ich sogar vergessen, dass der Tankdeckel rechts ist und musste noch mal rückwärts raus. Es gab ein paar Männer, die mich dabei amüsiert beobachtet haben. Ich musste auch lachen. 

Später war ich bei einer Freundin zum Essen eingeladen, mit Festungsblick. Wir haben mit dem schwarzen Thermomix gekocht. Ich liebe püriertes Essen, alles, was sahnig und cremig ist (vielleicht noch übrig geblieben aus meiner Babyzeit?) Für püriertes Essen ist der Thermomix genial: Tomatensuppe, Kartoffelpüree, Eis…

Ich habe heute Immanuel Kant gelesen. Ihm scheint es viel um Regeln und Dogmen zu gehen, um Pflichten (egal, ob er diese nun als göttliche Gebote, ethische oder moralische Pflichten bezeichnet). Wenn ich das lese, fallen mir schon vor Müdigkeit die Augen zu. Was manche (berühmten) Männer aus “natürlicher Religion” gemacht haben, ist ermüdend und anstrengend. Warum so kompliziert? Gott ist doch gar nicht kompliziert. Warum nicht einfach die blühenden rosa Bäume betrachten und die weiten gelben Felder? So ist Gott. Würde ein Mann rosa blühende, duftende Bäume erschaffen? Nein. Würde ein Mann glänzende gelbe Felder und zarte Blüten erschaffen? Nein. Gott ist weit entfernt von dem, was viele Männer meinen, Gott sei. Männer denken, nur das Starke darf und wird überleben? Der Mann glaubt: Evolution. Gott ist genau das Gegenteil von Evolution. Er liebt das Zarte, das Winzige, das Weiche, das Duftende. Männer erschaffen graue Autobahnen, Asphalt, Krieg, Porno, Konkurrenz und Hochhäuser und lästern hintenrum. Gott erschafft Maikäfer und Blaukehlchen, Maulwürfe, Babies und Bienen und küsst dein Gesicht. Gott ist meistens das Gegenteil von Mann. Gott sei Dank. 

Foto: Ladegast Orgel Köthen

Neu: Scarlatti, Transkription AHS, Stralsund St. Nikolai, Buchholz Orgel 

Steinmeyer Orgel Schwebheim

Orgel News

Bachs Verwandte: Choral Variationen, Steinmeyer Orgel

Bachs tolle ältere Verwandte

1. Mai 2022

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Niemand von uns kennt den Tod. (Sokrates)

Vielleicht ist der Tod das Beste? Nichts, wovor wir uns fürchten müssen?

Heute erinnere ich an Anna Mae Hays, Offizierin aus Buffalo, 1920 geboren. Als Krankenschwester half sie den Soldaten zu überleben.

Heute übe ich am Flügel Liszt B-A-C-H. Es macht Spaß. Es ist ganz anders als an der Orgel.

Foto: Silbermann Orgel Helbigsdorf

 Neu: Orgel-Information: Schwebheim bei Schweinfurt

Steinmeyer Orgel Schwebheim

 

 

30. April 2022

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Es gibt so etwas wie “geborgener Schmerz”: Bach drückt in seiner Musik Schmerz in Geborgenheit aus. (AHS)

Foto: St. Nikolai Stralsund

Es ist eigentlich ein völlig falsches, abschreckendes und bedenkliches Wort, Generalbass „Generalbass“ zu nennen. Es müsste ein neues Wort gefunden werden, das weniger kriegsmännerautoritär klingt, denn es geht ja um etwas ganz anderes: Ankerbass müsste er genannt werden. Denn der sogenannte Generalbass bedeutet nicht, stur nach Zahlen zu spielen, was manche fälschlicherweise denken und auch so unterrichten, sondern er ist etwas sehr Kreatives: Eine Sprache, eine Klangsprache, die man lernt, um mit anderen kammermusikalisch zusammenzuspielen. Das macht Spaß!

Der Greifswalder Domchor macht auch Spaß. Einen Chor zu dirigieren ist eine feine Sache. Es ist zudem Gehörbildung pur, finde ich. Die Arbeit mit Stimmgabel ist noch seltsam für mich; denn ich habe eigentlich ein absolutes Gehör. Aber vor einem Chor habe ich schon erlebt, dass man in eine Art „Rauschzustand“ gerät und gar nichts mehr hört, weil man in der Musik schwebt und nur noch das hört, was man hören will: Engelsgesang. Es ist also absolut Training und Erfahrung. „Mehr nicht“. Bodenarbeit. Nicht im Himmel schweben. Es gehört Mut dazu, sein Gehör, diesen wichtigen Sinn, der Realität zu überlassen. Das zu hören, was real ist. Das Gehör hat sehr viel mit der Seele zu tun, spiegelt diese sozusagen wider. Wer eher verträumt ist und mit dem Kopf im Himmel lebt, hört dementsprechend anders. Ich höre oft mit Adrenalin und Rausch, oder mit Drama oder mit unendlichem Gefühl. Aber ich weiß, dass man auch sehr nüchtern, gelassen und klar und real hören muss. Das kann ich auch. Beim relaxten Üben. Und genau dieses Hören braucht man bei der Chorleitung. Down to earth, ganz beim Chor, auch wenn er „schief“ singt. So auch im übertragenen Sinne. Manchmal ist übergroße Musikalität auch ein Hindernis. Wenn sich mein Gehör mit meiner Vorstellungskraft verbindet. Mit geschlossenen Augen wiege ich mich Engelsmusik, während der Alt keinen Ton trifft. Beste Sprüche dieser Woche:

“Mach meine Stimmgabel nicht kaputt“.

“Wenden Sie sich doch mal dem Alt zu.“

In der Dusche lache ich oft über solche Sprüche noch lange im Nachhinein. Ich liebe Situationskomik, wenn Leute kollidieren mit meiner komplexen Innenwelt.

Insgesamt ist das System der Kirchenmusik oft erschreckend bürokratisch, kühl und nüchtern. Wenn die Kirchenmusik ein Mensch wäre, bräuchte der Mensch einen ordentlichen Schuss Spontanität, Flexibilität, Gnade ins Blut gepumpt. Dann kämen auch wieder mehr Menschen in die Kirche. Es wundert mich nicht, dass so viele Menschen aus Kirchen austreten. Das System ist zu hart und zu lieblos. Oft ohne Erbarmen. Auch ich bin mit einem Berg von Bürokratie konfrontiert. Allerdings muss ich persönlich lernen, mit Nüchternheit gut umzugehen. Eine Spur mehr Nüchternheit würde mir gut tun. Dennoch und deswegen merke ich, dass die Ausbildung an sich wertvoll und wichtig ist.

Im Mai kommen on top viele Konzerte auf mich zu. Bitte betet für mich. Ich brauche viele Wunder, weil sich im Mai Termine stapeln und teilweise alle auf einen Tag fallen. Ich kann mich nicht zerreißen zwischen Terminen, die 1000 km auseinander liegen. Wichtig: Entscheidungen fällen. Ich versuche dabei, auf mein Herz zu hören.

Orgel-Information:

Pfaff Orgel Klosterkirche Oberndorf, Schwarzwald

29. April 2022

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Jeder Mensch kommt mit einem weiblichen Gehirn zu Welt. (Tatsache)

Heute erinnere ich an Marlene Dumas, südafrikanisch-niederländische Künstlerin.

Orgelstadt und „schwedische“ Hansestadt Stralsund: Wunderschöne, große, süffige Buchholz-Orgel mit 56 Registern, 3 Manualen und ihrem typischen spitzen Gehäuse, lieblich, ich liebe Buchholz! An Buchholz Orgeln kann man erkennen: Orgeln sind zwar groß, aber auch sehr zart und zerbrechlich. Genau diese Mischung LIEBE ich. Schöne Hansestadt Stralsund, von ihrem “Vorort” Altefähr auf Rügen besonders gut zu sehen, vom Strand aus, direkt bei St. Nikolai Altefähr. Hier küssen sich über die Ostsee zwei Seefahrerkirchen namens St. Nikolai. Schuke Chororgel rechts oben. Truhenorgel unten.

Mehr als 3800 Pfeifen.

Das Besondere des silbernen Schwellers: Der Löffeltritt fungiert wie ein viertes Manual. Er wird súbito piano, wenn man ihn zum Echoeffekt loslässt. Er kann aber auch ganz konzentriert bewegt werden. Schöner, je spitz zulaufender Prospekt, flach, da kein Rückpositiv.

Sehr schön ist auch der alte viermanualige Spieltisch, der noch bis vor kurzem gespielt wurde und unten als Ausstellungsstück neben der „Kinderorgel“ steht.

Die Orgel wurde neu gebaut 1841 durch C. A. Buchholz 1841 (vorher Orgel von N. Maaß (1599), Kosten ca. 11.060 goldene Taler), dann umgebaut 1879 und 1895 durch F.A. Mehmel, wieder umgebaut 1935 durch Fi. Heinze (Kolberg), erweitert und umgebaut 1951/1955 durch Fi. Schuke und stillgelegt 1986, erstmals wieder gespielt 1997, schließlich restauriert, saniert und neuintoniert 2006 durch Fi. Wegscheider.

Einst schwedische Hansestadt. Stralsund und Greifswald sind mit knapp 60.000 Einwohnern ca. gleich groß, aber völlig unterschiedlich. Die eine eine Unistadt. Die andere, Stralsund, eine Hafen-Orgel-Urlaubsstadt.

Egal wie groß eine Orgel ist: Ein solches „Blasinstrument“ muß von der Basis her immer weicher gespielt werden als ein „Schlaginstrument“ wie Flügel.

Foto: Dinse Orgel Sassnitz, Rügen

Neu: St. Marien Stralsund

Stellwagen Orgel St. Marien Stralsund

Große Buchholz Stralsund

Johann Michael Bach – Choral, Stralsund St. Nikolai Buchholz Orgel Vlog AHS, Organ Improvisation

Stralsund


Next Concerts:

28. April 2022

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Wissenschaft ist für viele nicht selten ein Ersatz für Wahrheit und Glaube. (AHS)

Heute erinnere ich an Käthe Paulus, deutsche Fallschirmspringerin, die ihr Leben oft aufs Spiel gesetzt hat.

Foto: Silbermann Orgel Helbigsdorf

Von meinem schwedischen Physikprofessor, der bei mir Orgel lernt, habe ich eine riesige Tüte mit schwedischen Romanen und Krimis bekommen. Prima, ich muss nicht mehr in die Bahnhofsbuchhandlungen, wo es nichts Gescheites gibt.

Heute war ich wieder in Stralsund:

Neu: Orgel-Information:

Buchholz Orgel St. Nikolai Stralsund

Schöne nordische Kirche direkt am Alten Markt beim Rathaus in der besonderen und schönen Hansestadt Stralsund, die früher schwedisch war. Nicht weit von der Marienkirche. Frühromantische große Buchholz-Orgel mit warmen weichen Klängen und 3 Manualen. Eine perfekte Mendelssohn-Orgel, aber auch sehr gut geeignet für Liszt, Ritter usw.  Sie wurde 2006 restauriert von dem genialen Kristian Wegscheider (Dresden). Wegscheider und Klais haben viele tolle Orgeln restauriert.

Sie ist ähnlich schwergängig wie in Schwerin. Sie klingt ähnlich süffig wie Ladegast, vielleicht etwas „klassischer“ und „nasaler“.

Perfekte 4 Sekunden Nachhall. Eine unglaublich schöne Rohrflöte 8 im HW (2. Manual) Große Registergesichter ähnlich einer großen Ladegast.

In Stralsund habe ich am Hafen Heilbutt und Seelachs gegessen. Sehr lecker.


Buchholz Orgel Stralsund heute

Der Weltausschnitt Bach ist klingende Sprache. (AHS)

Heute erinnere ich an Tiera Guinn Fletcher, Ingenieurin, USA, die Technik, Raketen und Wissenschaft liebt und ihre Ziele konsequent verfolgt.

Jede Woche, die ich überlebe, hake ich auf einer Liste ab. Es beginnt meine 5. Woche in Greifswald. Ich bin am Surviven. Es ist nicht unbedingt schwer, aber es ist viel. Sehr viel. Gefühlt eine 100-Stunden-Woche.
Wie sagte heute jemand lächelnd über mich: Ich würde „durchs Haus flitzen von einem Fach zum nächsten.“ Aber: Es ist süße und köstliche Qual. Ich weiß jetzt schon, dass ich es vermissen werde. Es ist wie eine Familie hier. Die Leute sind echt, authentisch, musikalisch und christlich. Es ist erstaunlich locker, menschlich und doch intensiv. Jeder darf so sein wie er ist. Keiner wird neidisch, schief angeguckt oder gemobbt. Ich bin sehr begeistert von einigen Dozenten. Man wird als ganze Musikerpersönlichkeit wahrgenommen. Es ist in gewisser Weise ein soziales Studium. Chorleitung habe ich 4 x die Woche. Ich bin total begeistert. Ich entdecke ganz neue Seiten an mir. Ganz wichtig: Die Anfangszeit einer Leidenschaft ist absolut heilig und darf niemals zerstört oder gehetzt werden. Die ersten 6 Monate sind entscheidend. Ich erinnere mich an meine erste Liebe zur Orgel. Es ist ein Segen, wenn ein Mensch in seiner ersten Liebe auf die richtigen Förderer trifft. Das kann nicht mit Gold bezahlt werden. Es wird nie mehr weggenommen werden können und wird auch im Himmel nicht rosten. Danke an alle Förderer ❤️❤️❤️
Auch liturgisches Singen gefällt mir. Und sogar Bratschenschlüssel spielen. 
Zur Entspannung lese ich „Das Schattenhaus“. Es ist ok. Aber insgesamt bin ich erschüttert, wie wenig gute Krimis es gibt. Ich durchstöbere beim Umsteigen die Bahnhofsbuchshops und hinterlasse ein genervtes Schlachtfeld, weil mir kein einziges Buch zusagt, es zu kaufen, obwohl ich eines kaufen will für den Zug. Nach mir muss aufgeräumt werden. Aber es ist dennoch die korrekte Geste: Wo sind die guten Bücher? Wo?

Foto: Silbermann-Orgel Helbigsdorf

Neu: Dom zu Greifswald 

Buchholz Jehmlich Orgel Dom Greifswald

 

26. April 2022

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Der Weltstoff Bach ist resonante Bildung. (AHS)

Heute erinnere ich an Mette Frederiksen, die um Grönland kämpft, obwohl sie dänische Politikerin ist.

Foto: Ladegast Porsche Orgel St. Nikolai Leipzig

Sehr empfehlen kann ich den Film “Im Himmel, unter der Erde” – ein Film über den jüdischen Friedhof Berlins in Weißensee. Berührend und gute Filmmusik.

Und empfehle den spannenden Film “The East” (Thriller). Starke Frauen.

Ich verstehe nicht, dass Menschen im Zug ihre Brezeln oder Brote etc. aus der Tüte essen. So knistert jeder Bissen. Das macht mich halberta wahnsinnig. Aber ich kann ja nicht sagen: Könnten Sie bitte aufhören, Ihr Brötchen aus der Tüte zu essen? Nehmen Sie es doch gleich ganz heraus. Hören Sie nicht, wie grässlich das sonst ständig knistert?

Am Ende knüllen die Leute dann ihre Tüten unter Wahnsinnsgeknister als Finale schließlich zusammen. Erst dann kann ich mich wieder anderen Dingen zuwenden, wenn dieses gruselige Crescendo in sich zusammengefallen ist. In der Hoffnung, dass nicht der nächste anfängt, aus der Tüte zu essen. Ich bin immer auf der Hut vor hässlichen, nervigen Geräuschen. Mit am schlimmsten ist es, wenn Leute im ICE dauernd die Nase hochziehen. Ich kriege die Krise. – Könnten Sie bitte bitte bitte ein Taschentuch verwenden? Ich … garantiere … sonst für nichts mehr…

Noch schlimmer ist Schnarchen im Zug. Einmal hat hinter mir so ein Typ geschnarcht. So nervig mittellaut. Ich habe mal gelesen, dass hohe Töne Männer wecken. Ich summte leise ganz hohe Töne bis zum hohen C. Es hilft tatsächlich.

Was ich auch seltsam finde, sind die riesigen Parship-Werbeplakate an den Bahnhöfen. Da werden angebliche „Matches“ abgebildet, die teilweise abstrus sind und überhaupt nicht zusammenpassen. Wie Ameise und Baum. Oder Pfütze und Container. Oder Apfel und Staubsauger. Die Leute lassen sich genau so unglaublich verarschen, finde ich.

Organistin sein bedeutet nicht, dass sieben Zwerge hinter den Bergen auf mich warten. Organistin sein bedeutet nicht, unsichtbar zu sein. Wusstet ihr, dass im Verhältnis 1 zu 10 Frauen in Deutschland Orgelkonzerte geben im Vergleich zu Männern? Das ist meine Schätzung. Das sieht man allein an den Orgelplakaten. Und das ist noch optimistisch gewertet. Und als ich beispielsweise Christian Bischof fragte, der wie ich in Würzburg studiert hat (ob er auch eine 1,0 erhalten hat?), meinte dieser, es ginge ja nicht um die Geschlechterfrage, sondern um künstlerische Qualität. Heißt es also, dass einige Männer denken, Männer wären künstlerisch wertvoller oder qualitativ besser als Frauen? Die Wahrheit ist: Viele Männer organisieren Gegeneinladungen. Es geht ihnen sehr häufig um Tauschkonzerte und den eigenen Vorteil, nicht um künstlerische Qualität. Männer tauschen mit Männern. Beim Bierchen oder anderswo werden sich Vorteile verschafft. Es geht darum, sich gegenseitig beliebt zu machen. Männer besetzen ja fast alle guten Stellen. Männer machen sich gern bei anderen Männern beliebt. Das ist für Männer auch leichter, die sind schnell Kumpel und per Du. Das ist für Frauen viel schwerer. Wenn ihr also solche Plakate seht, denkt folgendes: Hier spielen die, bei denen der Kantor hofft, selbst ein Konzert spielen zu können. Dort, wo er eingeladen werden möchte. Dort, wo er einen Vorteil erhält. Bei denen, die sich bei ihm beliebt gemacht haben. Es geht nicht in erster Linie um künstlerische Qualität.

Wenn ich die Geschlechterfrage anspreche, heißt es plötzlich zufällig: Oh nächstes Jahr, ja, im Herbst – oder in zwei Jahren – ja, da spielen Frauen. Ja, da lade ich Frauen ein. Ja, im Herbst, im Winter, im nächsten Frühjahr … “da lade ich überwiegend Frauen ein” – “Ja, in einer extra Frauenreihe”..

Neu: Orgel-Information Leipzig:

Ladegast Orgel Nikolaikirche zu Leipzig

25. April 2022

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And you still look perfect as days go by, because I love you. (God)

Heute erinnere ich an Melinda Gates, die als Geschäftsfrau bodenständig blieb und sich für Frauen einsetzt und sich von ihrem sehr bedenklich stimmenden Ehemann getrennt hat.

Mein neues Orchesterwerk ist bei Furore herausgekommen. Juhu!! Ich freue mich sehr. Es kam gestern mit der Post: Große schöne Partituren. Sieht sehr gut aus.

Es war schön mit meiner Mom in Karlstadt am Main. Ich erlebe den Frühling zweimal: Einmal in Süddeutschland, und dann verspätet oben in Norddeutschland.

Man hat mich gefragt, was ein hauptberufliches Kirchenmusikstudium eigentlich bedeutet.
Es sind vier große Teile: Die instrumentale Ausbildung, die kantorale Ausbildung, Musikwissenschaft und Pädagogik und die theologisch-liturgische Ausbildung. Kirchenmusik ist auf der einen Seite Handwerk, auf der anderen in meinen Augen Deklamation, Mystisches, Edles, Heiliges, Kunst, die Synchronisierung von Raum und Klang.

Es gibt auch eine Ausbildung hier, von der ich noch nie zuvor gehört habe, eine Bachelor-of Arts-Musik-Ausbildung – kein künstlerisches Studium, aber auch kein pädagogisches Studium. Eine Mischung aus allem ein wenig, um später in Konzertinstitutionen zu arbeiten.

Die Uni Greifswald ist riesig und berühmt und gehört zu den ältesten Universitäten Europas. Auch die Theologie ist hier bekannt, durch Michael Herbst.

Ich freue mich auf Eggenfelden. Das Festival wurde wegen Corona schon 2x verschoben. Wunderschöne Orgeln. Jann und Klais.

Sehr zu empfehlen ist der Film Vergiftete Wahrheit. Ich liebe intelligente, amerikanische Anwaltsfilme, auf wahren Geschichten und wahren Begebenheiten stützend. Ich mag “moralisch gute” Filme, wenn kleine Leute gegen Riesen gewinnen. Ich wusste nicht, dass Teflon giftig ist, und dass die Firma DuPont unsichtbare, giftige, krebserregende Chemikalien in die Welt gesetzt hat. Ich sehe meine Pfanne jetzt mit ganz anderen Augen an. Wusstet ihr, dass diese Firma DuPont Millionen von Menschen bewusst vergiftet hat? Dass Teflon mit Krebs in Verbindung steht und es kaum ein Lebewesen auf der Welt gibt, das nicht diese giftigen Chemikalien im Blut hat? (Es ist im Wasser, oft überall.) Und dass es ein Menschenleben, einen einzelnen Anwalt kostet, einem solchen Haikonzern, einem korrupten Industrie-Giganten das Handwerk zu legen, weil selbst die Regierung nicht einschritt, und dass nun endlich viele Chemikalien wegen einem einzigen Mann verboten worden sind? Der sieben Jahre litt, um überhaupt ein Ergebnis zu bekommen? Der alles aufs Spiel setzte? Gesundheit, Geld, Ruf, Karriere? Und der bis heute kämpft, dass die Chemikalien gestoppt werden? Dass es bis heute Fragen gibt, die offen geblieben sind hinsichtlich der enormen Giftigkeit? Weil es um viel Geld geht? Ich bin dankbar, dass es in diesem System von Justiz, Anwälten, Richtern und Ungerechtigkeit diese wenigen Anwälte gibt, die wirklich an Gerechtigkeit interessiert sind und um den einzelnen Menschen kämpfen. Das ist selten. Die meisten “Mitglieder” solcher Systeme wollen eines erreichen: Kämpfe nicht gegen das System.

Danke, Rob Bilott. Ich warte darauf, dass du den Friedensnobelpreis bekommst.

Ich las Wer ermordete Mozart? Ich mag den Schreibstil von E.W. Heine nicht, es ist ein dünnes Buch, das in lächerlicher Kürze skurile Behauptungen ausstößt: Mozart sei vergiftet, Haydn enthauptet worden. Man erfährt erst nach genauem Weiterlesen, dass diese Enthauptung nach Haydns Tod stattgefunden haben soll. Haydn wird “vor Rührung weinend wie ein Kind” unglaubwürdig dargestellt. Und Paganini als linkischer Trottel, der mit Spinnenfingern Geige spielte. Ich kann mit solchen Büchern nichts anfangen. Wie können gute Verlage so etwas herausbringen?

Ich lese auch Liebe von Elizabeth von Arnim. Ein unglaublich guter Roman, süß, keck, witzig. Gut finde ich auch den Film “Live Die Repeat”.

Foto: Stralsund

Heroldt Orgel in Buttstädt:

1510 an Pfingsten wird der Grundstein zur wunderschönen Kirche gelegt. Rote und ehemals geschmückte Kirche. Die Schönheit ist absolut zu fühlen trotz der fahrlässigen Vernachlässigung dieser Kirche.

Diese Orgel muss dringend saniert werden. Seit März 2020 plädiere ich dafür, dass diese Orgel – dringend – gemacht werden muss.

Ein Mysterium! Eine geniale Orgel!

Bach Orgel! Prunkvolle St. Michaelis, wunderschöner Friedhof Campo Santo, leider sind die Kirche und Orgel dringend sanierungsbedürftig, der Turm ist bereits schief wie der Turm von Pisa. Der Bau der Orgel wurde begonnen 1996 durch P. Heroldt, vollendet 1701 durch J.G. Fincke, erweitert 1766 durch J. Hartung, mehrfach geändert im 19. & 20. Jahrhundert, ausgereinigt und gestimmt 1949 durch G. Kirchner. Und nun?

1696 begannen die Arbeiten für die neue Orgel auf der 3. Empore durch den Orgelbauer Heroldt, der stirbt 1700 in Apolda. 1701 werden die Arbeiten dann durch seinen Gesellen Fincke weitergeführt. Ein neues Abnahmegutachten wird 1724  durch den Organisten der Stadtkirche St. Peter & Paul in Weimar erstellt, Instandsetzungsarbeiten. 1722 – 1762 wird Johann Tobias Krebs, der Vater des Bachschülers Johann Ludwig Krebs Organist an der Michaeliskirche. Es erfolgte ein Umbau und eine Umdisponierung der Orgel 1764-1766 durch Johannes Michael Hartung (Schlossvippach). 1818 – 1822 war wieder eine Reparatur durch den Orgelbauer Wilhelm Ernst Kirchhof aus Herressen notwendig. Umbau- und Reparaturarbeiten erfolgten 1847 an der Orgel durch Orgelbauer Joh. Michael Menger, den Abnahmeprüfbericht stellte Prof. A. Töpfer/Weimar. Die Prospektpfeifen wurden für Kriege im Jahre 1917 ausgebaut, der Wiedereinbau neuer Pfeifen aus Zink und eine Generalüberholung der Orgel erfolgten 1933 durch den Orgelbauer Gerhard Kirchner/Weimar. Jetzt wurde ein elektrischer Gebläsemotor durch den Orgelbaubetrieb Sauer, Frankfurt/Oder eingebaut. Die Restaurierung der Orgel wurde bescheinigt durch Landeskirchenmusikdirektor Erhard Mauersberger, späterem Thomaskantor Leipzig. 1978 wird die Orgel wegen der vorläufigen Schließung der Kirche aus bautechnischen Gründen das letzte Mal gespielt, was eine Tragödie ist. Die dauernden Veränderungen waren nicht immer gut für die Orgel. Sie lässt sich nicht mehr spielen und schreit stumm um Hilfe.
SOS! Diese Orgel braucht dringend Hilfe!

Neu: Orgel-Information:

Heroldt Orgel Buttstädt/Sömmerda

24. April 2022

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Bachs Musik ist ein Motor für Mitgefühl. (AHS)

Heute erinnere ich an Hildegard von Bingen, an Millennial und Komponistin Alissa Firsova und an Irena Sendler, Krankenschwester aus Warschau, die jüdische Kinder rettete.

Heute waren wir in dem neuen Kinofilm Batman – er ist sehr lang (etwas zu lang), aber zu empfehlen. Ich habe extra nicht nachgeschaut, wer der Hauptdarsteller ist, und hoffte, es wäre endlich ein neues, unbekanntes Gesicht – und zuerst war ich enttäuscht, als ich ihn erkannte, aber dann – ich muss sagen – er hat es gut gemacht. Es steht da zwar “Action” – aber ich kann euch sagen: Es ist ein Liebesfilm, mit sehr romantischen Szenen.

Dass es ein Liebesfilm ist, merkt man an der Aufmachung und sofort an der Filmmusik, die beinahe durchgehend romantisch ist, eine düster-weich-melodramatische Musik um Ave Maria mit vielen Klassik-Anteilen.

Heute habe ich dieses Jahr auch zum ersten Mal Spargel gegessen — hmmm, lecker, fränkischer Spargel. Wobei ich das Gefühl hatte, es ist vielleicht noch ein Ticken zu früh für Spargel.

Sogar der Zauberberg hat wieder auf. Ich hatte fast Lust, wieder reinzugehen. Aber dann war mir der Lärm zu groß.

Seit ich unter der Woche pausenlos beschäftigt bin, verstehe ich die Leute, die am Wochenende einfach nur abschalten wollen, egal, wie. Ob manche Menschen nur für das WE leben? Ich kann es ein Stück weit verstehen. Allerdings kann das nicht das Leben sein, nur das WE. Eigentlich ist gerade unter der Woche das Leben! Das muss es jedenfalls sein.

Da ich lange nicht mehr Auto gefahren bin, musste ich mich um meinen kleinen blauen Beetle kümmern. Die Batterie war leer, weil er seit 4 Monaten stand. Es tut mir irgendwie weh. Ich möchte mich eigentlich um alles kümmern und nichts vernachlässigen. Das ist gar nicht so leicht.

Ich bin froh, dass es Nachtzüge gibt. Was würde ich sonst tun? Früher dachte ich, Hamburg sei weit. Von wegen. Das ist ein Katzensprung. Für mich sind nun 8-10 Stunden “normal” geworden. Wahnsinn. Wenn man etwas liebt, kommen einem 10 Stunden wenig vor, sind selbst Schlafmangel ok und man nimmt einiges auf sich, was früher undenkbar gewesen wäre. Ist das Leben nicht total verrückt? Oder bin ich es?

Foto: Stralsund

23. April 2022

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Your surrender changed my mind. (AHS)

Heute erinnere ich an Charlotte Perriand, französische Designerin, und Pia Sundhage, schwedische Fußballtrainerin, die als erste Frau Trainerin einer Männermannschaft werden soll.

Stralsund: sehr hübsche Stadt. Letztes Mal war ich hier im Regen und nun im Sonnenschein: Seen, Brunnen und Türme. Eiserner Wandarm in Heilgeist. Ich mag den Landkreis Vorpommern-Rügen, das früher mal ein Fürstentum war. Stralsund, Greifswald und Rostock sind für mich immer noch “exotische” Namen. Auch die Mutterkirche “Mater” Voigdehagen ist sehr schön. Ich freue mich, dass die Stiftung “KiBA” Kirchen pflegt und erhält.

Foto: Stralsund

Greifswald ist auch eine hübsche Stadt. Ich mag den Wall und die Meeresluft. Und das Institut ist eine hübsche kleine Villa.

Empfehlen kann ich das rote “Evangelische Gottesdienstbuch”. Es ist sehr interessant.

Neu: Stralsund, Krebs: