17. Januar 2021

Textgewordenes Leben. AHS.

Ich mag  von Richard Addinsell das Warschauer Konzert  – manchmal schwelge ich wieder in Klaviermusik, vor allem mit Orchester. Ach, und Liszt Klavierkonzerte… Und wie er den Klang der Klarinette liebte. Ich auch.

Sehr interessant finde ich die Komponistin Judith Weir.

Heute / gestern (16.1.21)  war der große Print-Artikel über mich und das Interview in der Mainpost Print Ausgabe unter Kultur, über eine ganze Seite, auch in e-Paper, sehr schön gestaltet von M. Wiedemann und Kollegen. Merci! Die Überschrift ist heftig, aber sie stimmt. Männerdomäne Orgelwelt.

Aber bald gibt es auch einen Artikel über all die netten und lieben Leute. Es gibt ja auch Gönner, Profis und Gütige. Wahrscheinlich ist vieles auch eskaliert wegen Covid, was viele unbewusst trübe und aggressiv macht, was ich verstehe.

Was ich vermisse ist, zu konzertieren und danach Spaghetti zu essen. Ich vermisse das Essengehen. Ich gehe soooo gern essen. Seufz.

Ich freue mich über die wundervollen Orgel-CDs, die ich geschickt bekomme. Höre momentan rund um die Uhr Orgelmusik. 24-7. Gerade höre ich Elgar, Howells und meinen Liebling Liszt Ad nos gespielt von Gillian Weir in der Royal Albert Hall. Eine wundervolle Organistin!

Judith Weir und Gillian Weir. Sehr virtuos und konzertant, gefällt mir. Offenbar ist in anderen Ländern das Virtuose an der Orgel kein Problem. Nur in Deutschland? Das Virtuose hat eine ganz bestimmte Farbe. Es sind nicht nur hohe Tempi, es ist Drive, die Leidenschaft, das Können. Wenn ich für manche Deutsche zu schnell an der Orgel bin, was bitte ist dann Gillian Weir? Ich bin beeindruckt und muss sagen: Hut ab! Ich bin sehr inspiriert. Ganz besondere neue Registrier-Ideen. SOON. Auch Jane soll eine Wucht gewesen sein, und sehr schön.

Ich verstehe nicht, warum viele Deutsche nicht über das Können oder die Leistung anderer genauso Hut ab! sagen können? Ohne Neid. Mit Freude. In anderen Ländern ist so viel mehr Liebe da als bei den Deutschen für die eigenen Landesmenschen. Ist Verbitterung in der Kirchenmusikszene (KiMus)? Es ist eben oft eine steife und selbstbezogene Szene. Wenn Frauen sich dort präsentieren, sind sie nicht bescheiden. Wenn Männer sich präsentieren, “positionieren sie sich nur”.

Manche sind so nett, glücklich, zufrieden und lieben es, Künstlerinnen zu fördern, sind warmherzig, respektvoll zu mir. Aber andere… Puh. Wie Krähen, die ihre Krallen in weiches Fleisch bohren. Krähen zerfetzen alles, was weich ist. Krähen sind neidische, gewissenlose Amateure oder KiMus, die ihre Defizite durch Mobben kompensieren und meinen, ein bisschen Wissen unbedingt demonstrieren zu müssen, indem sie kritisieren. Sie lassen erst ab, wenn sie auf eine Blechbüchse stoßen. Dann suchen sie ein neues Opfer.

An Orgel sind viele KiMus nicht sehr interessiert. Nicht wie ich.

Mir gefällt das Zitat: Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Wer will ein Rabe, eine Krähe sein und wer ein Adler? ADLER, ihr Lieben.

Ich lerne daraus, wie man sich bei Mobbing verhält. Ich bekomme viele Ratschläge dazu in persönlichen Nachrichten. Ich schreibe einen Ratgeber dazu, ein Buch, wie man mit Mobbing umgeht, was ich daraus gelernt habe und was man beachten muss, was man auf keinen Fall tun soll (mit ihnen Lebenszeit verschwenden oder Genugtuung bieten; aber Mobber wollen ja provozieren, damit die Opfer Fehler machen. Um dann zu sagen: Selber schuld). Ignorieren und Schweigen, nur um kein Opfer zu werden halte ich für falsch. Man könnte sagen, ich sei hetero-phob, die meisten meiner Mobber sind hetero, zu 95 Prozent; soweit ich weiß, ist da nur einer schwul, MAT Theising im Forum. Und ob der schwul oder sonst was  ist oder nicht, ist mir total egal. Ich bin eher mobber-phob. Lästerer fand ich schon immer doof.

Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Das Zitat ist aus dem Film Jenseits der Stille, sehr schön, ein toller Film einer tollen Frau über eine tolle Frau. Wo bleiben noch mehr solcher deutscher Filme? Wo sind sie geblieben? Wenn auch das Ende recht melodramatisch wirkt. Klarinette ist wirklich ein wunderschöner Klang.

Auch das Zitat von meinem Dirigier-Prof, dass man “am Ende die Leiter wegwerfen muss” – genau, so ist das in der Kunst. Erst arbeitet man mit einer Leiter, baut sie auf, nutzt, verwendet und trainiert sie, und dann – am Schluss, dann wirft man sie weg: Dann macht man im Konzert genau das Gegenteil von dem, was einem gesagt wurde, das “Falsche”, also nicht das, was man die ganze Zeit als richtige Regel gelernt hat. Dann ist man in der Freiheit angekommen. Und hier entscheidet sich Kunst von einer (sehr guten) Performance. Hier beginnt das Licht von Genialität zu leuchten. Denn immer nur das machen, was einem gesagt wird, immer nur alles richtig machen wollen, ohne Risiko, das wird nie zur eigenen Kunst führen. Oder überhaupt zu Kunst. Kunst ist Regeln brechen.

Es stimmt, wie einige mir gemailt haben, dass das Verhalten der Hater in Ansgars fb-Kirchenmusikgruppe den Artikel in der Mainpost ganz von selbst zu 100% bestätigt haben. Wenigstens wurden ein paar Hater und Faker dort mal stumm geschaltet. (Manche Männerkollegen sind oft alte Kumpel und halten zusammen.)

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