3. Februar 2020

Die Musik wurde nicht nur als Pflanzstätte nationaler Gesinnung, sondern auch als Kunst für sich eine Macht im deutschen Volksleben, die bewies, dass dieses unser Volk musikalisch begabt ist und musikalisch empfindet. (Theobald Ziegler, 1846)

So etwas wäre heutzutage nicht möglich zu sagen. Nationale Gesinnung ist in Deutschland etwas sehr Schlechtes geworden.

Sehr empfehlen kann ich den französischen Film Das Konzert, wenn er auch eher ein Märchen ist. Aber: Moralisch. Witzig. Sehr berührend. Es handelt im Grunde darum, seiner Berufung und seinen Menschen treu zu bleiben. Egal, was passiert. Am besten ist: 1:22:10-05 (also im Grunde die zwanzig Sekunden hier).

Mein Tipp für heute: “Verhandeln ist wie Fahrradfahren. So etwas verlernt man nie”. Selbst Beethoven war ein Businessmann. Also: Kapriziös sein.

Verliebt habe ich mich in Bach BWV 688.

Ich finde es schön, durch die Orgel all die Komponisten vor Bach intensiv kennenzulernen: Sweelinck, Froberger, Muffat, alles inspirierende, wichtige Musik mit eigener Tonsprache.

Nicht empfehlen kann ich den Film Mahler von Ken Russell, denn mir kommt der Film zu abstrus vor. Ich glaube, der arme Mahler sollte hier einen Touch von John Lennon bekommen, verheiratet mit Agneta oder Frida von ABBA. Bedenklich finde ich auch den Film Händel. “Es gibt in Händels Leben keine Bett- und Klatschgeschichten und er war nicht verheiratet, was hatte er also zu verbergen?” Was ist das für eine Schlussfolgerung? Händel ist zwar niemand, den ich besonders bewundern würde, ich vermisse die Tiefe und Spiritualität in seiner Musik, wie ich bei Bach vorfinde, zudem hat er verpasst, Bach zu begegnen… aber ob er nun homosexuell war oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Wie kann man da auf “Spurensuche” gehen, wie sein Sexleben war? Bewundernswert finde ich, dass er ein Kämpfer war, und dass er als Lutheraner nicht aus Erfolgsgründen katholisch wurde und nicht Lakai, sondern frei. Er war wohl “fame-geil”, wie manche sagen würden, aber er hatte auch seine Talente, vornehmes Leben anzuziehen. Seine Gönner wurden jedoch manchmal seine Gegner.

Seltsam finde ich viele Semi-Professionelle: Auf der einen Seite hatten sie nie den Mumm, Musik zu studieren, geschweige denn, davon zu leben. Sie haben irgendwo einen “sicheren Job”, beispielsweise als Steuerberater. Und am WE spielen oder singen sie umsonst! Und brüsten sich noch damit. Sie haben gar kein Herz für professionelle Musiker.

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